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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-09-21 · Heft 38 (21.9.1845) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 38 (21.9.1845)
Date
1845-09-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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306 einen Cyklus von 7 Jahren zu vertheilen, und die Apokryphen wegzulassen. Beim Vespergebete, an den zweiten Festtagen, an den halben Feiertagen und an dem Einweihungsfeste sei aus den Propheten vorzulesen. Geiger führt aus, wie das Vorlesen der Thora zu einer Zeit eingeführt worden, wo die Bibel noch nicht im Volke verbreitet gewesen. Früher sei nun durch das Institut des pomno das Verständniß derselben bewirkt worden; jetzt sei aber Alles zu einer todten Form erstarrt, und das Volk empfinde Langeweile beim Voricsen der Thora. Es sollte daher jetzt von den Lehrern^ der Gemeinden nur ein Stück aus der Thora verlesenM übersetzt und mit einer Erklärung begleitet werden. Das wäre das wahrhafte Vorlescn der Thora. Allein da dieses jetzt noch die Gefühlsweise der Gemeinden verletze, so müßte man sich mit Palliativen begnügen, und da man, wenn man sich einmal akkomodire, dieses auch recht tbun müsse, so sei es das Angemessenste, die ganze Sidra im Laufe der Woche zu verlesen, und zwar so, daß am ersten Sabbath die vier ersten Kapitel, beim Vesper- Gottesdienste das fünfte, Montags das sechste und Donnerstags das siebente verlesen würde. Präsident führt zur Unterstützung des Vorschlags von Geiger die talmudische Stelle raaa pp’DEDt? mpoa nmy nruoa pip nt?, rinnt? an. Die Versammlung entschied sich jedoch durch Stimmen-Mehrheit für den dreijährigen Cyklus und für die zeitgemäße Erneuerung des alten Instituts der Methurgemin. Hiermit ward die Sitzung vom 22. Juli geschlossen. In der Vormittags-Sitzung vom 23. Juli kam zuvörderst die Frage zur Verhandlung: Wie es bei dem dreijährigen Cyklus SiMchatch Thora gehalten werden solle. — Viele Redner machten nun darauf aufmerksam, daß dieses Fest nur seine Bedeutung durch den Schluß des Thora-Verlesens habe. Andere hingegen drangen darauf, daß man dem Volke diesen Tag, an welchem cs sich mit Erhebung freue, nicht nehmen solle; zumal ihm doch die Bedeutung der Anhänglichkeit an der Thora, oder eines Gedächtnißtages von Moses gegeben werden könnte; wogegen von anderer Seite erwiedert ward, daß jener Tag in dem Hauptgebete selbst doch nur die Bedeutung von y'tt? gehabt. Die Mehrheit entschied für die dreijährige Feier j enes Tages. Wegen des T r o p p e s berief man sich auf die Beistimmung der ersten Rabbiner-Versammlung zu der Mecklenburgischen Gottesdienstordnung, in welcher jener Gebrauch bereits abgeschafft ist. Wegen der nnvsn entschied die Versammlung, daß sie deutsch, und zwar bei dem Bormittagsgottesdienste, vorgelesen und hiezu die Propheten und Hagiagraphen mit gehöriger Auswahl benutzt werden sollen. Hinsichtlich der nxnp (Borlesen des Buches ^Estcr) trug Salomon darauf an, daß des Abends eine kurze Homilie über dasselbe und des Morgens eine Predigt vorgetragen werden solle. Geiger macht auf den nicht zur Erbauung geeigneten Inhalt desselben aufmerksam, und Herzfeld führt eine Stelle aus Zunz an, wonach in jenem Buche 129mal das Wort *p>an und nicht ein einziges Mal der Name Gottes vorkomme. Die Versammlung entschied sich für eine deutsche Paraphrase statt der bisherigen Wiederholung in hebräischer Sprache. Hinsichtlich des Instituts der D\snp njnt? machten sich verschiedene Ansichten geltend. Gosen wollte in dem Aufrufen der einzelnen Gemeindeglieder und bezüglich in den Segenssprüchen derselben die Ablegung eines Glaubensbekenntnisses sehen; wogegen Holdheim bemerkte, daß man ein solches gerade vermeiden sollte, um nicht die Gewissensfreiheit welche in der Synagoge so hoch geachtet sei, zu beschränken. Hirsch will auch die Zuziehung der Frauen, wobei er den talmudischen Spruch mirQ nmziD nt?a citirt. B en Israel meint, man dürfe nichts beschließen, was gegen die Mischnah, welche das Institut der D\xnp vorschreibe, verstoße. Philippson gibt zu bedenken, daß gerade das Aufrufen es sei, welches bei so mancherlei Vorkommenheiten und Lebensgcschicken die Glaubensbrüder in die Synagoge führe. Cahn glaubt, daß es genüge, wenn der erste die Vornmn und der letzte die Nach- .1212 spreche. A. Adler wies darauf hin, daß bis jetzt die eigentliche Betheiligung beim Gottesdienste erst mit dem Aufrufen begonnen habe, während Stein auf die Gleichberechtigkeit aufmerksam macht, welche gerade bei dem Institute der DWip'i hervortrete. Die Nichtthcilnahme

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