Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1846)
- Date
- 1846-02-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Literatur-Matt zum Israeliten des 19. Jahrhunderts. Enthaltend: Abhandlungen, Aufsätze, Recensionen, literarische Aphorismen rc. rc. für die gesammte höhere Wissenschaft des Judenthums, und unter Mitwirkung von Geiger, Holdheim, S. Hirsch, Jost, Rießer, Herzfeld, Wechsler, Maier, Rebenstein, Stern, Dukes, Adler und vieler anderer Gelehrten redtgirt und herausgegeben von vr. M. Heß, Großherzogl. Weimarschem Land-Rabbinen in Eisenach. Skr. 6, Sonntag den 8. Februar 1840. I. Jahrgang. Theologische Bibliographie von vr. M. A. Levy in Breslau. l. Einleitungen in die Bibel. 1) I. M. Scholz: Einleitungen in die heil. Schriften des alten und neuen Testamens. Köln 1845. voi88er66. I. Theil. XXll. u. 783 S. U. Th. XVI. und 672 S. gr. 8. 2) Dan. Haneberg (Prof, vr.): Einleitung in's A. T. für angehende Candidaten der Theologie. Regensburg 1845. Mauz. 23 Bg. 8. Unter uns hat das Studium der biblischen Kritik und Eregese bis jetzt geringe Pflege gefunden, da die Männer der Wis. senschaft, die dies Feld bearbeiten könnten, noch zu sehr den praktischen Reformfragen sich widmen od. von äußerlichen Rücksichten geleitet, die Ergebnisse ihrer Forschungen zurück halten müssen. In andern Confeffionen gestattet sich dies anders. Da könnm unabhängige Gelehrte, die meistens außer aller Verbindung mit den Gemeinden stehen, diesem Fache, lediglich im Interesse ver Wissenschaft, sich hingeben, u. ihrer Stellung ungefährdet die Er. Zeugnisse ihres Geistes offen darlegen. Daher auch in der evangeli. schen Kirche'» als der weniger von außenher bevormundeten, sich dies Studiust, der kritischen Eregese zu schönerer Blüthe entwickeln konnte als in der katholischen. Jevoch'wie wir in der evangelischen Kirche eine universellere u. freisinngere Anschauung der biblischen Urkunden nicht Platz grei. fen sehen, ohne daß sich die entgegenkämpfenve Orthodoxie desto fester in sich zufammenschließt r so begegnen wir derselben Erscheinung innerhalb der katholischen Kirche, wie auf kirchlichen so auf rein wiffenschaflichem Gebiete., nur daß in letzterer Beziehung, die Gegensätze eine weniger ausgeprägte Form an sich tragen. — Die beiden oben angtzeigten Schriften haben zwei katholische Theologen zu ihren Verfassern. Der weniger strengen Richtung, welche die Lehrbücher Jahns u. Herbst's, (so weit der letztere u. nicht fein Herausgeber Welte spricht) verfolgen, tritt hier diejenige gegenüber, welche auch in dem Kampfe auf rein kirchlichem Gebiete das Banner des Stillstandes, wo nicht der retrograden Bewegung über ihrem Haupte schwingt. Der Geist des principiell-wis. senschaftlichen Stillstandes spricht aus der ersten, ver des Rück, schrittrs aus der zweiten Schrift *) Hi.rmit ist zugleich das Maaß der Leistungen angegeben» welche sich die Wissenschaft von beiden in realer Beziehung zu ver. sprechen hat. Im Allgemeinen ist in der That der Wissenschaft kein Gewinn aus ihnen erwachsen. Im Besondern zeichnet sich die erstere durch Zusammentragung eines äußerst reichen Materials aus, (manches Reue ist auch im 2. Theile über die BB. Judith u. Tobias vorgetragen) eme Eigenschaft, welche dieselbe namentlich für weniger in dieser Lüeratur Bewanderte brauchbar macht; di« andere giebt einige gute Bemerkungen über die alten Ueberfetzun» gen. Beide stimmen indessen darin überein, durchaus nichts von den Forschungen, die von Setten jüdischer Gelehrten in neuerer Zeit gemacht worden find, benutzt zu habe». I» formeller Beziehung sind beide Bücher als verfehlt zu betrachten. Die erste weiß nichts von dem dmch Reuß fär 'S R. T., durch Hupfeld für's A. T. in Anspruch genommenen u. in der That allein wissenschaftlichem Prinzipe der historischen Behandlung dieser DiSeiplin. Hier liegt das Material noch unverbunden u. nach beliebiger Auswahl nebeneinander. Die zweite befolgt eine neue aber in sich in jeder Beziehung unhaltbare Methode. Sie giebt sich den Anschein, eine innere literarhistorische Entwicklung der alttestamentlichen Geisteswerke zu fein u. ist doch nichts weiter als eine craßorthovore Erzählung der alttest. Geschichte, welche nach Inhaltsangabe der einzelnen bibl. Bücher je immer diejenige Zett demselben anweißt» die ihm die jüv.. od. kirchliche Traditio» zuschreibt. Hiermtt priocipiell - zusammenhangslos folgen sodann — gleichsam als kurzer Anhang — die Abschnitte über Entstehung der Punktation, Handschriften, Ausgaben, Uebersetzungen des A. T. *) Haneberg läßt z. B. (S. 191.) das Buch Hiob aus dem Eromttischen „ hebräisch bearbeitet" sein.