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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-02-15 · Heft 7 (15.2.1846) · page 11

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 7 (15.2.1846)
Date
1846-02-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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31 (Vr Schrift, d.n Nachweis zu fuhrt», raß die Philistäer nicht, wie man bisher geglaubt, semitischen, sondern indogermanischen Ursprungs und ihr Name sovic! olg Pelasgoi sei. Dieses seien sie schon 1) kraft ihres Namens, welcher so v.el sei, als das fancritische valaka (in der Aussprache — valascha) d. i. „weiß" die Weißen im Unterschiede von den Phöniziern, drm rochen Stamme und den schwarzen Aethiopitr. Ferner seren die Philister außer die. sen und andern auf historischen Combinationen beruhenden Grün, den Jndogermancn. 2) Wegen ihrer Mythologie, als deren Göt. ter nachgewiesen werden: der rnd.sche Mcergott Baruna soll durch pjl übersetzt sein? die Britomartis als Urania von Ascolon, der indische i^iva C— Typhon), die indische Kriegsgöttin Durgä (= Urauiau.ApolloMomas) f =Minos.) 3)Wird der Umstand geltend gemacht, daß die Phllistä'er im Gegensätze zu der übrigen Bevölkerung Kanaan's „die Unbefchnittenen" genannt werden. Doch genug davon; das ganze Werk ist der schlagendste Beleg, wie man mit der größten Gelehrsamkeit unv dem tiefsten Scharfsinn ven ge. raven Weg verfehlt, wenn man darauf ausgeht, nur Originelles zu liefern. Ein Schwindel befällt den Leier, wenn er den Verfasser auf so schwankendem Boden wandeln und dazu, ich möchte sagen, äquilibristische Kunststückchen treiben steht. 6) F. Tuch: Dissertationes geograp'hicae partic. I. de Nino urbe. Lips. 1635. Eine sehr fleißige und gelehrte Arbeit, welche — jedoch mit einem zu dem zu beweisenden einfachen Satze in keinem Verhältmß stehenden Aufwande von orientalischer und klassischer Gclehr. samkeit — darlegt, daß das alte Ninive „meridiem versus a vadis Tigridis et septemtriones versus a I#yco, urbi Mossu- Jae exadverso in orientall Tigridis ripa, gelegen habe, da schon die einzige Bibelstelle 1 M. 10. 11. richtig aufgefaßt, hin. reicht, die ohnehin schwachen Einwürfe einiger klassischen Philologen, welche das alte Ninive an den Euphrat placiren, zu beseitigen. Die Ausbeute unserer Schrift für alttestamentliche Wissenschaft beruht daher viel weniger in den Resultaten des exprofesso behandelten Themas, als >n den mehr belläufig gegebenen Erklärungen zu Stellen des Propheten Rahum. Trefflich ist namentlich die streng aus den Localitäien hergeleitete und völlig genügende Erklärung von Nahum 2,7, nach welcher unter nnrun nj/57 die beiden Thore Ninive's zu verstehen find, welche den Eingang des (mitten durch die Stadt am südlichen Fuße des jetzigen Cojundscbuk, d. i. der wahrscheinlichen alten unmittelbar bis an die westliche Stadtmauer reichenden Königsburg vorbei- und dem Tigris zufließen, den) Chosor in der östlichen Stadtmauer und dessen Ausgang dulch die westliche Stadtmauer schirmen, und zum Schutze dieser beiden Stellen des Flusses über ihnen als Vesten erbaut waren. Dies vorausgeschickt, sagt nun Tuch: ownino vero prae ceteris propheta de occidentali porta (hier unmittelbar stand die Basileia, die königliche Burg) videtur cogitasse (Diod. Sic. 2, 17.) ac propterea bestes per portas vi expugnantes, impetum in arcem regiam (^nn) kacientes depingit (p.66 sgg.) — Wenn aber Tuch aus der genauen Kenntniß der Localitäien Seitens des Propheten den Schluß zieht, daß dieser in Assyrien seine Prophetien geschrieben habe: so beruht dies auf jenem alten Borurtheil, dessen Nnhaltbarkeit längst hätte eingesehen werden sollen und bei dessen konsequenter Anwendung man eben so gut den Ezechiel seine Prophetien auf dem Libanon geschrieben haben lassen könnte, weil er Natur und Gestalt der Ceder so außerordentlich genau kennt und beschreibt. — In dieses Gebiet gehört noch: 7) G u i 1. Hupfeid; Exercitalionum Herodotearum Specimen II. sive de vetere