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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-02-15 · Heft 7 (15.2.1846) · page 10

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 7 (15.2.1846)
Date
1846-02-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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30 Hyksosherrschaft (während der 16. DMßie) ziehen dir Josephi. den nach Aegypten, mit deren Hülfe dir unterdessen stärker gewordenen Pharaonen die Hyksos vertreiben. Joseph läßt die übrigen Stämme Nachkommen. Nach einer Reihe von Jahren werden diese Hebräer den Aegyptera lästig und müssen das Land verlassen, wie sie stchher die chnen Stammverwandten Hyksos hatten vertreiben helfen. — So weit Ewald, dem im Allgemeinen Bettbeau und Lengctte beitreten. Wenig aber genügt bei beiden letzter« die Auffassung des Mosaismus, welcher Schärfe des Ge. dankens und Consequenz abgeht. Fleißig bearbeitet Lcngerke nnd Ewald die nach mosaischen Verhältnissen, bei dem einen bis zum Tode JosuaS, dem andern bis zum Tode Davids wozu bei Ewald noch eine tief innige religiöse Auffassung und Gemüthlichkeit, die durch eine schwungvolle und feuettge Darstellung unterstützt wird, hinzukommt; während Bettheau die Geschichte weiter fortsetzt, und unter Andern das sehr interessante Resultat gewinnt: wie, da die große Handelsstraße der alten Welt vom Meere durch die Ebene Israels — u. s. f. geht, die in dieser Gegend wohnenden Hebräer durch ihren vielfachen Verkehr mit den hindurchziehenden ssemden Völkerschaften — sehr ftüh einer laxeren Richtung in der Beobachtung deS MosaiSmus verfallen, als die südlicheren Juden; so aber durch geographische Lage und politische Verhältnisse schon im Keine dasjenige Schiksal der Nation vorbereitet werde, welches äußerlich und innerlich der Mittel - und Standpunkt der ganzen Geschichte ist. — Die Schrift von Lengerke läßt übngens in der Form Manches zu wünschen übrig, sie ist mehr Repettorium eines reichen Materials, als eine kuustgemäße Durcharbeitung des Stof. feS, während übngens auch Ewald obgleich von diesen Mängeln frei, bei vielen genialen Gedanken manches Spitzfindige und Unhaltbare, besonders bei der Exegese gelegentlich erläutetten Schttststellen, herbeibringt. *) (Wettere Auszüge gestattet weder der Raum dieser Blätter noch die zusammenhängende Vortragsweise der angezeigten Schriften. Jedenfalls haben dieselben den Weg zu einer hebräischen Geschichte bedeutend angebahnt. 4)Movers (Prof, vr.) Zur ältesten Geschichte Palästinas. Zn Braun und Achterfeld's Zeitschrift für Philosophie u. kath. Theologie. L Art. Ueber die Herkunft der Phönizier. Zahrg. 1844. Heft 2. (S. 1 — 32). 2. Art. Ueber die Bedeutung des Namens Canaan. 3. Heft. (S. 21—43) 3. Art.: Die alten Canaaniter. 1845, I.Heft. (©.55—88). Drei für die hier in Frage kommenden historischen Verhältnisse Epoche machende Aussätze. Der erste weiset aus biblischen und klassischen Bettchten nach, daß die Phönizier nach eigner Anficht Autochthonen seien (S. 3.) u. daß so alt die uns bekannte Gestaltung der phönizischen Mythologie ist, eben so alt das ihr zu Grunde liegende Volksbewußtsein sei, daß die Phönizier von jeher an den Küsten deS MittelmeerS gewohnt haben; jedoch mit der Einschränkung, daß die Phönizier nicht auf der Erde überhaupt zuerst an Palästina's Küsten erscheinen, sondern daß fie viel, mehr, nachdem sie uranfänglich eben da gewohnt haben, wo ihre Stammverwandten und wo überhaupt die Wiege der Menschheit zu suchen ist; also mit der Restriktion, daß die Phönizier die er. sten Bewohner Canaans im engern Sinne, d. b. des Küstenlandes Palästina's gewesen seien, wobei freilich die Frage nach ihrem Urstammlande nach wie vor zu beantworten bleibt. — Wichtiger ist uns der 2. Aussatz, der die Bedeutung des Namens Canaan behandelt. Erstens-der eigentliche Landesname war Canaan *) So z. B. (Bd. 1. S. 30) soll das schwierige nfffJ (2 Sam. 1, 18) tsffp, aramäisch „genau, recht" bedeuten, also: „er ließ es fie recht genau lehren." Bd. II. S. 180 schlägt er die Lesart (Num. 16, 1.) nach vs. 3. 16, 19. 