Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 8 (22.2.1846)
- Date
- 1846-02-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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02 Kirche Veranlaßung derselben gewesen, welcher nicht blos von Gleichgesinnten , sondern anch von Andersdenkenden richtig ausge. faßt und gewürdigt worden ist, und wenn Zittel in der 21. Kammer - Sitzung darüber seine Verwundrung ausdrückt, daß man seinen Antrag u n ch r i st l i ch finde, während man nie „ etwas Unchristliches darin gesehen, wenn die Emancipation der Israeliten beantragt und beantwortet worden " *), so übersieht er daß diese Emancipation rein politischer Natur ist und die verschiedenen christlichen Glaubcnsbekenntniße ganz unberührt läßt, während sein Antrag in der ihm gegebenen Einschränkung allerdings anders aufgefaßt werden konnte und mußte. Wie wir uns aber für die deutsche chirstliche Sache, weder aus Vorliebe für diese Form der religiösen Ueberzeugung noch aus einem egoistischen Calcül, sondern weil wir die unbeschränkte Gewissens - und Glaubensfreiheit den Grundsätzen des Rechts und der Politik allein angemessen finden, ausgesprochen haben, so wollen wir die großen in entgegengesetzter Richtung nun gemachten Anstrengungen ans ihren wahren Gehalt zurückgeführt, nehmlich als allein gegen diese neue Äirchengcscllschast gerichtet bcrrachrcn wissen. Aufruf des Comitü der Casse für die Rabbiner- Versammlungen. (Frankfurt a. M. im Febr.) — Das Comite der Kasse für die Rabbiner-Versammlungen hat folgendenAusruferlassen:**) An die verehrlichen Contribuenten der Casse für die Rabbiner -Versammlungen. Unser Aufruf vom 24. April zur Bildung einer Lasse für die Rabbiner-Versammlungen hat den erhofften Anklang gefunden. Es find uns von nahe und fern zum Theil sehr ansehnliche Beiträge zugcstoffen. Viele achtbare Gemeinden und Privaten haben durch ihren Beitritt zugleich ihre Gesinnung bethätigt und beurkundet, daß die Rabbiner-Versammlungen vielseitiger Anerkennung sich erfreut und in ihrem Wirken kräftigen Beistand zu erwarten Seit dem hat die zweite Rabbiner-Versammlung ihre Sitzungen bierselbst abgehalten. Die Protokolle derselben sind nunmehr erschienen, und liefern authentischen Bericht über ihre diesjährigen Dcrathungen, Beschlüsse und noch vorliegende Arbeiten. Der Eindruck, welchen die Verhandlungen an hiesigem Orte *)Frankfurt Journal vom 6. Febr. 1846, N. 37,Beilage 1. **) Wir eröffnen demselben um so bereitwilliger die Spalten unsrer Blätter, als dadurch auch denen, an welche er nicht speciell gerichtet ist, Gelegenheit gegeben wird, sich an dieser Anstalt zu bethciligen. Die Red. auf die zahlreiche Menge der Zuhörer jedes Bekenntnisses gemacht haben, konnte uns nur in der Ueberzeugung bestärken, daß das Institut der Rabbiner - Versammlung schon im ersten Stadium seiner Entwickelung sich als zweckmäßig bewährt, und daß eS im Interesse des Fortschrittes eine wahre Pflicht geworden ist, dies Institut aufrecht zu erhalten. Aus dem unten folgenden Rechenfchafts - Bericht ersehen Sie, paß die Casse bereits in diesem Jahre dem Zwecke, innerhalb der Gränzen die wir für jetzt ziehen mußten, genügt hat, und es ist erfreulich, daß die erste Anregung einen so wirksamen Erfolg hatten Allein verhehlen dürfen wir Ihnen nicht, daß es diesmal günstigen Nebenumständen zu verdanken ist, wenn die Casse minder in Anspruch genommen worden, namentlich dem Umstande, daß sehr viele Mitglieder der Rabbiner-Versammlung in der Nähe von Frankfurt wohnen; daß aber die künftigen Versammlungen höchst wahrscheinlich weit bedeutendere Ausgaben erheischen werden. Denn erstlich ist mit Grund vorauszusetzen, daß dis Anzahl Derer, welche sich denselben anschließen, zunehmen wird, und schon dadurch werden ansehnlichere Mittel zur Deckung der Unkosten nöthig. Zweitens aber halten wir es für höchst wichtig, daß de» Versammlungen die Möglichkeit gegeben werde, die Orte ihrer Zusammenkünfte, so weit keine äußere Hindernisse obwalten, frei zu wählen, und dadurch nach und nach im ganzenMtterlande Theilnabme für ihre Wirksamkeit zu erwftfetfunfc auch richtig erkannt und gewürdigt zu werden. Bisher war, aus leicht begreiflichen Gründen, diese Auswahl sehr beschränkt; sobald aber die Casse in Stand gefetzt ist, die Bedürfnisse der Versammlungen in höherem Maße zu bestreiten , so ist eine Hauptschwierigkeit hinweggeräumt, und die Versammlungen können dann nach und nach in verschiedenen Gegenden Deutschlands abgehalten werden. Wir halten diese Punkte für so wesentlich, daß die Vorsorge zur Herbeischaffung des Bedarfs hinlänglich gerechtfertigt erscheint, und wir hegen das Vertrauen für vie gute Sache, daß cs nur einer Darlegung der obigen Verhältnisse bedarf, um unsere verehrten Contribuenten zur weiteren Förderung der Casse zu bestimmen, und auch den Beitritt vieler anderen wackeren Männer, welche den Erfolg erst abwarten wollten, zu gewinnen. Wir haben bereits in einem früheren Circulare darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, daß durch eine Central - Casse, wie sie jetzt hier besteht, das Ganze in Verbindung mit allen den Vereinen oder Privaten, welche ihre Beiträge zusenden, einheitlich besorgt werden könne. Nur durch eine solche Centralisirung