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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-02-08 · Heft 6 (8.2.1846) · page 11

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 6 (8.2.1846)
Date
1846-02-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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»7 Herleitung grundfalsch" ist. DaS ist des Rec. gerechtes Maaß!— Nicht minder drollig ist eine andere Ausstellung in dieser Nummer. In den Römerkriegen, heißt es nämlich, habe man verboten, die Söhne fl'Jl' unterrichten zu lassen. Wer nicht blind sein will, sieht, daß hier griech. Sprache und griech. Schriften gemeint sind; daß das Verbot nicht alsbald ganz durchgedrungen, daß man die Sprache des herrschenden Volkes nicht mit einem Male abschaffen konnte, ist einem Jedem klar, aber das Verbot bleibt darum in seiner Kraft und wirkt allmälig. Ganz dasselbe sagt Zunz (zur Gesch. u. Lit. I. S. 4 f.) Daß die Griechen nicht immer richtige Kenntniß von den alten jüdischen Schriften hatten, daran war „von Seiten der Juden die Abneigung Schuld, die bereits seit den hasmonäifchen Kriegen gegen alles heidnische im Zunehmen, und durch die Bedrückungen der Römer zu entschiedenem Haffe gestiegen war. Stärker als Heidenthum und Rom hatten die Fortschritte der christlichen Lehre, die aus Jerusalem hervorgegangen, dem Judenthume sein Dasein streitig machte, gerade well ihre ersten Vertreter hellenisch redende Juden waren, eine Kluft zwischen griechische und hebräische Weishell gebildet; die Juden zogen sich hinter das Palladium der heiligen Sprache zurück." Also ganz meinen Worten entsprechend, mit den Syrerkriegen begann die Abneigung, mit dem Ehristenthume steigerte sie sich, und daher wird auch das Verbot in zwei verschiedene Zeiten gesetzt. Freilich wenn ich so gelehrt wq^ wie der Rec., so würde ich glauben, diese griechischen Syrer hätten syrisch gesprochen und die Juden hätten deshalb aramäisch zu spre-T chen aufgehört und hebräisch zu sprechen begonnen; jedoch Zunz wird es mit mir gewiß nicht bedauern, den Unterricht des Rec. nicht genossen zu haben und in dem Jrrthume zu leben, in diesen griechischen, syrischen und ägyptischen Reichen sei auch die griechische Sprache herrschend gewesen. Die Baraitha. welche dieses Verbot nun wirklich aus jener früher» Zell her datirt, will dieses an ein bestimmtes Factum knüpfen, und man muß gestehen, sie thut es, ungeschickt genug, an den Streit zwischen Hyrkan und Aristobul, wo die Belagerten von den Belagerern Thiere zu Opfern um schweres Geld erkaufen wollen — eine Thatsache, welche allerdings auch Josephus bezeugt —; aber nun kommt der Zusatz. Während Josephus (Ant, XIV. 2, 2) bloS sagt, die Belagerer hätten die Zusage gegeben sie jedoch dann nicht gehalten, läßt die Baraüha (Sotah z. St., Baba kama 82 d und Menachoth 64 b) den Kauf und Verkauf eine Zeit lang richtig vor sich gehen, bis dann ein Alter, der griechische Weisheü verstand, nach dieser zuflüsterte," eine Eroberung sei so lange nicht möglich, als Opfer dargebracht würden, da habe man rin Schwein hinaufgezogen, das an die Mitte der Mauer angelangt, seine Krallen in dieselbe eingeklammert, worauf Palästina 400 Ellen weit erbebt sei, da sei nun das Verbot gegen Schweinezucht und Unterricht in der griechischen Weisheit ausgesprochen worden. Man sieht hier die sagenhafte Entstellung und eine ungeschickte Anknüpfung von bekannten Verboten und bekannten Thatsachen. während diese Verbote blos ungefähr um diese Zeit zuerst ergingen. Sowohl das Verbot gegen die