Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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33 Lehren vorgctragcn wurden. Der Ree. meint, die Behauptung der B. G. habe ihren guten Grund, daJadajim 4, 1—4 mehr Mischnah's mit Ql’2 >2 beginnen , was sich auf eine frühere Mischnah bezieht, in welcher Ben 'Asai eine Mittheilung macht über einen Ausspruch, der am Tage der Einsetzung des El'asar B. 'Asariah ftstgcstellt worden; da nun dortO1'2 12 diesen bestimmten Tag bezeichne, müsse cs auch hier sich auf denselben Tag beziehen. Es ist schade, daß die G. den Ausspruch gcthan: 1212 rÖ2p 2VN mtp .“litt p DIN , wir würden sonst sicherlich von dem Nee. die herrlichsten Geserah scbawah's erhalten, wie wir hier ein schüchternes Eremplar davon sehen. Geschichtsforscher mögen sich übrigens die Regel merken für die genaue Bestimmung von Zeitangaben. Wenn nämlich an verschiedenen Stellen eines Werkes vorkommt: „an demselben Tage", so ist dies immer einer und derselbe Tag, mag sonst vorausgehen, was da wolle. Wir haben auch für die Mischnah ein hübsches Resultat aus dieser Regel genommen, das wir dem Leser nicht vorcnthalten wollen. Schabbath 1, 4 wird nämlich von Halacha's gesprochen, die in der Zelle desChonaniah B. Chiskiah B. Garon zwischen den Schulen Schammai's und Hillel's streitig waren und durch Abstimmung erledigt wurden, wozu die M. bemerkt: M'2 12 litt O'121 N"'1, 18 Dinge bestimmten sie an demselben Tage. Wir wissen nun, daß die Schulen Schammai's und Hillel's gleichfalls an demselben Tage, als El'asar B. Asariah eingesetzt wurde, diese Entscheidungen getroffen haben; sind nun auch diese Schulen ein ganzes Menschenalter vor El'asar gewesen, das thut Nichts, es steht nun einmal 01'2 12 ♦ Dieser Tag war überhaupt ein vielbeschäftigter, denn man bedenke, auch der ganze Tractat Edujoth, jener Tractat, welcher die verschiedenartigsten und schwierigsten Materien behandelt, wie kein anderer, wurde an jenem Tage nach der Relation der B. G. vollständig erledigt. Wenn ich cs übrigens bekennen darf — ich thue cs freilich schüchtern, da ich einen derben Verweis des Ree. zu gewärtigen habe—, so ist mir die Zeitbestimmung selbst im Jadajim noch nicht ganz sicher. Dort nämlich sagt bei einem Streite (3, 5) B. Asai, er habe eine Tradition von den 72 an dem Tage, an welchem sie El'asar eingesetzt über diesen Gegenstand; 4, 1 ff. beginnen dann Mischnah's mit E1'2 12, und ks ist zweifelhaft, ob hier der Tag gemeint ist, an welchem B. 'Asai seine Mittheilung gemacht, oder der, an welchem er dieselbe vernommen, in M. 2 wiederholt sich die gleichlautende Mittheilung B. 'Asai's bei einem andern Gegenstände, und zwar etwas abweichend von dem, was D1'2 12 bestimmt worden sein soll, cs ist also offenbar hier der Tag vor der Mittheilung B. Asai's gemeint, nicht der, an welchem er sie vernommen, also nicht tcr der Einsetzung El'asars. Doch lassen wir Dies hier, genug für unsere Stelle, in Soteh beweist sie gar Nichts. Allein, meint der Ree., „der Verfasser macht cs sich bequem mit der Erklärung, cs fei an demselben Tage vorgetragen worden mit den früheren Lehren; aber an welchem Tage jene (will sagen: diese) beivrochen wurden, ist noch keineswegs erklärt, indem auch sie sich auf eine bekannte Thatsache beziehen". Man rühmt von Raschi, daß er immer genau bei seinen Erklärungen den Punkt getroffen habe, wo der Anfänger irren konnte; es scheint, als gebe mir diese Fähigkeit ab. Der Reehat eine etwas schwere Fassungskraft, und so will ich eS ihm deutlicher erklären. Sotah 5, 1 wird eine Lehre von 'Akiba vorgetragen, welcher Iosua beistimmt unv eine Stütze hinzufügt; an demselben Tage, an welchem 'Akiba unv Iosua diesen Gegenstand verhandelten besprachen sie die in den folgenden Mischnahs (2—5) genannten und mit 2i'2 12 eingeleitctcn Lehren. Was faselt nun da der Ree. von einer „bekannten Thatsache"? Der Ree. scheint aber roch die Schwäche seines Verfahrens zu fühlen und macht eine Diversion, die ihm aus der Noth helfen soll. Zch wolle, meint der Ree., überhaupt die hist. Glaubwürdigkeit des Talmuds in Zweifel ziehen unv äußerte eine kindische Skepsis gegen wohlbegründete talm. Angaben. Man höre mein Verbrechen! Bei der Erwähnung des Hille! sage ich S. 66 und 67: „welcher aus Babylon nach Palästina eingewandert sein soll"; man bedenke, soll! Ist das nicht furchtbar, ist das nicht eine klare Andeutung, daß ich an allem Göttlichen zweifle? Das dieses arme unschuldige „soll" mich so um meinen guten Ruf bringen werde, ras bätte ich wahrlich nicht gedacht. Uebrigens heißt ries „soll" weiter Nichts, als: von dem uns berichtet wird, daß er aus Babylonien nach Palästina eingewandert sei, unv ein begründeter Zweifel gegen diese Nachricht ist mir nie eingefallen. Der Nee. kommt hier auf sein Lieblingsthema, über das ich ihm zu anderer Zeit noch ausführlicher Rede stehen werde, nämlich daß ras Hebräische zur Zeit des zweiten Tempels noch Volkssprache gewesen, und wenn sich in der M. einige Sprüche von Hillel in aramäischer Sprache finden, so habe eben seine babylonische Abkunft daran Schuld. Ich will hier blos kur; ausser dem bereits in Z. 1 meines Lehrbuchs Gesagten noch bemerken, daß die alten ursprünglichen Stücke der Megillath Tha'anith, welche hoch über die M. hinaufreichen (vrgl. Th'an. 2, 8) in aram. Sprache abgefaßt sind, und verweise auf Zun;' neuestes Werk: zur Geschichte und LiteraturS.4: dieVolkssprache, ras Aramäische re. seroch darüber, wie gesagt, zur Zeit ausführlicher. Von Nr. 21, sagt der Ree., sie „entdalte manche Lacher-