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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-11-02 · Heft 44 (2.11.1845) · page 5

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 44 (2.11.1845)
Date
1845-11-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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357 sicht einen Ruhm darin, sich als Gegner Geigers zu geriren und sich mit augenblendenden Reeensionen über dessen Schriften zum Gelehrten in das Publikum hinein zu rodomontiren. Nun, wir wollen sehen, ob es ihm gelinge. — Zustände in Altona. -Aber lieber Freund! was soll ich Ihnen über und von Altona berichten. Der der Gemeinde voranleuchtet heißt Rabbi Jacob Ettlinger; der der Jugend vorangeht heißt Dr. Enoch und redigirt den Zionswächter. Liegt darin nicht Alles, was sich ein vernünftiger Redacteur eines jüdischen Blattes denken und — nicht denken kann? — Kann es Sie und Ihre Leser interessiren, wenn ich Ihnen erzähle, daß einer von den feinen Bacherim, die zu den Füßen des Herrn Ettlinger sitzen und seiner Weisheit lauschen, hier in Hamburg eine Stelle in der Klaus bekommen hat. Wenn ich Ihnen sage, daß dieser junge Rabbi in spe Götze heißt, so wissen Sie Alles, was ich von ihm weiß. Oder soll ich Ihnen berichten, daß bei dem am 7. Aug. stattge-. habten Leichenbegängniß unsres unvergeßlichen Herrn Präsidenten Blücher der Wagen des Herrn Rabiners am Eingang des zur Kirche führenden Kirchhofes aus der Reihe gefahren und nach Hause umgekehrt ist. Sie zweifeln nicht daran, daß ver hei. lige Mann sicherlich nichts ohne — kabbalistische Gründe thut. Wir kennen fteilich sehr fromme und frumme Rabbiner, wie z. B. den zu seinen Vätern entschlummerten Eger in Braunschweig, der sich so oft bei Kirchenzügen der christlichen Geistlichkeit angeschlossen und in der Kirche den dort ftattgehabten Feierlichkeiten mit beigewohnt hqt; indessen der verstorbene Eger war auch kein — Kabbalist und glaubte auch nicht ay die magnetische Kraft der Chizaunim. Was läßt sich aber über die Gemeinde-Angelegenheiten bei so bewandten Umstanden Erfteuliches berichten! Jnteressirt Sie es vielleicht, daß unser Steinheimer unermüdet, unter jeder literarischen Gestalt seiner originellen Offenbarungsidee nach dem Lehrbegriff der „Synagoge" Eingang zu verschaffen sucht. Das thut er allerdings, so wohl in besondern Broschüren als auch in Zeitblättern. So schrieb er neulich erst im Juli- Heft der Frankel'schen Zeitschrift „Natur zum Texte" gegen den Herrn vr. Salomon. Aber wie gesagt: das sind lauter Bagatellen und des Berichtes nicht werth. Doch halt! Steinheim geht mit nächstens nach Rom, ich glaube, um sich zu restauriren. Das könnte für die hebräisch-talmudische Literatur von großem Nutzen sein. In Rom befinden sich im Vatikan und in den andern Bibliotheken gewiß sehr alte noch unbekannte Manuscriptc theilsin rabbinifcher theilsinarabischerundsyrischerSprache da kämen dem Verfasser der Offenbarung nach dem Lehrbegriffe der Synagoge, feine ausgebreiteten rabbinischenKenntnisse zu Statten und es könnte zum Nutzen und Frommen Israels, eine reiche Ausbeute geben. Speramus .... Aber was sagen Sie zu dem scandalösen Zionöwächter? Ich habe mir das Blatt sehr schlecht gedacht, .ebenso unter aller Critik gemein, als würde es von Fisch- und Höckerweibern redigirt — nein, das konnte Niemand erwarten. Ein Blatt und ohne alle wissenschaftliche Tendenz, das nur zu schimpfen und zu lästern verstehet! Armes Zion! O H e n o ch! Henoch! ich frage Dich: rfr’So no noic? Die Rabbiner schimpft er, die Prediger find ihm Zwittergestalten. Aber, mein mit offnen Augen schlafender Wächter! wenn die Prediger Zwittergestalten sind — was sind Sie, der Sie weder Rabbiner, noch Prediger sind und find Sie etwa einAndrognus (Stt ein Tum - Tum (Ltvvtv) oder, nach einer neuern Leseart — ein Dum - Dum? Nochmals, und zum letzten Male die Kegrädnißfrage. ) Nach der Beantwortung der nicht sehr erquicklichen kurzen Aufforderung in der Allg. Zeitg. des Judenthums (Nro. 13 pag. 193 d. I.) in einer der späteren Nummern desselben Blattes glaubte ich wenigstens den Verdacht, als ob ich aus Feigheit oder aus Heuchelei zu jenem Gebrauche schwiege, beseitigt; da kommt mir denn ein bei weitem stärkerer Angriff in dem Israeliten des 19. Jahrhunderts in einem Correspondenzartikel von der Elbe (Nro. 27) zu Gesichte, worin ich folgende Stelle las, die ich hier wiederholen will: „Was mir am meisten bei dergleichen Vorgängen auffallend, ja fast unbegreiflich scheint, ist, daß Hr. vr. St., der früher mit zum Vorstande gehörte, der sich großen Einflusses rühmen kann, der schriftlich für die jüdische Sache in ihrer bürgerlichen und religiösen Seite so viele Theilnahme zeigte, sich handelnd so ruhig verhält und so wenig dazu beiträgt, diesen unv ähnlichen Uebelstänven entgegen zu treten, die nicht dem Judenthumc, sondern lediglich den Juden zur. Last gelegt werden müssen, die aber von den Gegnern unserer Religion innerhalb und außerhalb Israels der Religion selbst zur Anklage dienen. Als Arzt trifft Steinheim doppelt der Vorwurf, diesem Treiben gegenüber so passiv sich verhalten und namentlich der absurden Behauptung des Physikus nicht *) Es ist uns diese Entgegnung erst ganz in der Kürze zugekommen. Die Nedaction.

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