Schweinezucht als gegen das Griechische find offenbar früher und durch die Syrerkriege entstanden, während die Bar. zwei Dinge zusammeustellt, die nicht zusammengehören. Diese Berichtigung der Bar. lag nicht in meinem Zwecke, wie ich selbst eine umständliche Anführung derselben unterließ und habe ich blos das richtige Resultat angegeben. Also die Belehrung, daß Hyrkan und Aristobul nach den Syrerkriegen waren, hätte sich der Rec. ersparen können; die Beziehung bleibt auf eben diese Kriege. Daß nun griechische Sprache und griechische Wissenschaft zusammenfallen, daran kann nur ein Mensch ohne Sprachkennimffe zweifeln; wenn die Gemara sie dennoch unterscheidet, so versteht sie unter dieser aber nicht Wissenschaft, sondern geheimnißvolle Formeln, mit denen -man sich andern verständlich macht unv die spätem Rabbinen, welche das fPJl’ umveuten, wollten gerade die griechische Wissenschaft, die Philosophie, welche sie eifrig trieben, in Schutz nehmen, nicht aber die griech. Sprache, die sie nicht verstanden und nicht erlernten. Was der Rec. hier vorbringt, ist so albernes Gewäsche, daß man darauf einzugehen ermüdet. »Der Inhalt der Nrn. 23 bis 31. fährt der Rec. fort, ist der Ort, daß keine Lorbeeren dabei zu pflücken find, und sie mögen auch ohne Bemerkung hingehen." Wir kennen nur ein Motiv dieser Recenfion; es ist nicht, um Rechenschaft über die Fortschritte der Wissenschaft zu geben, nicht um die Wissenschaft selbst nach Kräften zu fördern, sondern um forderen zu pflücken", um durch Skandal und anmaßendes Gepolter sich den Ruf als Gelehrter zu erwerben. Diese dii minorum, ja minimarum gentium haben schon seit längerer Zeit die Taktik, sich an mir zu reiben und glauben, damit sich einen Ruf zu machen; ich habe dieses Treiben bisher verachtet und mit Stillschweigen übergangen, diese dünkelvolle Unwissenheit, diese klatschsüchtige Lust an Berdächtigungm, dieser plebejische Ton hatten mich angewidert. und ich hielt es unter meiner Würde darauf einzugehen. Allein die Männlein Lallen sich zu einer Partei zusammen, sie haben sich ein Haupt gewählt, einen Mann, der gerne ein BttO sein will, und da ist eS Zeit, ihnen nicht mehr durch Stillschweigen seine Verachtung zu beweisen, sondern sie durch Reden der Verachtung Preis zu geben. „Lorbeeren zu pflücken"! O, da wo er bisher durch sein trügerisches Blendwerk imponirt zu haben glaubt, bei Narren unv Unwissenden, da hätte der Rec. auch durch Faseleien über die neuen Nummern, welche 22 Seiten, also mebr als den fünften Theil der Chrestomathie, einnehmen, neue „Lorbeeren pflücken" können. Diese Nummern enthalten-übrigens nicht etwa Unwichtiges, sie erörtern gerade die wichtigsten Punkte. Nr. 24 entwickelt die Begriffe der M. über die „kommende Welt" im Zusammen, hange mit Aufersteh ing, künftigem Gerichte unv Messias, die Erklärung ves Ausdruckes mnn ]0, die Ansicht über die Aussprache des Tetragrammaton, ob Nichtjuden Antheil an der „kommenden Welt" haben, Nr. 26 über WDO .TO^rD^I, die Bedeutung unv den Beruf des Elias, Nr. 27 über Gamaliel's II. Charakter, Nr. 29 über Gimatria und Notarikon, Nr. 30 über „Schamir", (Dämonen), abgesehen von untergeordneten Bemerkungen und eigenthümlichen Erklärungen, welche fast jede dieser Stellen darbietet. Und dies Alles war dem Rec. »u dürftig, um sein kritisches Skalpier daran zu legen? Doch wenn dem Rec. auch seine kritische Säge stumpf geworden, und er über Erläuterung und Entwicklung nichts zu sagen weiß: so bemakelt er die Auswahl; ich hätte nämlich

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