Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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IO welche Weise! Die Ceremonie deS WassekgießenS, werden wir belehrt, machte einen der Differenzpunkte zwischen Pharisäern unv Saducäern aus. Wir wollen dies zugeben, obgleich die Mischnah (4.9) Nichts davon weiß und blos erzählt, es habe irgend Einer l."inx) einmal das Wasser auf seine Füße ausgegossen, so daß ihn das Volk mit den Ethrogim zu Tode geworfen und deshalb sei eingerichtet worden, den Ausgießrnden zu ermahnen, seine Hand bei diesem Acte zu erheben; es geht hieraus weiter Nichts hervor, als daß einst Jemand, ohne böse Absicht, das Wasser so ausgegossen, daß das Volk von dem Acte Nichts gesehen und in seinem Eifer, die Unterlassung des Actes vermuthend, den armen Priester der ganz unschuldig war, ermordet, weshalb man, um den Priester vor einer solchen Gefahr zu schützen, die erwähnte Vorsorge traf, wodurch das Volk von der Vornahme dieses ActeS überzeugt war. Es ist demnach von einer Abweichung der Saducäcr oder Boöthusier, wegen welcher besondere Einrichtungen getroffen worden, in der M. durchaus keine Rede, diese Abweichung wäre, wenn sie die M. wirklich im Auge gehabt hätte, sonst auch, gerader wie bei dem Schneiden des 'Omer und bei dem Verfahren mit de: rothen Kuh ausdrücklich erwähnt worben. Allein die Späteren finden in jeder Andeutung eine Hinweisung auf ein listiges Verfahren der Sarucäer und Boöthusier, und wie die Thoßaftha bei den Sicherstellungen vor Irreleitung bei Beobachtung des Neumondes aus, der abweichenden Ansicht der Nichtpharisäer (pj’On l'rp'pptS'E), eine wirkliche meist factisch vorgekommene Täuschung macht (vrgl. Lesestücke Nr. 43 S. 89), so macht sie hier eine fälschliche Beschuldigung irgend eines ganz Unschuldigen, zur Aufdeckung der trügerischen Absicht eines Nichtpharisäers. Jedoch wir wollen, wie gesagt, hier den Thoß. folgen, daher auch annehmen, die Vorrichtungen beim Wassergießen, welche gar nichts Besonderes an sich haben, da das Blasen ebensogut beim Zuge mit den Bachweiden und dgl. Statt fand, seien wirklich, wie die j. Gem. sich ausdrückt, gewesen, ’SQiD mtSty’1? HD, um der Sache eine besondere Feierlichkeit zu geben oder wie der Rec. sagt, es mit Ostentation (!) zu thun, obgleich auch die j. G. mit ihrem ’SC‘2 vielleicht nichts Anderes meint, als den öffentlichen Nachweis durch das Handausheben. Diese Voraussetzung dient nun dem Nec. zum Ziehen des Schlusses: „Und so steht gerade der Jubel des Schöpfhauses (rnxwn nu nnctp) in engem Zusammenhänge mit dem Wasftrgießen. zu dessen Vorbereitung es eben eingeführt wurde, und der dreimalige Posaunenschall in eben derselben Nacht diente nur zum Wafferfüllen nnnpy ntyca p^j?n njrcra lypnnynrn lypn D’DH mTjni (ibid 5, 4 u. 5)". Aber warum ist denn dieser Jubel eine ganz besondere Ceremonie die Wm heißt, und nicht als ein und dasselbe mit dem Wasserausgießen zusammen behandelt? Warum findet der Jubel am ersten Festtage, wo man ihn zunächst hätte erwarten sollen, nicht Statt, da doch das Blasen kein Hinderniß abgeben konnte? Warum spricht die M. da wo sie vom Wassergießen handelt, gar Nichts von der vorausgehenden Fackelseier, wo sie von dieser spricht, gar Nichts von dem Wasserfüllen, dem sie ja angeblich zur Vorbereitung dienen sollte? Warum nennt die M. das Wafferfüllen immer E'Bn vbö (4, 9. 10. 5, 5), niemals D’Cn rQ’Nttf, da doch der Tempel sogar angeblich davon „das Schöpfhaus" hieß? Warum sucht die Gem. gezwungene Deutung für den Ausdruck TlD-rw, und wieso konnte die LA. 7I21LH entstehn, wenn die Bedeutung vom Wasserschöpfen so handgreiflich war? Wie so rechtfertigt der Rec. nun plötzlich „sein selbstständig seinwollenves Commentiren", bloS weil ich hier der G. beistimme? — Allein der Rec. führt ja eine ausdrückliche Mischnah an, wonach „der Posaunenschall in eben derselben Nacht nur zum Wassersüllen diente"? Ja, wer noch so arglos wäre, dem Nec. zu glauben! Der Nec. nämlich erlügt ganz einfach eine Stelle. Zuerst 5, 4, wo von der Fackelfreude die Rede ist, kommt ein dreimaliges Blasen von je drei Stößen vor, nämlich mit dem Tagesanbruch IH2T1 iop) bei vem „oberen Thore" auf der zehnten Stufe HH’ü'jj rhyz, und iin Vorhofe der Frauen, welches fortdauerte bis zum Ausgangsthore; von dem Wasserfüllen steht hier keine Sylbe. Dann 5, 3 wird aufgezählt, wie viele Male des Tages im Tempel geblasen werde, unv bemerkt: 21 Male, d. h. 7 Male nnt je drei Stößen, täglich (worunter ein Mal dreifaches, zur Oeffnung der Thore), an Tagen, wo Zusatzopfer sind, noch 9. also 30, am Freitage besondre 6, also wenn beides zusammenfällt 36, am Freitage im Hüttenfeste 48, also außer den bereits erwähnten noch 12 nämlich: by i'i Q’on '1^27 ':n pnnnn pnyn rQTE drei beim oberen Thore, drei beim untern und drei beim Wafferfüllen unv drei beim Altäre, letztere nämlich, wie bereits bemerkt (vergl. 4, 5) beim Umzüge mit der Bachweide, vre drei beim Wafferfüllen, welche 4. 9 vorgeschrüben sind, und 6 eben bei der Fackelfteude, die mit dem Wasserfüllen auch nicht in den geringste» Zusammenhang gebracht werden. Ja, es bot sich hier wieder der Gem. eine erwünschte Gelegenheit dar, die Fackelfreude mit dem Wafferfüllen zu identificiren, allein es kommt ihr nicht in den Sinn. Es ist nämlich bei der Fackelfreude in M. 4, wie bemerkt, von 9 Posaunenstößen die Rede, während bei der Aufzählung sämmtlicher Posaunenstöße in M. 5 auf die Fackelfeier blos 6 kommen, und der G. ist dies wirklich auffallend; wie nahe hätte nun hier die Auskunft gelegen, drei davon seien identisch mit denen beim Wafferfüllen, die ja schon ausgenommen seien. Allein die G. ist von dieser Lösung weit entfernt,