17, 7. 20, 2. für vor. von r. i. djeNiederung, und habe zuerst nichts weiter bedeutet als, den ganzen Küstenstrich von Sidon bis Gaza, also die im Verhältnisse zum höhern Binnenlande niedrige Ebeue an der Küste deS Mtttelmeers. (S. 23.)Sodann zweitens habe fich der Begriff des Namens dahin erweitert, daß der Landstrich nördUch von der argivischen Stadt Pofidonium. südlich bis an dre Philistmsche Pentapolis und östlich bis an das Binnenland, Canaan genannt worden sei. Drittens wurde später der Begriff des Namens so ausgedehnt, daß auch das ganze cisjordanische Land bis an das Hochland Gilead im Gegensatz zu letzterem darunter verstanden werde. Als Uebertragung habe man esBiertens zu betrachten unv zwar als Uebertragung von der glcichattigen Physignornie der Gegend, daß auch das tiefe Jordanthal eben so benannt wurde. — Der Berf. bemerkt noch zu Anfänge seiner Abhandlung, der Namen Plioinix, Phoinike, mit dem die Griechen und nach ihnen die Römer den Küstenstrich Palästinas unv dessen Bewohner benennen, sei so entstanden, daß so wie die Griechen die nur halbbekleideten Aethiopier und Aegypter als Menschen von dunkler Farbe milden Namen Aigyptoi, Acthiope« benannten, so haben fie die Phönizier wegen ihrell hellfarbigen, in's besondere Hellrothen Gewändern Plioinikes d. i. die Rothen bezeichnet. *) Der dritte Aufsatz zeigt in Entgegnung gegen die gewöhnliche und auch von obigen drei Schriftstellern ausgesprochene Meinung, aus Bibelstellen die wahre Sachlage: daß nämlich die Canaaniter kein ursprünglich eng verbundener und gleichzeitig eingewanverter Stamm» sondern daß Palästina vielmehr durch verschieden» von verschiedenen Seiten her eingewanderte Volksstämme succes. five besetzt worden fei. Es lassen sich aber zwei Epochen dieser Besetzung unterscheiden, zu den Zeiten der Patriarchen und denen das Mose. Um die Zett der Erzväter finden wir zwei Bölkerschaften in Kanaan die ältere die der Canaaniter und die später hinzugekommene der Pherefiter, die erstere zerfallend im H e t i t e r unv Cheviter. Unter diesen dreien waren die Hetiten das wahrscheinlich zuerst in Palästina ansässige und es allein beherrschende, jedenfalls wichtigste Bölk, welches auch die gegenüberliegende Insel Cypern durch Colonien bevölkerte; denn wenn zwar die Hetiten in Palästina bloß Q>j-in heißen, so werden doch die Bewohner der Insel Cypern bald B'nn bald Q>ro genannt. So besonders ist an den Stellen Nicht. 1, 26. 1 Ko. 10, 28 u. 2 Kö. 7, 6 eben die Insel Cypern unter Qinn crro zu verstehen , ganz so wie fie auf phönizischen Inschriften bezeichnet wird. Eine höchst ingeniöse Bemerkung, deren Nichtigkeit durch weiter entwickelte Gründe des Berf. unbezweifelt werden muß. (S.80 ffz.) — Mitten unter den palästinensischen Hetiiern waren nun an emzelnen Punften die Hevitrr und Pherefiter anfäßig. — In jel ner zweiten Epoche nicht lange vor Moses kommt eine zweit« Völkerschaft die Am vniter und verbreitet fich über daS trans- und cisjordanische Land, so daß zur Zeit Mose, nur sie als der mächtigste Stamm der Canaaniter erscheinen. Nach Jos. 10, I ff. find die Jebusiter eine Tribns der Amoniter, die Girgofiter ein wahrscheinlich aus Osten gekommener, unter den Amonitern wohnender unbedeutender Stamm. — Dies Alles ist eine so quellenwie naturgemäße Auffassung jener uralten Bölkerverhältniffe Palästina's, mit welcher unstreitig die erste probehaltig historische Anschauung der hierher gehörigen Zeiten beginnt. Wir haben nur ein sehr dürftiges Gerippe der gediegenen Arbeit liefern können, doch ist es vielleicht hinreichend jeden Bibelforscher zur eigenen Lectüre anzuregen. _ 5) A. Hitzig: Urgeschichte und Mythologie der Philistäer. Leipzig 1845. Weidmann'sche Buchhand- 8. VIII u. 310 S. Der gelehrte und ge.streiche Hr. Verfasser bemüht fich in dir- *) Hitzig in dem sogleich anzuzeigenden Buche: Urgeschichte der Philistäer S. 45. leitet den Namen von der rothen Hautfarbe der Phönizier im Gegensatz zu den weißen Pelasgern ab. Ähnlich: Maier in s. neuesten hebr. Wurzelwörterbuche.

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