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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-12-14 · Heft 50 (14.12.1845) · page 15

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 50 (14.12.1845)
Date
1845-12-14
Page
– (sequence 15)
Language
German
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31 merkt nämlicsi, Maim. habe die Meinung, die Function mit dem Räucherwcrke sei eine der schwierigem gewesen, in dem Mischnah - Commcntar bestritten, sei aber derselben in seinem Codex 3"rp rrrny 4,1 dennoch wieder gefolgt, verweist dann noch auf das. nuznpn ntyyn 13, 13, „wo R. Josef Karo in rucra *)dd und R. Abraham di Buton in rwo Dr6 diese Rücknahme (?) Maimoni's übersehen zu haben scheinen." Der Rec. irrt aber hier mit seiner Berichtigung (des I. Korkos) Karo's und Buton's gar sehr; denn Maim. läßt dort nicht blos den Zusatz aus, das Aufnehmen einer Handvoll Mehl von dem Mehlopfer — wovon es sich dort handelt — sei eine der schwierigeren Arbeiten gewesen, wie er diesen Zusatz doch au der andern Stelle macht, sondern läßt auch gerade die Bestimmungen aus, welche diese Arbeiten zu einer schwierigen machen sollen. Es ist mithin offenbar ein Widerspruch zwischen diesen zwei Stellen im Maim. worauf die Helden der „herben Rambam's" ihre Blicke zu richten nicht versäumen mögen; vielleicht gelingt es dem Rec. besser, aus diesem Gebiete sich herumzutummeln als auf dem der Wissenschaft. Ich möchte nun gerne TOm LSHIS sein, von dieser Widerlegung scheiden und weinen über die Verkehrtheiten |pnb die Unredlichkeiten, welche unbefangenen Untersuchungen sich aufdrängen wollen, allein ich muß erst noch über die Trennung und das Weinen der HP. und der Synedriumsglieder sprechen. Der gezwungenen Erklärung der Thoß., er habe deßhalb geweint, weil man es für nöthig gehalten, ihn zu beschwören, habe ich die einfache entgegengesetzt, daß die Bangigkeit vor dem großen Tage und der großen Verantwortlichkeit sie sämmtlich ergriffen habe, allein für das Einfache hat nun einmal derRecensent keinen Sinn. Nachdem der Rec. in Nr. 7 nun seinen Mangel an Sachkcnntniß genügend documentirt hat, geht er wieder zu den Verschweigungen über, er übergeht die Nr. 8, 9 und 10, „wo, wie er sagt, der Verf. weiter nichts Neues hat, als daß das neuhebräische Miglie sei (wohl besser mille, nämlich xassuiun)." Allein die neue Erklärung, welche ich in Nr. 8 über den Ausspruch Zudars vortrage, die Darstellung der Segencntwicklung über den rothen Streifen und der Mißverständnisse der b. Gemara, find diese, um Untergeordneteres zu übergehn, nicht von Wichtigkeit für die Mischnaherklärung, und Beweise für die Entwicklung und dadurch auch entstehende Verwicklung der Ansichten? Was der Rec. über b’D, Miglie, sagt, ist wiederum Chikane; in den Anmerkungen ist dieser Ausdruck gewählt, um einen ähnlichen bekannten auch im Deutschen zu gebrauchen, hingegen im Glossare, wo es die eigentliche Worterklärung gilt, da heißt es: milliarlum, eine Wegstrecke von 1000 Schritten. So gewinnt die Wahrheit im Kampfe mit der ihr cntgegentretenden Lüge nur immer an neuer Kraft, und eine wissenschaftliche Untersuchung gelangt zu größerer Klarheit, wenn sie durch das Gestrüppe der Verworrenheit und der Befangenheit sich durcharbeiten muß. Auch die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit einer selbstständigen Mischnah - Erklärung, der Grundsatz, daß die Gemara sehr oft die Mischnah mißverstanden, erstarkt durch die Bestreitung, durch die Erkcnntniß, wie schlecht alle Rettungsversuche von gegnerischer Seite ausfallen. So mag cs mich denn im Interesse der Wahrheit und der Wifschaft nicht verdrießen, auch durch Pfützen hindurchgewatet zu sein, ist ja der Trunk aus der lautern Quelle, den wir erreicht, um so erftischender. Breslau, 28. Oktober 1845. Geiger. Defsauer's Geschichte der Israeliten. Von dem durch einige gute Schulschriften bekannten Dr. Dessauer in Baierdorf ist (bei Palm in Erlangen) eine Geschichte der Israeliten von Alexander dem Großen bis auf die gegenwärtige Zeit erschienen, deren Zweck, wie der Verfasser selbst sagt, darin besteht, Familien, Lehrern und Erziehern ein Buch darzubieten, welches ihnen jene Geschichte belehrend und zugleich unterhaltend erzähle. Es ist da wohl von vorn herein nicht zu erwarten, daß das Buch sich durch eine neue Auffassung der jüdischen Geschichte auszeichne, oder auch nur die bisher gewonnene mit Schärfe des Geistes darstelle. Allein auch ein populäres Werk muß, wenn es den Leser anregen und erheben soll, den denkenden Kopf verrathen und von dem Hauche eines begeisterten Gemüthes angeweht sein; und beides ist der Schrift des Herrn D. in nur geringem Grave eigen. Demohngeachtet versprechen wir ihr einen zahlreichen Leserkreis, da sie die erste populär verfaßte reichhaltigere Schrift auf diesem Gebiete ist, ja wünschen ihr von ganzem Herzen einen solchen, da den Juden der Neuzeit Nichts so sehr frommt, als die Kenntniß unsrer Geschichte, zumal, wenn dieselbe, wie dieses-allerdings vom Verfasser geschehen, im erleuchteten Geiste aufgefaßt ist. Holdheim's Schrift gegen Rappoport. In seiner neuen, durch überraschende Citate wie durch einen heiteren Humor gleichmäßig interessanten Schrift über Auflösbarkeit der Eide gegen Rappoport (Hamburg bei Gobcrt 1845) weist Holdheim diesem Kritiker auch die Widersprüche zwischen seiner jetzigen und seinen früheren Acußerungen auf die überzeugendeste Weise nach. Bei der Vertretung der Juden in Galizien der Behörde gegenüber hatte derselbe in Beziehung auf die unmoralischen, inhumanen Lehrsätze des Talmuds selbst öffentlich geäußert: „man will ihm alle abgekommene Gesetze re. jetzt zur Sünde anrechnen." — Also — bemerkt Holdheim Hierauf — das rabbinische Judenthum wird preisgegeben, um die rabbinischen Juden zu retten. Und doch wären wir, die wir in Bezug auf die Auflösbarkeit der Eide denselben Grundsatz geltend machten, und die Juden, da sie dieselbe in ihrem Leben verleugnen, auffordern, sich öffentlich von ihr loszusagcn, „Angeber, Anschwärzer". — DieSchrift schließt mit folgender treffenden Bemerkung: „Durch eine unbefangene Kritik des (rabbinischen) Judenthums wird die Moral der Juden durchaus nicht angegriffen, da sie ihre festesten Stützen nicht im Talmud, sondern in sich selber, in dem weit über den Talmud erhabenen

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