Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1845)
- Date
- 1845-12-14
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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SS moralischen Bewußtsein trägt. Den Juden es überzeugend nachzuweisen, daß der Talmud über dessen Moralprincip sie sich selbst erhoben, auch in anderweiter religiöser Beziehung keine Autorität firr sie haben könne, ist der praktische Zweck solcher wissenschaftlichen Kritik. Den Beweis zu führen, daß ein Lehrspstem, dessen Moralprincip ein anerkannt verwerfliches ist, dennoch auf göttlichen Ursprung Anspruch habe und das Glaubensbewußtsein der Juden dasselbe gläubig in sich aufzunehmen schuldig sei, ist die Aufgabe meiner Gegner." Liturgisches. Denjenigen Israeliten, welchen das Beten nach dem alten Rttus in seinem ganzen Umfange noch Bedürfniß ist, können wir das bei Haase Söhne in Prag erschienene hebräische Gebetbuch mtt bcigesügter deutscher Uebersetzung von dem vortheilhast bekannten Letteris; ,-§en Vorbetern und Lehrern, welche die nöthigen rituellen Vorschriften gleich zur Hand haben möchten, das in demselben Verlage erschienene Gebetbuch mit dem von dem bekannten Lissaer Rabbinen hinzugefiigten p'N, und denen, welche die Bequemlichkeit auf Reisen lieben, das gleichfalls dort herausgekommene Gebetbüchlcin in 32er Formate (pp -p33 ^2" nftsn) - alle drei durch Eleganz und Correcthett des Druckes, wie durch Wohlfeilheit des Preises ausgezeichnet, empfehlen. —s. Homiletisches. Der gelehrte und freimüthige Landrabbiner vr. Herzfeld in Braunschwcig hat vor einiger Zeit (im Verlage von G. C. E. Meyer in Braunschweig) eine Predigt erscheinen lassen, betitelt: „Enthalten unsere biblische Schriften wirklich nicht die Lehren, welche ihnen häufig abgesprochen werden", in welcher er das biblische Judenthum gegen die Angriffe der Lehrer des „neuen Bundes" in Schutz nimmt und durch Anführung der betreffenden Bibelstellen nachweist, daß dasselbe allerdings alles das, was ihm so häufig abgesprochen wird: die Lehre von einem allgemeinen, gütigen und liebevollen Gott, von der reinen, umfassenden Menschenliebe, von der Verehrung Gottes im Geiste und in der Wahrheit, und von der Fortdauer des Geistes und der ewigen Vergeltung, vollkommen enthalte. — Wir müssen eingestehen, daß wir im Allgemeinen die jüdische Kanzel noch nicht für geeignet hatten, diese Polemik und resp. Apologetik, zumal in so specieller Weise, auf ihr zur Sprache zu bringen. Allein der geehrte Verfasser hat gewiß dazu in seiner Gemeinde Grund und Veranlassung gehabt, und da das, was er gesprochen und mit so überzeugenden Gründen dargethan, nun der Oeffentlichkeit vorliegt. so können wir auch nur wünschen, daß es recht weit in dieselbe dringen und zweifelnde und über ihren Glauben unklare Gemüther zur Klarheit und neuen festwurzelnden Anhänglichkeit an derselben bringen möge. — Wichtig und unerläßlich bei Besprechung dieses Gegenstandes bleibt unstreitig die Ermittelung des organischen Verhältnisses des Christenthums zum Judenthum, wodurch jenem sein Platz in der Geschichte eingeräumt, ohne daß darum diesem seine einzige Wahrheit und Selbstständigkeit gekürzt wäre. Formstrch er*), Holdheim **) und Stern ***) haben hierüber schon viel Wahres und Treffendes gesagt, und Hr. vr. Herzfeld will dieses gleichfalls in späteren Vorträgen versuchen, und dürfen wir daher im Interesse dieser wichtigen Frage selbst uns der Hoffnung überlassen, daß diese Vorträge ebenfalls durch den Druck bekannt gemacht werden. — *) In seiner Schrift: Die Religion des Geistes. (Frankfurt a. M. 1841.) **) In seinen Vorträgen über die jüdische Religion für gebildete Leser. (Schwerin 1844.) ***) In seinen Acht Vorlesungen über die Aufgabe des Ju-HH denthums. (Berlin 1845.) Literarische Anzeigen. Zm Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. ist erschienen: Formstecher, VL'. S., die Religion des Geistes, eine wissenschaftliche Darstellung des Zudenthums nach seinem Charakter, Entwicklungsgänge und Berufe in der Menschheit, gr. 8. 1841. broschirr (29 Bogen). Ä 1. 18 ggr. oder ji 3. 12 at Becker K. F.9 a grammar of the german language. 2 edit. gr. 8. 1845 brochirt.. fl 2. 24 ock oder Ä i. 12. ggr. Jansen 9 William, practical mercantile correspondance with german notes and an appendix containing forms of invoices, bills of lading etc. and abbreviations and explaining mercantile technicalities. gr. 12. 1842. broch. Ä. 1. od. fl 1. 48 Pauli, »r. F. W., prakt. Arzte zu Franks, a. M. Homburg und seine Heilquellen. Mit 2 Stahlstichen und einer Karte von Homburgs Umgegend. Zweite Aussage. 8. 1844. Zn Umschlag broschirt. 16 ggr. oder / 1. 12 Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.