Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 50 (14.12.1845)
- Date
- 1845-12-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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S8 gemacht hat. Seine Worte lauten:. &V ’D bm 1D1X n"31 nmn ia«nDn «in nmun p mbw nan mann D”pn: I0”pm c*[j6] dx wVs nw nn: ’mn nox nx “p?1? ■w: ’mn nox dxi nmon i’ty bn ’jfts «m.nm man iD”pn: y&s mix n\n (*[«6»] xsimi 'Ps nr px» ijnia n:iani nrvwn vby vn nm:n p fcaw na man ♦ *3“iDKty r.D xin rnan io”pm xbt? ’Q idxdd „Die Schule Hillels sagt, daß, sobald der Ausspruch, .welcher ihn vom Nefiräate befreien soll, nicht als wahr befunden worden, er dadurch zum Nasiräate verpflichtet wird; sagt er demnach: ich will Nasiräer sein, wenn dieses X. ist, und seine Behauptung bestätigt sich nicht, es ist vielmehr wirklich N., so ruht die Verpflichtung des Nafiräats auf ihn, sagt er umgekehrt, ich will Nasiräer sein, wenn jener nicht X. ist, und es findet sich dann, daß dieser wirklich nicht X. ist, so daß also die Behauptung, W ihn vom Nasiräate befreien würde, sich nicht bestätigt, so ruht gleichfalls die Verpflicht tung zum Nasiräate auf ihm. Der Sinn der Worte X^l7 '0 irnan 1D”pn: ist sicher der, den wir angegeben haben." Dieser Schluß gibt zugleich die bestimmte Andeutung, daß Maim. sich dessen wohl bewußt war, hier von der recipirten Erklärung abzuweichen. **) Er ist von der Richtigkeit seiner eignen Erklärung so sehr überzeugt, daß er sie und nicht die Angabe der Gemara als Bestimmung in seinen Codex aufnimmt. .Dort (nvvD 2) lauten seine Worte: X3 nnx ixni “pro pabno!’.ntP D’Jtff -loxi xin pyo» i:n::a *pinn ni oytwi p nnx noxi pwa -low pixn n'.i' nx -in: ’mn ni nnxi xin pixn man pixn xin nm nnPx y:n pye» rrff nx nn: ’mn nnxn .ma® ica nn: man nn pyc» ,1'n dxi nn: ni nn „Wenn A und B auf dem Wege gehn, und sie sehen einen Dritten auf sich zukommen, A behauptet, der Entgegenkommende sei 6, B aber behauptet, es sei D, da spricht A: ick will ein Nasiräer sein, wenn es v ist; B hingegen: ich will ein Nasiräer sein, wenn cs <7 ist; die Person kommt dann zu ihnen heran , und es ist v, so ist A ein Nasiräer, ist es 6. so ist B ein Nasiräer, ganz wie sie gelobt baben." Also der Fall, der nach seinereignen Erklärung in der Mischnah sich findet, und, wie sich von selbst versteht, nach Entscheidung der Schule Hillels, während der Fall, von welchem nach der Erklärung beider Gemaren die M. spricht, von ihm gar nicht erwähnt wird. Josef Karo in n:^0 rpn z. St. bemerkt diese Abweichung gar nicht, hingegen wohl Josef di Trani in seinen Gutachten Th. II Nr. 25 (Th. I Nr. 19, wo dasselbe Gutachten abgekürzt sich findet, wird auch dieser Gegenstand flüchtiger berührt), und Juda Rosanes in n:ttfD z. St. findet diese Abweichung höchst auffallend. Am Klarsten spricht sich Lippman Heller in den n"' niSDin zur Mischnahstelle aus; nachdem er nämlich zuerst die Erklärung der Gemara angiebt, dann die des Maim. folgen läßt, fährt er fort: ’S by *)X man 12"pn:i mann ms xbi nro xps: xt> xm pjp P’xin p lerns xb *) So muß es heißen, wie Dies bereits Juda Rosanes in -pnb nJttfD zu der bald anzuführendcn Stelle richtig bemerkt. **) Uebrigens erklärt auch Raschi die Stelle so an einem Orte, wo sie gelegentlich angeführt wird, nämlich