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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-04-19 · Heft 16 (19.4.1846) · page 10

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 16 (19.4.1846)
Date
1846-04-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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und zum Verständnisse -ringen will —; schon dieser Umstand, sage ich, empfiehlt uns die Arbeit des geistvollen Mannes und hat mich sogleich beim Eingänge angenehm überrascht, so daß ich mir es nicht versagen kann, darauf aufmerksam zu machen und die Hauptgedanken derselben weiter zu verbreiten, wobei ich mich jedoch um so mehr auf ein einfaches Inserat und wenige Bemerkungen beschränken muß, da erst der noch fehlende Schluß in einem der folgenden Hefte abzuwarten ist, ehe ein Urtheil über die ganze Ansicht abgegeben werden kann. Diese Hauptgedanken bestehen nun darin, daß Plank den Mosaismus zwar als aus der Naturreligion — die ebenfalls meistens Monotheism., aber nicht der geistige, sondern der die Natur als Wille anschaueude, sie als Objekt vor sich hinstellende ist — -ervorgegangen, mit ihr verwandt und von ihr in manchen Punkten noch inffuenzirt betrachtet, so jedoch, daß er sich von. ihr gänzlich ablöst, daß die Beziehung zwischen Gott und Israel durch die Thatsache der Erlösung aus Egypten.zunächst eine nationale, aber eben dadurch eine geistige höhere wird.. Er hält darum die Trennung des Politischen, Nationalen vom Religiösen für ein Unding, für eine Unmöglichkeit, weil beide'sich überall durchdringen und bedingen, aber er nimmt an diesem Nationalen selbst keinen solchen Anstoß und kein solches Aergerniß, wie man es gewöhnlich nimmt, sondern gibt zu, daß es das Medium einer reinern Gottesanschauung wurde, daß ohne dasselbe das menschliche Bewußtsein bei der negativen Seite dieser Anschauung stehen, somit' aber jeder geistigen Erhebung-fern geblieben wäre. Von einer „mosaischen Religion" redet auch er und nicht blos von mosaischen Lehren, Gesetzen und Einrichtungen, wie vr. Samuel Hirsch will (Sendschreiben an den Rabbiner vr. Aub, Literaturblatt zum Israeliten Nr. 4. S. 15). Und auch ich möchte ihm hierin beipflichten und nicht wie Hirsch behaupten, „unsere Religion ist uns mcht durch MoseS geworden; sie ist die Religion, welche schon die Vater bekannt" rc. Die Religion, das heißt die Gotteöanschauung der Väter kann nicht die mosaische sein, denn erst in Moses und der mosaischen Geschichte ist jener Wendepunkt der Gottesanschauung und Gottesverehrung des Iudenthums eingetretcn, der das positive Element desselben fortan blieb, die Idee der Erlösung und unmittrlbaren Vorsehung. Ob diese. Idee eine Folge besonderer Offenbarung, oder ob sie das Ergebniß geschichtlicher Entwicklung und Manifestirung ist, darüber läßt sich streiten, nicht aber darüber, daß sie dem Mosaismus, wie er vor uns liegt, vindicirt werden muß. Doch ich will nicht weiter polemifiren, sondern Plank fürs Erste reden lassen. (S. 4SI.) „ES ist keine Gottesanschauung möglich, in welcher nicht entweder Gott wesentlich als sich offenbarend gedacht ist, oder das Göttliche an sich nur das verklärte Abbild des Mensch, lichen ist (welches letztere das Wesen des klassischen Alterthums ist). — Die ftühere. rein negative Gottesanschauung, die eben wegen ihrer Negativität doch noch ganz Naturreligion war, konnte sich zur geistigen nur dadurch verklären, daß sie in innere Beziehung zum Menschlichen, zu der bestimmten Nationalität trat. Hierin liegt die allein mögliche Lösung der israelitischen Geschichte.— Zn keiner Form der Naturreligion (selbst der egyptischen nicht) hat sich die Religionsanschauung so mit der Nationalität identificirt, daß sie dadurch selbst eine wesentlich nationale wäre. — Das jüdische Volk als dasjenige, welches allein aus der Naturreligion heraus zu einer geistigen Gottesanschauung sich erhoben hat, verdankt dies nur dem, daß es sein religiöses Bewußtsein mit seiner Nationalität in innere Einheit gesetzt hat ff."—(S. 494) „Ebendarum ist auch die mosaische Gottesanschauung, wenn gleich eine geistige, doch keine universelle, sondern eine blos nationale. Das göttliche Wesen an sich ist zwar über alles Menschliche und somit auch Nationale erhaben — eben darin beruht seine Heiligkeit — aber der Wille Gottes — — ist zunächst nur der, daß diese Heiligkeit in dem bestimmten Volke zu ihrer Erscheinung komme und daß damit zugleich das nationale Wohl gesetzt fei." Noch nähern Aufschluß über diese Ansicht Plank's geben folgende beiden Stellen; (S. 508) „Der Widerspruch, daß der Mosaismus Bestimmungen in sich enthält, die von sich selbst auf die Naturreligion zurückweisen, während er doch nothwendig als geistige Religion betrachtet werden muß, ist in seinem geschichtlichen Grunde derselbe mit dem des alttestamentlichen Particularismus, denn es beruht einfach darauf, daß das Verhältniß Gottes zu seinem Volke, also das, wodurch der Mosaismus geistige Religion ist, noch ein rein gegebenes geschichtliches ist, daß es aus dem Zusammentreten zweier an sich ganz entgegengesetzten Elemente entsprungen ist und deshalb buch in der mosaischen Gottesanschauung selbst noch diese zwei Seiten heryortreten, obgleich sich doch deshalb in letzter Beziehung nicht sagen läßt, daß der Mosaismus nicht von einem Principe durchdrungen sei. Der Widerspruch ist daher wohl ein solcher, allein es ist geschichtlich vollkommen erklärbar." Und weiter unten, über die anthropologische Seite der Gottesanschauung: (S. 514.) „Wie der Gott des Mosaismus und durch die Beziehung zu dem Volke geistiger Gott geworden ist, so ist nun auch das Volk dadurch erst, daß es sein nationales Bewußtsein in seinem Gotte hat, geistige Persönlichkeit geworden. In der Trennung des Religiösen und Nationalen hatte weder das eine

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