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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-03-08 · Heft 10 (8.3.1846) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 10 (8.3.1846)
Date
1846-03-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kemrtnift und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von »r. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv - Rabbincn zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, oh:>e das Literaturblatt (von welchem rede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 , mit demselben 5 if. Anzeigen rite die gespaltene Zeile 6 Nr. IO. Sonntag den 8. März 18-40. VII. Jahrgang Ueberblick. Haupt -Artikel: Geiger's Vortrag in der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. — Geschichte des Tages: London: Verschiedenes aus England. — Frankfurt a. M>: Klagen gegen die Revaction. — Breslau: Die Promotionen der jüdischen Studirenden. Inhalt des Literatur-Blattes: Letzte Proben einer konservativen Recenston, von vr. Geiger. — Ueber die Principien eines dem gegenwärtigen Religionsbewußtsein entsprechenden Cultus, von ttr. Holdheim. (Forts.) Vortrag, gebalten in der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur, am 3. Februar d. I. von Rabbiner Pr. Geiger. Indem ich mich anschicke. Ihnen, geehrte Herren, einen Gegenstand aus meinem Studienkreise der jüdischen Literaturgeschichte nach meiner Auffassungsweise vorzuführen, habe ich ein doppeltes Bedenken zu überwinden. Zuvörderst verschwinden die Thatsachen der jüdischen Literaturgeschichte in der allgemeinen Weltgeschichte zu sebr, als daß selbst eine allgemeine Bekanntschaft mit ibne» vorausgesetzt werden darf, sie erscheinen dadurch auch als zu untergeordnet, als daß vielleicht Ihre Aufmerksamkeit auf dieselbe gelenkt werden dürfte. Allein dem Freunde der Geschichte ist kein noch so Vereinzeltes so unwichtig, daß es nicht eine freundliche Sorgfalt verdiente, dem Forscher ist Nichts vereinzelt, auch das scheinbar außer dem Zusammenhänge Stehende ist für ihn nur ein Moment, in welchem der Geist sich äußert, und vielleicht gelingt es mir, es klar zu machen, daß auch die literarischen Erscheinungen innerhalb des Judenthums den mächtigen Einfluß der Zeitideen verspüren und sich von ihnen durchdringen lassen. Dann aber mag in meine allgemeine Betrachtung der Dinge mancher Gesichtspunkt einfließen, der Ihnen als ein speziell jüdischer erscheinen dürfte. Sie bemerken vielleicht, daß auch in meinem Urtheile der eigenthümliche Standpunkt, den der Jude in der bürgerlichen Gesellschaft einnimmt, sich nicht verkennen laßt. Sollte dies nickt als Einseitigkeit bettachtet werden, sollte dies nicht dem Juden auch als wissenschaftliche Jsolirung ausgelegt werden, sollte das Anlegen des eigenen Maßstabes nicht als Befangenheit, etwa gar als Anmaßung gelten? Ich kann mir dieses Bedenken nur damit abwehren, daß ich mir

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