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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-02-01 · Heft 5 (1.2.1846) · page 13

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 5 (1.2.1846)
Date
1846-02-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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SL in dieser, für die die Zeiten von Jernsalem's Bestehn gar nicht mehr gegenwärtig waren, da bedarf es gar keiner Beweise, daß man unter "i'y nicht Jerusalem, sondern Rom versteh!, und der Ree. konnte sich dafür der Mühe ganz überheben, die Nachweisungen „gelehrter und bescheidener Freunde" auszubeuten, man kann ihm dafür noch mit wahren Beweisen dienen, aber die Mischnah, die Mischnah! Der Ausdruck „Talmud" ist recht schlau gewählt, darunter denkt man sich ebenso gut Mischnah wie Gemara. man kompromittirt sich nicht, wenn man aus dieser Beweise beibringt, und der flüchtige Leser meint dennoch, man habe es für jene bewiesen. Diese feine Taktik macht dem Talente des Recens. alle Ehre, er verdient dafür in den Briefen über den Jefuitismus, welche Jmonuel (zu deutsch: der Gottseibeiuns) in dem „Zionswächter" schreibt, als Muster der Geradheit aufgestellt zu werden. Die ganze Gelehrsamkeit, mit welcher der Rec. nun weiter nachweist, daß in Nr. 14 unter TJ/ Jerusalem nicht gemeint sei, nicht gemeint sein könne, ist nun leider überflüssig geworden, da ich, wie bereits oben bemerkt, von dieser Nummer gar nicht spreche, sondern von Nr. 16 und das Nr. 14 ein bloßer Druckfehler ist. Diese überflüssige Digression hat blos den einen Vortheil, daß sie uns wieder einen Blick in die gediegenen Sprachkenntnisie des Rec. tbun läßt. Zwei Male nämlich hinter einander (S. 726 Ende und S. 727 Anfang) spricht derselbe von „einer roim", er glaubt also, das Wort heiße rQim; allein schon aus der Bibel hätte er lernen können, daß das Wort 2irn heißt, in rDim l’y bw aber ist das Suff, vor bw zur Umschreibung des st. eoustr., was der Rec. aus meinem Lehrbuch tz. 21, 2 S.50. wo gerade dieses Beispiel angeführt ist, hätte lernen können' lautete das Wort roim, so hätte es hier heißen müssen: .irü'm 'V bw. So ist freilich der Druckfehler, welcher dem Rec. Anfangs so freundlich gelächekk, ihm doch zum Fallstricke geworden, durch den seine Blöße wieder neuerdings aufgedeckt wird. — Allein ich begehe, nach dem Rec., denselben Fehler,' von dem bis jetzt keine Spur vorhanden ist — noch einmal, und zwar an einer Stelle, wo mich einiges Nachdenken leicht hätte davon abbringen können, nämlich bei Nr. 22. Man denkt, ich hatte im Com. zu dieser Stelle das dort vorkommende Tyn ausdrücklich auf Jerusalem bezogen, während es unmöglich sei, so zu erklären; man schlägt nun nach, aber — findet im Com. nicht eine Sylbe davon, im Gegentheile heißt es da (S. 40): „endlich aber ward auch der Umzug der jungen Frau durch die Stadt untersagt, doch später wieder gestattet", also durch die Stadt allgemein, ohne daß im Geringsten auf die engere Bedeutung Jerusalem hmgewiesen wird. WaS der Rec. hier mit solcher Amplifikation bespricht, das ist, daß im Glossar u. d. W. auch 22 angeführt wird, aber in Klammern, also mit ausdrücklicher Hervorhebung, daß die Bedeutung in dieser Stelle zweifelhaft sei, und ich überlasse es daher einem Jeden, sie ganz ohne Weiteres dort nicht anznnehmen. In der nun hier fälschlich in Debatte gezogenen Nr. 14 hat der Rec. jedoch noch Eines auszusetzen. Ich sage nämlich das.: „außerdem behauptet die b. G., von den 13 Fasttagen, welche bei solcher Dürre angeordnct werden, nur die letzten 7 in solcher Weise begangen werden, während die 6 ersten bloS stille Fasten seien", und dieser Behauptung stimme ich weder bei, noch fechte ich sie an. ich referire ganz einfach. „Allein, sagt der Rec., was der Verf. der Gem. in den Mund legt, daS sagt deutlich eine Varaitha, und der Verf. wird wohl nicht in Abrede stellen, daß die Baraitha's integrirende Thcile der Mischnah bilden und wohl schwerlich den Sinn der M. corrumpiren." Man sollte es kaum glauben, wie der Rec. überall sucht und — dennoch Nichts findet. Gerade ich bin es, der überall das geschichtliche Moment strenge festhält, und in meinen Anmerkungen ist überall sehr sorgfältig angegeben, was die Toßastha oder eine andere Baraitha sagt, uns was erst eigne Erklärung der Gem. ist, während man ftüher fast blos das allgemeine *0212 kennt, nicht „weil die Baraitha's integrirende Theile der Mischnah bilden und wohl schwerlich den Sinn der M. corrumpiren", sondern weil ich in allen den einzelnen Werken auch einzelne Abschnitte in der talm. Entwicklung erblicke. Was der Rec. sagt, ist wieder sinnlose tönende Phrase. „Die Baraitha's bilden integrirende Thcile der Mischnah." Was hat dies für einen Sinn? Die Baraitha's enthalten Schultraditionen, die bald ausführlicher sind als die M., bald mit ihr im Widerspruche stehn, und sie sind nach dem Abschlüsse der M. gesammelt; nach einer nüchternen Auffassung geschichtlicher Verhältnisse haben die späteren Diskussionen, die sich an die M. knüpfen, auf den Inhalt der Baraitha's einen nicht unbedeutenden Einfluß, und es verschlingen sich in diesen die älteren traditionellen Elemente mit den jüngern, und schon die Gem., die sich an die M. für gebunden hält, behandelt die Bar., wenn sie ihr auch, wie nothwendig, Aufmerksamkeit schenkt, doch mit weit leichterer Manier und verhält sich gegen sie ganz frei, was soll also der Unsinn: „sie bilden integrirende Theile der M."? Nicht minder drollig lautet nun der darauf begründete Schluß, daß sie doch schwerlich den Sinn der M. corrumpiren. Man ist wirklich zweifelhaft, was denn eigentlich die Fever des Rec. führt, ob Dummheit, die Alles verworren sieht und keinen klaren Begriff fassen kann, ob Bosheit, die verwirren will; so bunt lauft es bei ihm durcheinander. Die Bar. hat, wie gesagt, bald ganz neue Dinge^ bald der M. geradezu Widersprechendes, legt zuweilen gar denselben Personen, welche die M. amührt, ganz entgegenstehende Ansichten und

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