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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-04-12 · Heft 15 (12.4.1846) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 15 (12.4.1846)
Date
1846-04-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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110 Erster Anb a n g. (Briefwechsel.) Nr. 1, Hr. Goldsmid an rev. vr. Adler. 17. December 1845. Hochwürdiger Herr! Erlauben Sie, daß ich Ihnen die Abschrift eines Berichtes übersende, den man mir erstattet fpt in Betreff gewisser Umstände, welche der so eben Statt gefundenen Vermählung des Moritz Hyinan mit Johanna Engel vorangegangen sein sollen. Die angegebenen Thatsachen schienen mir so sonderbar, daß, als sie mir zum ersten Male durch eine dritte Person mitgetbeilt wurden, ich vermukbete, der Bericht müßte auf Mißverständnissen b.-ruben. Indem mir aber seitdem die Umstände von Iobanna Engel persönlich wiederbolt wurden (deren Aussage ich schriftlich niederlegte, wie Sie es in der Beilage sinden werden» — und indem die berichteten Vorfälle, wenn sie wirklich Statt gefunden, die Gemeinde, zu deren Vo> sichern ich die Ehre Kabe zu geboren, in die NotKwendigkeit versetzen würde, für ibre Verchcieigung einzuschreiten: so glaubt das Collegium der Gründer keinen andern Weg einschlagen zu können, als den mir gemachten Bericht Ihnen mitzutbeilen, mir dem Gesuche, daß Sie dasselbe gütigst unterrichten wollen, ob der Bericht so weit richtig ist, als er Sie selbst betrifft und wenn nicht, in welcher Beziehung er unrichtig ist. Wenn es wahr ist, daß Iobanna Engel eine Schrift unterzeichnen mußte, so babe ich Sie ferner zu bitten, mich mit einer Abschrift der Urkunde zu begünstigen. Ich babe die Ehre zu sein, Ew. Hochwürden gehorsamster Diener. Francis H. Goldsmid, zweiter Vorsteher der West-London-Synagoge britischer Juden. Rr. 2. Johanna Engel's Bericht. 2. Dcccmbcr 1845- Am Sonnabend den 22. November wurde Moritz Hyman (der sich vorläufig an Hrn. Risch, Sekretär der Wcstminster- Synagoge gewendet hatte, um Vorkehrung zu treffen für seine am Mittwoch den 11. December zu vollziehende Vermählung mit Johanna Engel, Tochter des Daniel Engel, Aufseher des Friedhofs der West- London-Synagoge, von Hrn. Risch benachrichtet, daß er und seine zukünftige Frau am Sonntag den 23. Nov. vor vr. Adler erscheincu müßten. Sic folgten dieser Aufforderung, und vr. Adler erklärte ihnen, daß Hyman sehr unrecht gebandelt hätte, indem er doch wissen müßte, daß die Burton - Streek- Synagoge in Cherem und als Synagoge nicht anerkaunr sei; er (vr. Adler) wünsche zwar Frieden zu halten mit dieser Gemeinde; allein dies lei der erste Fall, wo die Frage vor ibn komme, ein Mitglied derselben Gemeinde zu trauen, und tbäte er dies setzt, so würde er auch bei künftigen Gelegenheiten dasselbe zu tbun ersucht werden, vr. Adler fragte Iobanna Engel, ob sie die West-London-Synagoge besucht hätte, und als sie dies bejaht harte, erklärte er, daß er selbst die ebelichr Einsegnung nicht vollziehen könne, wofern nicht Daniel Engel zur alten Synagoge zurückkehrte; er würde jedoch erlauben, daß dieselbe von Hrn. Henry, dem Geistlichen der Westminstcx - Synagoge vollzogen werde, wenn Johanna Engel sich schriftlich verpflichten wollte, nie wieder die West-London-Synagoge zu besuchen und von da an sich als ein gutes, jüdisches Frauenzimmer aufzufübren. -Iobanna Engel bemerkte, sie glaube, dies stets gelban zu baben, und fragte vr. Adler, ob er nicht mit ihrem Vater Rücksprache nehmen möchte, indem letzterer in jener Synagoge eine Anstellung habe. vr. Adler crwiedexte, bei dieser Gelegenheit wünsche er nicht ihren Vater zu sprechen, xr hätte jedoch nichts dagegen, dies künftig zu thun. Darauf zog sich vr. Adler in sein Nebenzimmer zurück, brachte aus demselben eine fertige Schrift mit, las diese ihr vor, wprin sie die Verpflichtung enthalten glaubt, daß sie nie wieder die Burton-Street-Synagoge besuchen wolle, um fortan nach orthodvreu Gesetzen oder Gebräuchen zu leben. Als vx. Adler mit Bestimmtheit erklärte, daß, wenn sie nicht die Schrift Unterzeichnete, er nichts mehr mit der Sacke zu tbun haben wolle, und indem Hyman in vr. Adler's Abwesenheit ihr vorgestellt, daß, wenn sie sich nicht zur Unterschrift entschließen könnte, würden die Anordnungen für ihre Vermählung behindert werden und wahrscheinlich sich auflösen; so willigte sie ein. Nachdem sic die Schrift unterzeichnet hatte, sagte vr. Adler zu Hyman und Johanna Engel, daß sie am folgenden Tage zwischen 11 und 1 Uhr vor den Dajanim zu erscheinen hätten, damit sie dort dieselbe Erklärung

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