Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-04-26 · Heft 17 (26.4.1846) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 17 (26.4.1846)
Date
1846-04-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2566751-2567017-2567035--2003-2569865
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

II« der innern Triebkraft des Saamens, welche Gott in ihn gelegt, | zugeschrieben sei. Während des darauf folgenden Chorgcsangcs bcgiebt sich Hr. vr. Holvhcim an die Eingangspforte und empfängt aus den Händen des Vorstandes die Thorah. Sogleich erhebt sich die ganze Gemeinde. Es war ein feierlicher erhabener Moment, in der die Versammlung von etwa 1000 — 1200 Personen kaum zu athme« wagte. Nachdem Hr. Dr. Holdheim die Kanzel bestiegen und das gesprochen hatte, begann er seine Predigt, in der er besonders auseinandersetzte, was der Ausspruch des Ausrufs^,wir wollen Glauben, wir wollen positive Religion, wir wollen Zudenthmn" wahrhaft zu bedeuten habe. Wie es von einem Holdheim zu erwarten stand, war die Predigt inhaltschwer und gediegen, sie war ein Glaubensbekenntniß im Sinn und im Geiste unserer erhabensten Propheten. Zn gleicher Weise war der Weihesegen gleichsam eine Variation, zu der Las Salomonsche Tcmpclwcihgebet das Thema bildete und dessen immer wicderkehrcnde Anklänge eine gewaltige Wirkung hervorbrachten. Wenn aber, wie wir offen gestehen müssen, trotz alle dem Hr. vr. Holdheim nicht den allgemeinen Beifall fand, welchen man nach dem Gesagten erwarten sollte, so lag dies zunächst daran, daß der Redner die für eine Predigt angemessene Zeit nicht beobachtete. Er sprach nämlich mit Einschluß des Gebetes fast l3/4 Stunden in einem Zuge und dies mußte für das größere Publikum (die kleine Anzahl der Denkenden fühlte sich im hohen Grave angcsprochen), Las von den anstrengenden Tagesgeschäften herbeigceilt war, ohne auf eine so lange Dauer der Feierlichkeit gefaßt zu sein, etwas ermüdend sein, zumal als der Gedankenreichthum ^drr Predigt und der streng logische Zusammenhang derselben die angestrengteste Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Äüch die Musik hat dem Publikum nicht gleichmäßig zugcsagt, da manches, wenn auch im Kirchenstyl componirt, doch der in Rede stehenden Feier nicht so ganz angemessen war, da die Orgel für den Raum etwach zu schwach ist. Doch haben diese einzelnen Ausstelluiigen dem Gesammteindruck nur wenig Abtrag gcthan, und gewiß hat Niemand, dem das wahre Wohl des Zudcnthums und besonders seine religiöse Zukunft am Herzen liegt, reu Saal verlassen, ohne dem jugendlich aufstrebenden Znsiirute glückliches Gedeihen und segensreichen Fortbestand zu wünschen. vr. Friedländer. 5 (Aus Westphalen.) — Der den Lesern Zhres Blattes schon aus seinen Studcntenjahrcn vortheilhaft bekannte vr. Salomon Friedländer in Brilon ist zum Arjuncten des dasigen Landrabbincrs für das Herzogthum Westphalen und die Herrschaft Wittgenstein ernannt und bestätigt worden. Man verspricht sich sehr viel von der Wirksamkeit dieses jungen Geistlichen, der mit gründlicher ächt wissenschaftlicher Bildung eine warme Liebe zum religiösen Fortschritt verbindet, wie dieses auck von dem Enkel unseres Land- Rabbinen, des Vorkämpfers und Nestors der jüngeren Nabbinea nicht anders zu erwarten. Auch in der Wissenschaft wird sich derselbe wie bisher bewähren, nnv wir können es nur lobend anerkennen, daß derselbe, trotz dringender und häufiger Aufforderungen noch keine seiner gehaltvollen Predigten drucken ließ, weil, wie er richtig bemerkte, ein junger jüdischer Theologe durch ganz andere Werke sich einen Namen mache» müsse, als durch Vorträge, die er zur Schau ausstellt auf dem Präsentirteller der großen Welt, wie das leider so viele thun. Hr. vr. F. hat übrigens schon früher Beweise seiner Tüchtigkeit geliefert. Dank darum den Vertretern unserer Corporation für diese Wahl, durch welche sie der Erneuerung unsers religiösen Lebens eine so schöne Grundlage gegeben. Literarische Anzeigen. Unter der Presse befindet sich und erscheint binnen wenigen Tagen: Vor neun Jahren und heute. Ein Wort aus jener Zeit zur Verständigung für heute. Von vr. Abraham Geiger, Uabbinrr in Kreslau. Preis 5 72 Sgr. — 18 Kr. Wir machen auf diese kleine Broschüre zum Verständnisse der gegenwärtigen Bewegungen im Zuventhum schon jetzt aufmerksam. F. E. C. Leuckart in Breslau. Mit Oktober 1845 hat der zweite Jahrgang des in London erscheinenden Ille Jewish Ghronicle (New SeriesJ begonnen. Alle 14 Tage erscheint eine Nummer (ein Bogen in gr. 4°). Ertra - Blätter werden gratis geliefert. Wir haben den Debit für Deutschland übernommen und gelten für Deutschland folgende Preise: Für 12 Monate 4 «ff u 6 „ 2‘/.j „ 1/ 3 „ 1% ir zu welchen Preisen jede Buchhandlung es liefert. Der erste Jahrgang (von 28 Nummern) steht ä 4 auf' Bestellung sogleich zu Diensten. Probe-Blätter sind an alle Buchhandlungen versandt. Hamburg, Februar 1846. Heroldstche Dnchhandlung. Verlag der Z. C. Hermann'schen BuchMndlung in Frankfurt a. M. — Druck von Krähe <Sr May in Offenbach.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.