Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2566751-2567017-2567023--1837-2569687- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LS und ihm nachzuweisen, daß an allen seinen Entgegnungen auch nicht ein wahres Wort ist, daß seine RecensioneinAmalgama von Bosheit, Lüge/ Verdrehungen und Unwissenheit ist; einige weitere Proben mögen dieses Verfahren gänzlich zur Charakeristik der pomphaft sich conservat.v Nennenden, noch näher veranschaulichen! Nach mehrwöchentlichem Stillstände fährt nämlich der Ree. im LB. des Orients Nr. 46 fort, in derselben Nummer, welche als treffenden Pendant „Maißim un Schnokcs vun cHandelcwos" zur Beilage hat. Er beginnt mit Nr. 11 meiner Lesestückc. Dort sind die Mischnah'e Sukkah 5, 1—4 erläutert, wo die Freude an den Zwischentagcn des Hüttenfestes geschildert wird. Nachdem nämlich früher im Cap. 4 die andern Feiergebräuche des Hüttenfestcs uud deren Dauer angegeben worden, nämlich Palm, Bachwcide. Lobpsalmen und häusliche Freude, Hütte und Wasser- Ausgicßen, welches Letztere die ersten sieben Tage hindurch geschieht, ebne durch den ersten Festtag und einen etwa in die Mitte fallenden Sabbath gestört zu werden, wird nun übergegangen auf die musikalische Nachfeier welche, da sie weder am ersten Festtage, noch am Sabbath Statt findet, bald fünf bald sechs Tage dauert, unv diese Feier heißt die des rOKNPn l*>'2, welche außer mit Musik mit glänzender Fackelbelcuchtnng begangen wird. Daß hiemit das Wasserfüllen oder Wassergießen verbunden gewesen sei, davon kommt in den 4 Mischnah's nicht eine Splbe vor, cs wäre auch sonst unbegreiffich, warum diese Feier denn nicht am ersten Festtage Statt finden solle, da sie an diesem als zum ersten Male am Wichtigsten sein mußte und die Musik als ein bloßer HDt? dann ebensowenig unterlassen zu werden brauchte, wie das Blasen beim Wassergicßen (4, 9), während der Gebrauch der Fackeln und daher die ganze Ceremonie allerdings am Sabbathe mit Recht unterbleiben mußte. Auch beide Gemara's denken nicht daran, diese Feier mit dem Wasserschöpfen in Verbindung zu bringen, obgleich das Wort.“DKltP lebhaft daran erinnert; vielmehr erklärt die jer. Gem. das Wort, sie hätten aus dem Tempel — nicht Wasser, sondern — den heiligen Geist geschöpft (EHpn nn l’OiOtP D^CSSO mit Beziehung auf den Vers Jes. 12,3: ihr sollt Wasser schöpfen mit Wonne aus den Quellen des Heils, was also zum Beweise dient, daß 2NIP auch figürlich gebraucht werde, während die babyl. Gem. einfach auf diesen V. hinweist, also gleichfalls die figürliche Bedeutung des Wortes für diesen Namen in Anspruch nimmt, aber noch eine andere Lesart kennt, nämlich, TDIETI, zum recht deutlichen Beweise. daß man bei dieser Feier so wenig an Wasserschöpfcn gedacht, daß man selbst dem Worte, welches darauf hindeuten konnte, ein anderes substituirte. Al'o eine erpmologisch so nahe liegende Beziehung wird geflissentlich von beiden Gemara's ferne gehalten, da ihnen ganz wohl bekannt war, daß diese Beziehung, nämlich das Wasserschöpfen, gar nicht hierher gehört; aber Schwierigkeit machte ihnen das Wort, und sie behalfen sich mit einer gesuchten Erklärung. Auffallend bleibt ferner, daß gerade die Hauptfeicr. nämlich die Fackelbeleuchtung. gar nicht in dem Namen ausgedrückt werden sollte; „war sa kein Hof in Jerusalem, der nicht erleuchtet war von dem Lichte des Hauses roxiEM"! Deshalb ist es mir unzweifelhaft, und ich habe dies im Glossare ausgesprochen und erläutert, daß rDNlttf Fackel heißt. Das Stw. 2Nff nämlich wird in der M. (vergl. Therumoth 10, 3. Schabbath 2, 4) gebraucht in der Bed.: Oel. Brennstoff einsaugen (v. d. Flamme), daher denn rDNW, eine Flamme, welche viel einsaugt, Fackel, ich verwies dabei noch auf die Verwandtschaft uitt dem Spr. 2W brennen mit seinen Derivaten, das Arab. 2V, zünden, wov. auch bibl. 2'2V, Funke. Das Wort heißt demnach: Fackelhaus, wie der Tempel von der großartigen Beleuchtung genannt wurde, in ihm ist also ein Hauptmoment der Feier ausgcdrückt, und während ich in der Worterklärung von der Gem. abweiche, stimme ich in der Sache, nämlich, daß hier ein Zusammenhang mit der Feier des Wasserfüllens und Wassergießens nicht Statt finde, vollkommen überein. Hr. Grätz sieht dies in seiner Oberflächlichkeit nicht und will es in seiner Gehässigkeit nicht sehn; meine Erklärung nennt er eine Grille, ist aber doch klug genug, diese Grille seinen Lesern nicht ganz mitzutheilen, denn die Hinweisung auf den Gebrauch des 2NL” in der M. verschweigt er. Aber er fragt blos: „Wenn die Fackrlfreude mit dem Wasserschöpfen am Sukkothfeste in keinem Zusammenhänge steht, wozu sollte sie denn eigentlich überhaupt dienen?" Wenn der Ree. durchaus nicht von selbst darauf kommen kann, so will ich es ihm sagen: sie diente nämlich als Freuvcnbezeugung, weil nämlich das Hüttenfest überhaupt ein vorzügliches Freudenfest war, daher auch ün vorzugsweise und schlechtweg hieß (vergl. Glossar u. d. W.), daher auch in den Gebeten als 10* unnotP bezeichnet wird, deshalb werden auch an ihm die Lobpsalmen die vollen acht Tage ganz rccitirt und die Familienmahle dauern gleichfalls so lange (4, 5), und so war auch diese öffentliche Fackelfreude eingeführt. Dieses heißt rational erklären, während eine Umdeutung gegen den wahren Sinn der Stelle, nur um einer Lieblingsmeinung zu huldigen, ein irrationales Verfahren ist. Dieses schlägt der Rec. ein und treibt seinen vorgeblichen Conscrvatisnms so weit, daß er der Gemara auf den Mund schlägt, um der falschen Erklärung späterer Rabdinen zu folgen. Denn während die G., wie nachgewiesen, die Fackelfeier durchaus nicht mit dem Wasserschöpfen in Beziehung bringt, will er beides dennoch gewaltsam iventificiren; hören wir auf