Medorura regno. Rinteln 1843 4. Das erste spec. (de rebus Assyriorum) erschien bereits 1837, und hatte die Ausgabe, die widersprechenden Ansichten der Bibel, des Berosus. Herodot u. Klesibs in Bezug auf das alte affpr. Königsgeschlecht auszugleichen. Das vorliegende setzt die Untersuchungen weiter fort. v) Ür. (5 hr Bnrrsen. Aegyptens Stelle in der Weltgeschichte. Geschichtliche Untersuchung in S Büchern und 1 Urkundenbuch, mit 53 Zinktafeln. Hamburg 1845. Fr. Perthes, gr. 8. in 3 Theilen (88 % Bog.) Ein großartiges Werk, welches, obschon zunächst auf Aegyptologie bezüglich, gleichwohl hier deshalb genannt z» werden verdient, weil es brauchbare Winke und Correctionen, fämmtlich hergeleitet aus ägyptischen Quellen, für alttestamentliche Zeitrechnung uns Geschichte enthält. III. Alttestamentliche Religion. 1) P1 a n k: Die Genesis des Zudenthuws. Ulm 1843. Wagnersche Verlagsbuchhandlung. 8. 119 S. Nachdem Ghillany und Daumer den unglücklichen Versuch gemacht hatten, das Zudenthum überhaupt mit dem Molochthum zu identificiren und damit von einem falschen Ausgangspunkt an« hebend die historische Bedeutung der Gesammterscheinung des Iudenthums grundfalsch aufgefaßt hatten; versucht nun Herr Plank das Molochthum als die dialektischen Antecedentien des Judenthums aufzuweisen unv aus dem Begriffe dieses, jenes zu entwickeln. Das Molochthum ist ihm auf Grund des Menschenopfers die göttliche Heiligkeit als Nägativität; im Mosesthum sei die göttliche Negativität als Heiligkeit und in dieser sich nach ihrer vollen Consequenz bewußt geworden. Sie habe damit aufgehört, reine Negativität zu sein, und obgleich von dieser ausgegangen, bade sie sich sogleich in Widerspruch mit ihr gesetzt, so daß sie nicht mehr das endliche Leben überhaupt negirte sondern nur das, worin sich die Endlichkeit des natürlichen Lebens unmittelbar kund gebe, wie der Tod, Vas geschlechtliche Berhältniß und in rer geistigen Sphäre, was wiederum demselben widerspreche, d. h. das Unrecht jeder Art. — Wenn wir nun auch zugeben wollten, daß mit dem Vers, das Grundprinzip de- Iudenihums die Heiligkeit (freilich als Position!) sei, (wenn ja überhaupt wie bei einem philosophischen Systeme auch bei der Religion, die mehr in ven vielfachen praktischen Verzweigungen des Volkslebens als der Volksanschauung ihre Wurzel hat, ein Grundprinzip sich aufstellen läßt), so scheint uns doch die erste Entwikelungsphafe nicht darin zu bestehen, daß der Bmriff der Negation des Lebens überhaupt umschlage in den der Negation des Endlichen am Leben; sondern vielmehr in den der Negation des Unreinen am Leben. Dieser Irrthum bringt vielerlei Begriffsverwirrung in die Darstellung, wenn auch im Ganzen der Hr. Vers, zum ersten Male einen richtigem Weg als bisher (besonders als Hegel's gewaltsame Darstellung, die auch (S. 106) noch beurtheilt wird) zum philosophischen Begreifen des IudenthumS eingeschlagen hat. Nebenbei fehlt es auch nicht an manchen treffenden Winken zwn Verständnis der alttestamentliche» Religion, so über die Speisegesetze S. 55. Siebenzahl S. 61. ff. Paffah Iephta's Opfer S. 81. besonders über Chembim S. 89. 2) H. A. Hahn: de spe immoitalilatis sub Veteri Testamento gradatim exculta dissertat. Vratislaviae 1845. 8. Barth et socii 79 S. Der Herr Vers, will die ersten Spuren einer reinem Nnsterb« lichkeitslehre erst beim Ezechiel und Daniel um> zuletzt im Ehristenthum zeigen. Es ist ein alter Fehler zumal bei den Theologen, die diesen Gegenstand behandeln, daß sie immer nach sub« jectiven Entwicklungen der Unsterblichkeitslehre auch diese in jener Form im A. T. aufsuchen. Bei unserm Berf. kommt noch der falsche Gesichtspunkt hinzu, daß er die Erweckung der Unsterblichkeitsidee bei den Hebräern von der Entwickelung ver messiamschen Idee abhängig macht, und mit diesem Maaßstabe an die Behandlung seines Thema's geht. Sonst ist die Abhandlung mit großem Fleiße bearbeitet und liefert ein vollständiges hierhergehöriges Material.

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