Nafir31b; Bartinora's Flüchügkeit zeigt sich auch bei der Erkl. dieser St. tsm’sb ruffon »n»s pa isnsn nxn ’:x ym unsk n:m: 'ixnn u’j’y nma ixnpca. vnsb n:in: nissnnsy xnpon ^s'i yna» xtw xbx 'n:n niD’nty 'nsnn’sn man xnnjn Pya riyn nnrn xnw pn dw. „Wenn nun Maim. hier die Worte l'nan iö”pn: anders erklärt als die Gemara. so ist Dies gestattet, da doch in Beziehung auf ein praktisches Resultat daraus keine Abweichung entsteht; denn ich sehe keinen Unterschied zwischen der Erklärung der Mischnah und der der Bibel, bei dieser aber ist es ja gestattet, von der Gemara abweichend zu erklären, wie wir Dies in den nachgemaristischen Commentaren allezeit sehen, nur daß man aus dieser abweichenden Erklärung kein praktisches Resultat ziehen darf, das der Ansicht der Gemara widerspricht." Es würde zu weit führen, wollte ich hier den Grundsatz Heller's genau prüfen. Die Parallele zwischen der abweichenden Erklärung der Bibel und der Mischnah ist nach der gewöhnlichen Auffassung, womit erstere vertheidigt wird und welche auch Heller theilt, allerdings eine ganz ungeeignete; wenn die Rabbinen die Schrift anders auslegten als die Gemara es that, so soll Dies darin seine Berechtigung finden, daß entweder die Bibel, als das Wort Gottes, wirklich mehrere verschiedene Absichten bei ihren Aussprüchen hatte oder auf den fernliegenden Sinn, welchen die Gemara eruirte, durch versteckte Andeutungen hinwies, so daß wirklich die verschiedenen Deutungen sämmtlich darin enthalten sind; was von dem angeblich künstlich gefügten Gottesworte gilt, das kann jedoch von dem Ausspruche der alten Mischnahlehrer nicht in gleicher Weise angenommen werden,,blos eine Deutung kann die richtige und die andere muß irrig sein. Oder auch, nach einer andern Fassung, ist die Bibeldeutung der Gemara keine wirkliche Deutung, sondern blose Anlehnung, und der einfache Sinn ist der einzig richtige, nur daß die Gemara das traditionell Feststehende an einen paffendscheinendcn Vers angeknüpft; auch dieses Ausgleichungsmittel ist bei der Mischnah nicht anwendbar, die Gemara lehnt sich immer an die Mischnah an, sie erklärt sie, fügt hinzu oder bestreitet sie nach andern Autoritäten, die Mischnah galt nicht als solcher Äanon, daß man durch Hineintragung in dieselbe der Sache eine größere Festigkeit oder eine leichtere Verbreitung verschafft hätte. Auch die Beschränkung , welche Heller aufstellt, daß man in dem Resultate trotz der verschiedenen Erklärung nicht abweichen dürfe, erweist sich gerade bei dem Manne und in dem Falle, den er damit entschuldigen will, als unhaltbar, da Maim. ja gerade auch die Decifion nach seiner Erklärung abfaßte. Allein lassen wir hier das tiefere Eingehen in diesen Gegenstand, sowie in die damit zusammenhängende Untersuchung, wie die vom einfachen Sinne abgehenden Bibel - Deutungen in dem Talmud aufzufassen sind — worüber der? oftgenannte Rec., mit einer Berufung auf Sachs, sehr flüchtig hinweggeht, — und wird sich an einem andern Orte Gelegenheit zur weitern Ausführung finden. Hier genügt uns das gewonnene Resultat, daß der ganzen Richtung und Absicht der Rabbinen eine Theilung zwischen Mischnah und Gemara fern liegen mußte, dennoch aber die eigentlichen Mischnah- Erklärer bei einzelnen besonders scharf hervortretenden Stellen