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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-02-01 · Heft 5 (1.2.1846) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 5 (1.2.1846)
Date
1846-02-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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30 kongruente Begriffe darstellcn; er weiß es gewiß auch. Laß die Tradition über den Buchstaben der Bibel vielfach binausging, und der Talmud gar zu oft dem Buchstaben derselben Gewalt anthut, um den Inhalt der Tradition hiucinzuzwängen. Wo nun wäre von der Rabbiner-Versammlung die von ihr gegebene Tendenz Lügen gestraft worden? Der religiöse Ernst wird nie eine solche Beschuldigung obnc unwiderlegbare Beweise hinstellen, Herr vr. Landau deutet die Tendenz der Fortbildung und Erhaltung des Judenthums, als das Bestreben das Iudentbum in der rezipirten Weise durch Fortbildung zu erhalten. Hier haben wir wiederum Worte von schwankendem Begriffe, wie sie diese Schule der „gemäßigten Reform" ihren Gegnern unterschiebt, um bintcnber damit nach eigenem Belieben zu schalten. Soll das Judcnthum in der rezipirten Weise durch Fortbildung erhalten werden, so darf zu der Masse der D’riJD, die ebenfalls zu der rezipirten Weise gehören, nur Neues hinzugcfugt aber Nichts davon genommen werden. Ueberbaupt kann Nichts in der rezipirten Weise durch Fortbildung erhalten werden. Der Keim bildet sich in der Pflanze fort undt wird wohl dem Begriffe nach in ihr erhalten, aber nich in der rezipirten Weise; in der rezipirten Weise geht er vielmehr in der Pflanze zu Grunde. Das Mittelalter fand seine Fortbildung in der Gegenwart ging aber in seiner Weise in derselben auch zu Grunde. Ter Mosaismus fand seine begriffsmäßige Fortbildung im traditionellen Jndenrhuine ging aber in seiner rezipirten Weise an ihm zu Grunde Was sich fortbildet kann nicht als solches, das heißt in seiner Modalität erhalten werden, wohl aber in seiner Idealität. So hören wir auf mit den Jahren Kinder zu sein, obgleich der wahr- - hatte Mensch seine Kindlichkeit auch später noch in sich < trägt. Aber der Widerspruch in dieser Deutung tbut Nichts, er ist um so gelegener als man mit ihm sein eigenes Thun beschönigen und das des Gegners verdächtigen kann, indem man bald die eine oder die andere der sich wiedersprechcndcn Seiten bcrvorhebt. Herr vr. Landau „ will schweigen über den leichtfertigen Ton der ersten Rabbiner - Versammlung, über die kecken Demonstrationen gegen den Talmud, die Verachtung desselben und der früheren Meister und Lehrer Israels," „Theologie der Hölle"! — sagt Jago „ Wenn Teufel ärgste Sünde fördern wollen, so locken sie zuerst durch frommen Sinn." Es ist nicht zu arg, wenn wir behaupten, Herr vr. Landau habe aus dieser Theologie seinen religiösen Ernst geschöpft. Er will lchweigen über die Verachtung des Talmud und der früheren Lehrer und Meister Israels: schweigt man über so Etwas und spricht es doch aus? Kann der religiöse Ernst über so Etwas schweigen, wenn es wahr, kann er es aussprechen, wenn es unwahr ist? Wo sind die Beweise, Herr vr. Landau? Der destruktive Charakter der Versammlung wird alsdann im Folgenden aus dem Ausspruche der Versammlung über gemischte Ehen eruirt. Jgnorit wird dabei in der größten Naivität, was von Herrn vr. Mayer hierüber vorgcbracht wurde, die ganze Sache so hingestellt, als hätte die Versammlung diese Frage willkührlich ausgenommen und wäre sie nicht zu derselben durch die Vorlegung der Beantwortung des Pariser Sanhedrin hingedrängt worden, übersehen, daß die ganze Verhandlung eine Art von Nro^n betrifft. Das thut aber .Nichts zur Sache, der religiöse Ernst des Herrn vr. Landau darf sich schon so Etwas erlauben! Damit wir nicht in Zweifel bleiben über das was wir vom religiösen Ernste des Herrn vr. Landau über die zweite Rabbiner - Versammlung zu erwarten haben, wird von ihm einstweilen über so Manches, wie über die erste schweigend gesprochen, über jene nicht urtheilend geurtbeilt. „Obgleich nun, sagt derselbe, der deutschthümliche Beschluß über die nur mit Unwillen noch im Gotteshause geduldeten hebräischen Klänge, die „lichrfreundlichen Aeußernngen in Bezug auf Autorität der Bibel, der graziöse Scherz, welcher die Debatten über ernsthafte Gegenstände der Religion erbaulich würtzc, obgleich dies Alles genugsam die Versammlung charaktcrisirt, wollen wir unser Urtheil darauf hin nicht feststellen, und der Versammlung eigenes Zeugniß über ihr Wirken, die Protokolle, abwarten." Man bat hier so ganz die Art und Weise der „gemäßigten Reform", der gemäß man reformirt und dock, nicht reformirt, man die rezipirte Weise erhält und doch nicht exhält, spricht und doch schweigt, urtheilt und doch nicht n r t h e i l t. Wenn nur der r e l i g i ö se E r n st nicht

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