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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-02-01 · Heft 5 (1.2.1846) · page 12

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 5 (1.2.1846)
Date
1846-02-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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sie sucht die Schwierigkeit vielmehr damit zu heben, daß das dreimalige Blasen auf rer zehnten Stufe und das andere beim Altäre gelegentlich des Umzuges mit der Weide streitig sei, von Einigen jenes, aber nicht dieses, von Andern dieses, aber nicht jenes angenommen werde, als nun die einzelnen Ceremonien auseinandergesetzt worden, da habe die M. beides ausgenommen, als aber die Aufzahlung erfolgt sei, da habe sie sich für die Aufnahme des Blasens beim Altar und für den Wegfall dessen auf der zehnten Stufe entschieden. Es ließe sich hier eine andere Lösung denken; das erste Mal geschah nämlich das Blasen bei der Fackelfeier mit dem Anbruche des Tages, zu dieser Zeit aber wurde tagtäglich geblasen, nur daß cs in der Woche des Hüttenfestcs unter besonders feierlichen Umständen geschah, aber ein anderes Blasen war es nicht, als das alltägliche, kann daher nicht weiter als ein neues mitaufgezählt werden, hingegen ist das Blasen auf der zehnten Stufe, wo man sich noch nahe am oberen Thore befand, gerade unter zu verstehen, und daher eine Verschiedenbeit der Ansicht in der M. nicht vorhanden. Sehen wir jedoch jetzt davon ab, so ergiebt sich jedenfalls, daß die G. durchaus nicht daran denkt, die Fackelfeier in Verbindung mit dem Wasscrfüllen zu bringen, daß der Ree. aber eine Mischnah selbst fabricirt hat. Die Mischnah's des Ree. verspreche ich allerdings nicht selbstständig commentiren zu wollen, ich werde sie gar nicht commentiren, aber eine Katze werde ich nach wie vor eine Katze nennen.... Wir haben hier aber ein herrliches Beispiel vom Conservatismus. Die Gem. weiß Nichts von dem zu Conservirenden, Maimonives weiß Nichts davon, weder in seinem Com. noch in seinem Mischnah Thorah (am Ende von >“D1D1 “DIP, c. 8 §. 12) kennt er die geringste Beziehung der Fackelfeier zum Wafferfüllen, erklärt jene vielmehr ausdrücklich als besondere Freudenbezeugung ...«-mv nnep er mpcu nmn mmon jro) ('di pPiy rn TSP3i; einzig und allein Raschi, dem dann Spätere folgen, hat in flüchtigem Mißverständnisse diese Aeußerung gcthan, und das vulgäre „Schiersager" und „Perek - Mischnajes- Lerner" - Bewußtsein hat dies ausgenommen, der vorgebliche Conservatismus tritt für dieses Bewußtsein in die Schranken. ficht blind um sich her, bringt sich aber elendiglich die tiefsten Wunden bei. Ehe wir zum folgenden Angriffe gehn, müssen wir noch erst kurz erwähnen, was der Ree. übergeht. Zn derselben Nummer ist nämlich eine Abweichung in der Erkärung t>VU PpP DP pjpPQl, die verschwiegen wird; Nr. 12 und 13, meint er, „bieten nichts Erhebliches, das Lob oder Rüge verdiente." Allein in Nr. 12 ist die geschichtliche Entstehung des doppelten Jahresanfanges mit Nissan und Tischri erläutert und die Verlegenheit, in welche diese Thatsache die M. unv noch mehr die G. versetzt, nachgewiesen und zu welchen Annahmen sie dadurch verleitet wurden. In Nr. 13 ist auf die Art hingewiesen, mit welcher die Haggadah die Berichte über Wunder zu religiösen Betrachtungen spmbolisirt, wobei die wunderbare Thatsache eigentlich ganz verwischt wird, ein rationalisirenves Verfahren, das der Ree. von der M. abwenden müßte. Der Ree. „macht bei Nr. 14 wie er früher schon einmal „Posto gefaßt hatte." In dem Commentare findet er Nichts zu erinnern, er flüchtet zum Glossar, und da findet fich unter my Etwas, was er brauchen zu können denkt. Lesen wir diesen kleinen Artikel, er lautet: „my, Stadt, schlechtweg für Jerusalem wie asty und urbs. Nr. 14 (22)." Es versteht fich von selbst, daß für die bibl. Bed. „Stadt" kein Beleg nöthig war, und daß eS in diesem allgemeinen Sinne unzählige Male vorkommt, daß hier blos das Neue gesagt werden sollte, daß my auch zuweilen schlechtweg für Jerusalem gebraucht werde, sowie Athen bei den Griechen schlechtweg asty und Rom von den Römern schlechtweg urds genannt werde. Was fich nicht von selbst versteht und ein herrlicher Zufall für den Ree. ist, indem er dadurch zwei Columnen zu füllen so glücklich ist, ist der Umstand, daß in der Stellenangabe ein Druckfehler sich eingeschlichen; es muß nämlich 16 statt 14 heißen. In Nr. 16 — welche der Ree. übrigens auch bereits in diesem Stücke mit kritischem Blicke gemustert und die ihm daher hätte hier vorschweben müssen — wird unter den traurigen Ereignissen des 17. Thammus erwähnt: myn nypDim, die Stadt ward eingenommen, und unter denen des 9.Ab, nachdem es heißt, Bethar sei erobert worden, myn PPPrp, die Stadt wurde überackert, also indem früher von einer andern Stadt die Neve ist, wird dennoch unter dem unmittelbar darauf folgenden Typ schlechtweg Jerusalem verstanden. Genügt dem Ree. dieser Beleg nicht, so verweise ich ihn noch auf DPT t>p 1'y, ein goldenes Geschmeide, welches die Frauen trugen und-fine Stadt vorstellte, Schabbath 6, 1. Khalim 11, 8, welches beide Gemara's zur ersten St. (vergl. noch Nedarim 50 a) erklären; -.fcQnn D'bpn\ Also die Thatsache, daß untex my schlechtweg zuweilen Jerusalem verstanden werde, ist gesichert, und die Behauptung des Ree., „es ergebe sich aus vielen Stellen daß my im Talmud tacke (!) nicht Jerusalem bedeute", ist falsch und widersinnig zugleich; sie ist falsch, wie bereits nachgewiesen, sie ist widersinnig, weil hier das „Nicht" gar nicht bewiesen werden kann, indem noch so viele Stellen, in welchen ">'y schlechtweg nicht Jerusalem bedeutet, gar nicht beweisen, daß es auch ihm so vorkomme. Allein der Rec. meint Nachweisen zu können, daß my schlechtweg „im Talmud Rom bedeute"; wie fein, im Talmud! Man kennt ja das Verfahren jener unlogischen Schwindler, pmyPD ld mim püro uyö. Sie sprechen, mein Lieber, von der Mischnah, nicht von der Gemara.

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