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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-03-01 · Heft 9 (1.3.1846) · page 13

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 9 (1.3.1846)
Date
1846-03-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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41 gegen diese Ansicht zu entdecken glaubt, so korrigirt sie die Worte Affai's und liest, wie der Rec. anführt, aber in dem Sinne: Der Streit über die Zubereitung des Räucherwerkes bezieht sich darauf, wenn es den Zweck hat, Wohlgeruch zu verbreiten, welches nach Einigen gestartet ist, aber wenn es den Zweck hat, die Kleider einzuräuchern, dann ist es nach allen Ansichten verboten, und desgleichen ist das "I221O, von welchem die b. G. Khetub. 7 a spricht, gleichfalls zum Einräuchem der Kleider. Was faselt also der Rec., es sei nicht wahr, daß es Einige erlaubten, „diese erlaubten ganz was anders" (prächtiges Deutsch!)? Mit solchen Schnitzern wagt man es ein wissenschaftliches Werk zu recensiren? Allein der Rec. hat doch noch Etwas auszusetzen; ich sage nämlich, „Einige", erlauben es, dieser Einige, sagt Rec., ist Rabban Gamaliel, also blos ein Einzelner! Solche Mikrologie verdient freilich an sich keine Berücksichtigung, aber ist doch zur Charakteristik des ganzen Verfahrens nicht ohne Bedeutung. Als wenn nämlich ein Mann wie Gamaliel bei einer solchen Behauptung vereinzelt stünde, nicht immer Viele hätte, die ihm folgten; in der That spricht die Bar. von bwbül p") und nach Assai's Ansicht , wie sie von der Gcm. anfänglich berichtet, nicht wie sie nachher willkürlich geändert wird, theilen sogar in diesem Punkte Alle vie Meinung Gamaliel's! Und da dürfte ich nicht von Einigen sprechen? Schlaue Albernheit, die sich in ihren eigenen'Netzen fängt! Das Resultat bleibt demnach ein ganz richtiges. daß am Fcsttagausgange das „Gewürze" nicht gebrauclt wurde, weil es nach eener Ansicht am Festtage selbst nicht fehlte; aber geletzt, ich wüßte, nach meiner Erklärung, für diesen Umstand keinen Grund anzugeben, welchen weiß renn der Ree.? Er schweigt auch hier wieder und verweist blos; auf Tdoßafoth Jomtob 33 b! Da lei'en wir eben zwei Gründe nie das Gewürze;' der eine ist. daß das Höllenfeue e an: Sal batbe riiiu, nur dessen Ende w.evcr zu brennen beginnt un^ einen sehr übe!» Geruch verbreitet, welcher durch ras Gewürze vertrieben werden soll, oder der von mir bereits angeführte, daß rer Verlust der zweiten Sele eine Kräftigung durch das Gewürze norhwendig macht, für letztem Grund entscheiden sich nun die Tdoß. und glauben deshalb, daß am Ausgange der Festtage das Gewürze nicht nöthig sei, weil der Mensch an denselben keine Doppelseele habe. Warum begnügt sich nun ver Rec. mit der blosen Himve.fting und gibt dies nicht genauer an? Wieder die arge, ungläubige Zeit, die auch das ungcpanzertc Herz des Nee. durchstochen Hai; er findet gleichfalls die Gründe lächerlich, und er wagt sie nicht anzngeben, wenn er von einer „jüdifchrrligwscn Unterlage" spricht. Worin besteht aber denn riese Unterlage? und die kritischen Thoßafoth - Schulen, wie steht eS mit diesen? - Doch der Rec. gibt mir noch eine Belehrung, nämlich, daß "MMlö von snett, Kohle, herkomme. O, herrliche Gelehrsamkeit, wer doch diese besäße! ich führe die beiden verschiedenen syr. Uebersetzungen für thymiama an, zum Beweise, daß O'DBQ und eines und dasselbe ist', und der Rec. sieht in den Wörterbüchern nach, woher nmiD kommt, und tischt mir diese weidlich abgedroschene Gelehrsamkeit auf, die aber gar nicht hierher gehört. Armselige Stümperei! Doch der Rec. ist mit dieser M. noch nicht fertig; ich erkläre nämlich das Motiv, welches dem Streite der beiden Schulen über den Lobspruch für das Licht zu Grunde legt, abweichend von der b. G.. Der Rec. führt einen Ausspruch der j. G. zur Stelle an, der eine Andeutung meiner Erklärung enthält, blos eine Andeutung, denn über “IWO und '-l-M wird gar nicht gesprochen, die Erklärung für die Ansicht der Hillel'schen Schule nicht gegeben; aber jedenfalls ist diese Andeutung ebensowohl eine Stütze für meine Erklärung, wie für meine vielfach ausgesprochene Behauptung, daß die j. G. wett mehr auf dem Standpuntte der M. sich erhält, sich dem natürlichen Sinne der M. weit inniger anschließt, während die b. G. sich immer mehr von ihr entfernt und ihre Erklärungen daher ganz unzuverlässig sind. Was weiß denn rer Rec. gegen Viesen Standpunkt vorzubringen? Mit einem herzhaften Sprunge setzt nun der Rec. über vier Nummern, er übergeht sie, aber verschweigt selbst dieses Uebergehn, und das bei streng halachischen Gegenständen, wo sich feine ganze Ucberlegenheit zeigen sollte; aber diese scheint ijfm, als es zur Sache kam, zur Verlegenheit geworden zu sein. Diese vier Mischnah's sind etwa nicht untergeordneten Inhalts; sie find der 2rvnung Sera'im entnommen, welche Fernliegendes und daher dem gewöhnlichen Verständnisse Schwierigeres enthalt, und der Rec. scheint Furcht davor bekommen zu haben. Auch sie enthalten, abgesehen von kleineren Bemerkungen, manches Neue, das Beachtung verdient, Nr. 35 über Simon aus Mizpah, über die Bed. von '22- und wieso aus Unkenntnis dieser Bed. eine falsche LA. entstanden. über die Traditions-Autoritäten, die s. g. Paare, Nr. 36 über Chaber und A'm Ha-Arcz, Nr. 37 über "2, Nr. 38 über die Eintheilung Palästina'ö. Jedoch der Rec. „übergeht" dies Alles unv spricht zu Nr. 39. in welcher es sich um „Prosbul" handelt; er nimmt hier einen gewaltigen Anlauf, aber, wie es scheint, kühlt ihn der Red. mitten in seiner Hitze ab. bricht in der Mitte ab unv ver Ree. muß sein furchtbares Zcrstörungsgeschoß bis zur Fortsetzung in ver Hand halten. Ich werde bis eahin, daß er ausgesprochen, ruhig warten unv fürchte das über meinem Haupte schwebende Damvkles-Schwert nicht. Also ans Wiedersehen! Breslau 7. Dec. 1845.

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