Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1846)
- Date
- 1846-01-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Literatur-Blatt. - - Beilage zum Israeliten des IS. Jahrhunderts, i Sonntag den L. Jannar 1846. Die Redaetion an die Leser. Dank Demjenigen, der da in Wahrheit und Heiligkeit waltet über unsere Geschichte! Was da vor drei Decennien noch kaum gehofft ward, ist bereits in glorreiche Erfüllung gegangen. Nicht mehr sind es wenige Einzelne, die sich mit der Wissenschaft des Iudenthums beschäftigen, sondern ihr gehört bereits eine namhafte Anzahl Rabbiner und Nichtrabbiner an, die je nach individueller Neigung im 33#uf, einem oder mehreren Gebieten desselben sich widmen, und die auch nicht mehr, wie früher, M. bloß Gegenstand ihrer Forschung verhalten, denselben nur stofflich durchdringen, sondern das Iudenthum in der Totalität seiner Erscheinungen überschauend' und von der reinen Idee desselben erfüllt, diese aych übera^, zur ‘ Leuchte nehmen und jede Erscheinung rL.tzrer Ergenthümlichkeit und geschichtlichen Nothwendigkeit» aber auch in ihrem Verhältnisse zum Ganzen und zur Idee desselben betrachten und würdigen. Was aber bereits in dem Gesammtbewußtsein der Denkenden und Forschenden gereift ist, das muß auch ein (in ununterbrochener Zeitfolge erscheinendes) Organ haben, wo es sich ausshricht, damit einestheils durch eine solche Aussprache die Ansichten gegenseitig ergänzt, berichtigt, entwickelt und imgleichen die Jünger der Wissenschaft und alle denkenden Freunde eines selbstbewußten Iudenthums mit dem gegenwärtigen Standpunkt desselben und seiner Weiterführung und immer höheren Entwicklung bekannt gemacht werden, anderntheils dem Treiben Derjenigen entgegengewirkt werde, denen, weil sie weder zu einer Totalanschauung des Iudenthums und jeder reinen Idee desselben sich erhoben, noch seine Geschichte in ihrer organischen Entwicklung begreifen, Altes und Neues wüste und unverbunden durcheinander liegt, und welche in diesem Wirrwarr bald dem Einen, bald dem Andern sich hingeben, in Wahrheit aber mit beiden im Kriegszustände sind, und wie sie selbst irre sind, auch die Zeitgenossen vom rechten Ziele abführen. — Dieses hat die Gründung unseres Literaturblattes hervorgerufen, ja dasselbe zu einem dringenden und unabweisbaren Bedürfniß gemacht. — Und wenn auch das Bewußtsein unserer schwachen Kraft und des nur geringen Scherfleins, welches wir persönlich zu diesem hochwichtigen Unternehmen beisteuern können, uns hätte davon zurückhalten sollen, so mußte doch die zugesicherte Mitwirkung und Unterstützung so vieler tüchtiger und zum Theil rühmlichst bewährter Kräfte uns wieder ermuthigen und mit zuversichtlichem Vertrauen zu dem Gelingen des Unternehmens mit der Hülfe dessen, der jedes Streben nach Wahrheit fördert und segnet, beseelen. — Das Publikum aber, ^welches an dem „Israeliten des neunzehnten Iahrhunders" (der, wie bisher, fortfahren wird, seinen Lesern ein frisches und im erleuchteten Sinne angeschautes Bild unserer Zustände zu geben, wie nicht minder in gemeinschaftlicher Weise ihnen das vorzuführen, was die Ideen und Forschungen unserer erleuchteten Theologen, bildet) ein so lebendiges Interesse genommen, wird gewiß auch die Bedeutung des „Literaturblattes" zu würdigen wissen, das sich zur Aufgabe gesetzt, dem, wofür alle Wohlgesinnten unter uns glühen: der Erneuerung unseres Glaubens und unseres Lebens durch die Wissenschaft den starken, festen Boden, aber auch zugleich die rechte Begrenzung und den wahren, ersprießlichen Umfang zu geben. — Schließlich dürfen wir von dem Interesse für die gute