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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-01-04 · Heft 1 (4.1.1846) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 1 (4.1.1846)
Date
1846-01-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 denn unser braver Landrabbiner Hofmann ist nicht mehr. Ein hitziges Fieber machte in wenigen Tagen seinem segensreichen Leben ein Ende. Ich kann Ihnen nicht den Schmerz, seiner Pflegbefohlenen schildern, denn sie haben viel, sehr vielHan,lhm verloren. Hofmann vereinigte nicht nur mit reichem talmudischem Wissen eine gründliche classische Bildung (hatte er ja bis zu seinem zwanzigsten Jahre nur dem Talmudstudium gewidmet, und nachher mit eben so eisernem Fleiße wissenschaftliche Studien betrieben, und.Gymnasium und Universität besucht), sondern war auch von einem seltenen Berufseifer erfüllt, so daß in den wenigen Jahren seiner amtlichen Thätigkeit das Synagogen- und Schulwesen, wie alle übrigen Zustände seiner Gemeinden, eine große Verbesserung erlangt haben; das sehen jetzt auch diejenigen ein, welche von einem jesuitischen Oberrabbiner in jener bekannten Sache sich hatten gegen ihn einnehmen lassen und beweinen mit allen Uebrigen, den großen Verlust, welchen wir erlitten. Dieses gab sich auch bei dem am 18. d. M. stattgefundenen Leichcnbegängmß zu erkennen. Keiner blieb zurück; Alle gaben laut ihren Schmerz zu erkennen, viele Mitglieder der geistlichen und weltlichen Behörden der Residenz schlossen sich dem großen Leichcnzuge an und der würdige Superintendent Schumann widmete den Verdiensten des Verblichenen Worte der Anerkennung und der Liebe. Möge sein Geist segnend auf uns herabschauM und sein einstiger Nachfolger mit der Wahrheitliebe, Biederkett und Pflichtentreue dem Kreise vorstehen, in welchem der Dahingeschiedene so wohlthätig gewirket. Frieden seiner Asche! - Liturgisches. Gesänge für die Synagoge. Eingeführt in die Synag oge zuBraunschweig, zusammengestellt von Hrn. Goldberg, Cantor und Lehrer der israel. Gemeinde daselbst. Zweite Auflage,vermehrt mit einem Anhänge fürCantoren. Mit einem Vorworte von Musikdirektor Freudenthal. Braunschweig 1845. Vieweg sc Sohn. Wehmüthig begrüßen wir das vorliegende Werkchen, da es uns, leider, wegen seiner Brauchbarkeit willkommen sein muß. Es ist traurig, daß ein Bedürfniß nach solcher Waare vorhanden ist; es ist zum Verzweifeln jenes gereimte und ungereimte Gebetbuch das theilweise nur der Habsucht der Trucker seine Entstehung zu verdanken hat, und das überhaupt schon gar lange nichkö vergessen und nichts gelernt hat, wieder neu umgekleivet und aufgeputzt zu sehen. Wie noth thut uns ein neuer Rabbi Gambit, der das Verbot, jüdische Leichen zu putzen, erneuere. Jenes Sündenbekenntniß z. B-, in welcher nicht auf die Leidenschaften des Herzens und die Schwächen desselben Rücksicht genommen ist, sondern nur auf das Alphabet, wie nimmt es sich gut aus in seinem modernen Notenkleidcheu: wm — Wir haben gelästert. O, Zerrissenheit, Halbheit, willst Du Dich immer tiefer in unser Jahrhundert eingraben? 1845! Was hast Du alles erlebt, In Berlin einen jüdischen Gottesdienst, ohne und in Braunschweig einen neu gekleideten „Aschamnu bagadnu!" Indessen das Bedürfniß ist da. die erste Auflage des Merkchens ist schon vergriffen, wie kann es sich besser bekunden? Wir prophezeien auch der zweiten einen raschen Absatz, und vielleicht gehts an die dritte, während in derselben Ossicin die Protocolle der Rabbinerversammlung noch in ihrer ersten und wohl auch in ihrer letzten Auflage der Käufer harren. Die vox populi hat entschieden, das ist einmal wieder Gottesgericht. Das Volk schreit nach Noten und nicht nach Wahrheit, sonst würde es, wie jene Protocolle es wollten, erst an den Text, und' dann an die Melodie gehen; erst an den Körper und dann an's Kleid. /- Es bliebe uns nur übrig zu referi^i, in wie weit das vorliegende Werkchen dem traucrigcn Bedür^isse auch entspreche. Da müssen wir nun gestehen, daß in dieser Beziehung wenig zu wünschen übrig bleibt. Die Münchener, Wiener und andere Synagogengesä'.M setzen musikalische Kräfte voraus, die nur selten in einer jüdischen Gemeinde gefunden werden. Stehen ja in München selbst christliche Choristen im Solde des Synagogenchors! Auch sind jene Gesänge, gerade ihrer Gediegenheit und ihres edlen Styls halber, den sie wenn auch nicht durchgängig an sich ttagen, bei einem Publicum das dem Ehasanimzcitalter noch so nahe steht, eben nicht sonderlich beliebt. Bei dem vorliegenden Werkchen hingegen ist die Musik fast durchgängig ln der beliebten Chasanimmanier geschrieben, und manches was bei fortdauernder Tradition der Chai'anim und' Dilettanten (Baale Tesillot) in diesem Genre hätte verloren geben können, liegt uns nun geborgen unter schwarzen und weißen Linien. So liefert es 6 L'chododis mit tändelnden kosenden Melodien, dazu Eisenbahn - Hisauraris, daß das fromme Herz im Leibe lacht. Auch sind die Melodien so leicht daß sie auch - in einer Gemeinde, wo nicht viel musikalisches Talent ist, eingeübt werden können. Unter diesen Umständen gereicht es dem Werkchen kaum zum Vorwurf, daß chm

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