Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1846)
- Date
- 1846-04-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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um Nr. 7. Vr. Adler an Hrn. Goldsmid. London, 24. December 5606. Werther Herr! Ihre Mittheilung vom 23. d. M. beantwortend, erkläre ich hiermit, daß so lange die Einigung unter uns, die ich so sehnlich wünsche, nicht bewirkt ist, ich mich nicht gerechtfertigt fühle, mich in irgend eine amtliche Correspondenz über den fraglichen Punkt cinzulassen. Zch habe die Ehre zu sein, wertber Herr, Ihr sehr getreuer Diener N. Adler, vr., Oberrabbiner. Nr. 8. Hr. Goldsmid an vr. Adler. Brighton, 24. Dec. 1845. Hochwürdigster Herr! Ihr Brief vom 24. d. M. ist hierher an mich befördert worden. Meine Abwesenheit von London hindert mich bis nächster Woche ihn einer Versammlung der West-London-Synagoge vorzulegen. Ew. Hochw. gehorsamster Diener Francis H. Goldsmid, zweiter Vorsteher rc. Nr. 9. Hr. Goldsmid an rev. vr. Adler. 8. Januar 1845. Hochwürdigster Herr! Ihren Brief vom 24. Dccbr. habe ich einer Versammlung der Mitglieder der West-London-Synagoge britischer Juden vorgelcgt. Da Sie cs abgelehnt haben, die Ihnen dargcbotene Gelegenheit zu benutzen, den Bericht zu widerlegen, welcher in der von Johanna Engel Unterzeichneten Schrift enthalten ist, und von dem ich Ihnen eine Abschrift zu übersenden die Ehre hatte, so sind die Mitglieder der West-London-Synagoge zu schließen genöthigt, daß jene Angaben wesentlich richtig sind und diesem Schluffe angemessen, müssen sie ihre Maßregeln entrichten, die sie in Bezug auf diesen Gegenstand zu ergreifen sich verpflichtet fühlen. Mit Bedauern füge ich hinzu, daß das von Ihnen für passend gefundene Verfahren gegen uns der Versammlung nur wenig dafür berechnet schien, die Einigung zu befördern, die Sie so sehnlich zu wünschen angebcn. Ich habe die Ehre zu sein, Ew. Hochw. gehorsamster Diener, Francis H. Goldsmid, zweiter Vorsteher rc. Zweiter Anhang. Nr. 1. Warnung an alle, welche den Namen Israel führen, vom Oberrabbiner und dem Beth- Din der verschiedenen Gemeinden Großbritanniens. Unsere Brüder, Kinder Israels, die ihr Gerechtigkeit verfolget und den Herrn suchet! Verleihet euer Ohr den Worten der Rechtschaffenen, horcht, damit eure Seelen leben! Unter allen Zerstreuungen Israels ist cs bekannt, daß die Gebete und Segensprüche, welche wir zum Schöpfer des Weltalls richten (gepriesen sei sein heiliger Name!) angeordnet und bestimmt worden sind von den Weisen der großen Synode, unter denen einige unserer Propheten waren und daß diesen Formen das ganze Haus Israels stets anhing von Geschlecht zu Geschlecht länger denn zweitausend Jahre hindurch. Nun aber, siehe! Haben wir kürzlich Neuerungen aufkommen gesehen und ein neues Gebetbuch, genannt nftsjnn isd, Gebetsformeln, gebraucht in der West- London-Synagoge britischer Juden, berausgegebcn von D. W. Marks, gedruckt bei I. Wertheimer & Eomp., 5601, und es ist den Augen Aller einleuchtend, daß darin die Art und Ordnung unsrer Gebete und Segensprüche verkürzt und verändert sind, nicht in Uebereinstimmung mit dem mündlichen Gebote, von dem wir so lange geleitet worden sind in der Vollziehung der Vorschriften des Herrn, nnd von dem anerkannt ist, daß, „wer da verwirft das Ansehen des mündlichen Gebotes, widersetzt sich dadurch dem heiligen Gesetze, welches uns am Berge Sinai überliefert wurde durch Moses, dem Diener des Herrn", und ohne welches, wie es ebenfalls zngestanden ist, wir keine wahre Kenntniß vom geschriebenen Gesetze haben können. Dieses Nebel sebend, haben wir uns erhoben und gestärkt für den Dienst Gottes, um diesen Stein des Anstoßes zu entfernen und zu beseitigen von dem Pfade unsrer Brüder, den Söhnen Israels, und ermahnen hiermit jeden Menschen, der