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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-01-18 · Heft 3 (18.1.1846) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 3 (18.1.1846)
Date
1846-01-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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31 und ich finde darin, daß Holdheim wirklich über den Rationalismus überhaupt den Stab bricht. Diese Conscquen.; ist nur zu loben. Äon dex andern Seite aber wird Holdbeim auch zugeben muffen, daß wenn man dem Rationalismus kein so strenger Richter ist, wenn man seine Weise, die Differenz zwilchen Schrift und Vernunft auszugleieben, nicht für unbedingt verwerflich hält — und dabin gebt auch meine Meinung — dann auch das talmudische Verfahren consequcnterweise in einem mildern Licht erscheinen muß. Weiter auf den Inhalt dieser Nummer einzugeben, ist hier der Ort nicht, besonders dem feinen, fast möchte ich sagen tburmbauartigen Syllogismus Holdheims gegenüber. Geschichte des Tages. En^ancipationsansprüche in Baiern. (Bapetn im Dec-) — Allenthalben giebt sich bei uns ein reges Streben zur Erlangung einer bessern bürgerlichen Stellung kund. Man will durch Einreichung zahlreicher Petitionen bei den versammelten Ständen zeigen, welche Ursachen wir zu gerechten Klagen haben. Statt abcr^vie in Würtemberg, Baden re. m einer gemeinsamen Vorstellung die Sache vorzutragcn, zersplittern sich bei uns, besonders in Mittelfranken, die Kräfte. Die Israeliten Unterfrankcns haben eine gemeinsame, von dem Nechtsgelehrtenjüdischer Confession, Hrn. Dr. Henke verabfaßte Petition eingercicht und den durch Rednertalent und eine imponirende Persönlichkeit sehr geeigneten Rabbiner Hrn. Dr. Adler in Kissingrn zur Bevorwortung ihrer Angelegenheit nach München abgeordnet. Desgleichen auch die Gemeinden von Schwaben und Neuburg. In Mittelfranken lpctitionirt Fürth mit Ausschließung anderer Gemeinden für sich. Pappenheim in Gemeinschaft mit einigen benachbarten Gemeinden. Anspach wird sich München anschließcn und in dem nicht zu erwartenden Fall, auch hier wie in Fürth zurückgcwiesen zu werden, für sich petitioniren, was um so räthlicber erscheint, als die Anregung für Mittelfranken von dort ausgegangen ist. — Ein Hr. Joseph Kohn aus Mt. Erlbach hat sogar in einem Schreiben vom 7. d. M. die Vorsteher der Landgemeinden zur Prüfung und Unterzeichnung einer von einem Hrn. Dr. Morgenstern, gleichfalls Rechtsgclehrter ftidischcr Confession, verfaßte Vorstellung, welche die Beschwerden der jüdischen Landbewohner gegenüber denBeschwernissen der Juden in den Städten enthalten sott, aufgefordert. Es haben sich hiezu auch 23 Vorsteher in Fürth eingefunden, die Vorstellung, welche nicht um Emancipation, sondern nur um Revision des Eeicts vom l0. Juni 1813 bitter, unterzeichnet und eine Commission von 5 Gliedern gewählt, welche während des Beisammenseins der Stände in München sich aufhalten und die Sache betreiben soll. Indeß ist die Sache der Juden schon in der zweiten öffentlichen Sitzung der Stände durch folgenden Casus angeregt worden uns wir haben schon einen Prüfstein für die in der Kammer bezüglich unserer Lage herrschende Gesinnung. — Die Herren von Hirsch zu Würzbnrg und München, deren Eifer für die Sache ihrer Glaubensgenossen um so größere Anerkennung verdient, als die Beschränkungen des Evicts vom 10. Juni lsl3 auf sie keine Anwendung finden, baben eine Reclamation wegen Ausschlusses von der (activen) Wahl der Abgeordneten ans der Klasse der adeligen Gutsbesitzer mir Gerichtsbarkeit auf den Grun^ ihres isracl. Glaubensbekenntnisses bet der Einweisungs-Commission eiligereicht. Durch eine später überreichte Eingabe dieser Herren, worin dieselben lediglich ihre Rechte für die Zukunft wahren, haben sie aber unerklärlicheeweise der Kammer zu dem Beschluß Veranlassung gegeben, daß hierdurch ihre Reclamation den Charakter einer solchen verloren habe. Näheres hierüber kann erst nach Hinausschließung der gedruckten Verhandlungen an die äußern Aemtcr mitgethcilt werden. Dieselbe Zerrissenheit und Zcrfallenbcit wie in unfern politischcn giebt sich auch in unfern religiösen Verhältnissen zu erkennen. Da wollen sich diese diesem Rabbinare anschließen, weil der Rabbiner noch „alt" ist, die andern jenem, weil er neu ist, alle aber wollen sich's ja nicht viel kosten lassen. Einen noch gefährlicheren Plan aber haben unsere Zeloten in G—n vor, sie wollen nämlich den zweiten Akt von der Rabbinatsbeseyung in Würz bürg aufführen lassen und einen Rabbiner wählen, der, wie jener Gunzenhausen von der Prüfung sich dispensiren lassen muß. Bei dem gegenwärtigen Stand unserer Sache ist auch Alles zu fürchten. — Die kürzlich zurückgenommene vielbesvrochene Kriegsorvre, das Kniebeugen vor dem Sanktissimum beer., ist für einzelne Fälle wieder erneuert worden und somit trifft dieser Befehl auch die isracl. Soldaten! Wenn Stände und General-Synore nichts vermocht, was können wir schwachen Juden macken? — Verschiedenes aus Hannover und Oldenburg. (Boa der untern Weser im Dec.) — Das Resultat der Wahlen in Hannover und in der Landerostei Stade haben Sie schon gehört. Noch aber will von dem Erfolg dieser Wahlen

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