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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-04-05 · Heft 14 (5.4.1846) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 14 (5.4.1846)
Date
1846-04-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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109 der Registration für Ehebündnisse. Indem uns aber das allgemeine Registrationsbüreau offen stand, mit der Wahl unsre Ehebündnisse demnächst nach jüdischem Ritus zu feiern in der Synagoge oder in unsrer eignen Behausung, so waren wir demnach unabhängig gemacht vom Präsidenten der Vertreter der jüdischen Gemeinden. Wir begnügten uns lieber, diesen Weg einzuschlagen, als in einem Gerichtshöfe oder durch Appellation ans Parlament dem Publikum zu eröffnen, daß ein Mann, der von allen Menschenfreunden verdiente Hochachtung geerntet, indem er sein Vaterland verließ in einer rühmlichen Mission nach dem Osten zu Gunsten der bedrängten Israeliten zu Damaskus — daß dieser Mann dennoch seinen Einfluß geliehen, um seine jüdischen Brüder in seiner Heimath zu verfolgen. Ueberdies war der Cherem, in Betreff vieler verschiedener Punkte, die man in seinen Wirkungskreis wirklich bringen konnte, fast unschädlich. Ehebündnisse wurden vollzogen zwischen Anhängern der West-London- Synagoge und Mitgliedern anderer Gemeinden, so lange vr. Hirschel das Oberrabbinat bekleidete, und so lange eS nach seinem Tode die Tajanim verwalteten. So auch wurde erst im letzten halben Jahre von den Autoritäten der portugiesischen Gemeinde eine Vermählung eingesegnet, wo der Bräutigam zu ihrer Synagoge gehörte und die Braut zur Burton-Strcet-Gemeinde. 'Auch sollten wir nicht die freudige Erinnerung unterlassen an viele Handlungen der Brüderschaft, des Wohlwollens und religiöser Gemeinschaft, welche Statt gefunden Zwischen unö und den Gliedern anderer Synagogen. Schwand solchergestalt parteisüchtige Zwietracht ohnehin schon, räumte schon damals früherer Groll den Platz ein für Nächstenliebe und brüderliche Einigkeit: so wurde vr. Adler von denen, die seine Wahl beförderten, als der Mann auSgegeben, der jedes noch übrige Maal der Zwietracht würde auswischen und Friede und Eintracht in Israel wiederherstellen. Aber ach! Brüder, wie stehet es mit unfern gehegten Hoffnungen! Euer neues geistliches Oberhaupt Kat endlich seine Ansichten offenbart, und sie sind der Art, daß sie aufrichtiges Bedauern verursachen müssen, jedem denkenden aufgeklärten Israeliten Britanniens. Nicht nur hat er seine Absicht bekundet, nicht auf dem Pfade der Duldung zu rvaudeln, sondern er ist noch weiter gegangen als vr. Hirschel selbst, und ist unglücklicher Weise verleitet worden, dem Banne eine Kraft beizumessen, die selbst dessen Urheber nie hinein zu legen suchten. Vor einigen Wochen wurde ein Gesuch an vr. Adler gerichtet, um die Erlaubniß, daß eine Vermählung Statt finden dürfe zwischen einem M'tgliede der Westminster-Gemeinde und einem Mädchen, welches unsere Synagoge besucht hatte, in der ihr Vater eine Anstellung Kat. Obgleich es heißt, vr. Adler hätte anfangs darein gewilligt, so ließ er doch nachher das betreffende Brautpaar vor sich laden und nachdem er es dem Bräutigam verwiesen hatte, daß er sich mir einer Person verbinde, die unsere Synagoge besucht hatte, forderte er von der Braut eine Schrift zu unterzeichnen, wodurch sie es auf sich nehmen sollte, nie wieder die Burton-Street - Synagoge zu besuchen, und von der Stunde an nach orthodoren Gesetzen oder Gebrauchen zu leben. Das Mädchen schlug vor, daß vr. Adler zuvor mir ihrem Vater darüber sprechen mochte; allein der Oberrabbiner bestand auf ihre unmittelbare Einwilligung; und nachdem er die Abfassung der Urkunde veranlaßt (wovon ihr keine Abschrift gegeben wurde) drang er auf ihre Unterschrift als den Preis seiner Einwilligung zu ihrer ehelichen Verbindung. Wir geben hier blos diesen einfachen Bericht; in Betreff der fernem Einzelnbeiten bitten wir um eure 'Aufmerksamkeit sur den beigefügten Briefwechsel. Es erfüllt uns mir wahrhaftem Bedauern, Bruder, daß wir genötbigr sind, diejes Mittel zu ergreifen, um unsere Angelegenheit euch vorzulegen und auf diese Weife in Gefahr zu kommen, die Zwiespaltungcn unter Israeliten der öffentlichen Schau auszusetzen. Allein das Verfahren, das der Oberrabbiner paffend gefunden, gegen uns zu verfolgen, hat uns kein anderes Hnlfsinirtel gelassen, das sich mit unferer Pflicht vertrüge. Es ist eine Notkwekr, nicht ein Waklstück. Aus dem beigefngten Briefwechsel ist zu ersehen, daß wir auf den Bericht der Johanna Engel einen ehrerbietigen Brief an den Oberrabbiner gerichtet, mit der Bitte, uns schriftlich zu benachrichtigen, ob die Aussage des Mädchens richtig wäre, oder nicht; und dann sollte er die Gewogenheit haben, uns eine Abschrift zukommm zu lassen von der Erklärung oder dem Teste, welchen sie hatte unterschreiben muffen. Ta es aber, der hochwürdige Herr verweigerte, die eine oder die andere Bitte zu genehmigen, so ist es begreiflich, daß wir genötbigt waren, entweder mit unser« guten

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