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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-09-14 · Heft 37 (14.9.1845) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 37 (14.9.1845)
Date
1845-09-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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300 bringen, damit es nicht den Anschein habe, als wollten wir sie mit einem Federstrich tilgen. 3) Sollen dieMussaphim beibehalten werden? Auch diese Frage ward durch Stimmenmehrheit bejaht. —s. (Der ischluß der sämmtl. Verhandlungen in der nächsten Nummer). Geschichte des Tages. priese über die zweite Nadbiner-verkammlung. (VI.) Mitgliedschaft. S. M. Schiller. / (Frankfurt a. M. im August.) Eine hochwichtige, gewiffermaßen Lebensfrage für die Versammlung kam in derselben gelegentlich, aus Veranlassung der auf deren Siegel zu setzenden Umschrift, zur Sprache; die Frage nehmlich, ob auch dazu befähigte Ausländer zur Thcilnahme berechtigt und zuzulassen sehen? Die von der ersten Rabb.-Vers, entworfenen Statuten sprechen sich zwar darüber nicht aus, doch kann nicht bezweifelt werden, daß man nur Deutsche im Auge hatte. Im Entwürfe, §. 1. geschah ursprünglich ..der jüdischen Religionslehrer in Deutschland" ausdrücklich Erwähnung, er lautete: „Die Rabbiner-Versammlungen haben den Zweck, eine persönliche Annäherung der jüdischen Neligionslehrer in Deutschland zu bewerkstelligen, um in Gemeinsamkeit zur Erhaltung, Fortbildung und Belebung ves Judenthums zu wirken." Dieser tz. erhielt nach längeren Discussionen, welche jedoch unsre Frage nicht berührten, folgende Fassung: „Die Rabbiner-Versammlungen haben den Zweck, gemeinschaftlich sich über die Mittel zu berathen, wodurch die Erhaltung und Fortbildung des Judenthums unv die Belebung des religiösen Sinnes bewirkt werden könne." Diese Fassung gestattete die Aufnahme der Worte in Deutschland nicht, und da solche an sich nicht beanstandet waren , so hätte bei gehöriger Aufmerksamkeit cs im tz. 2. heißen müssen: „an derselben (Rabb. - Vers.) hat das Recht Theil zu nehmen jeder deutsche Rabbiner u. s. w., während sich nur sindet: „jeder Rabbiner"*). Als Umschrift des Siegels der Rabb. - Vers, ward zu Braunschwcig ohne Discussion angenommen: „ Die Versammlung der Rabbiner Deutschlands " **). Die Anschaffung dieses Siegels jedoch war voriges Jahr unterblieben und kam nun wieder in Anregung; ungeschickt genug ward die richtig be- *) Protokolle der ersten Rabbiner-Versammlungen S. 5. **) Ebendasselbe. S. 87. stimmte Umschrift desselben neuerdings in Frage gestellt, auch, rren wir nicht, in: „Die Versammlung deutscher Rabbiner „umgewandelt, was im wesentlichen nichts ändert, und, wenn wir die ohne entscheidendes Resultat gebliebene Debatte richtig aufgefaßt haben, nichts abändern sollte. Die Gegner der politischen wie der religiösen, der materiellen wie der intellectuellen Emancipation der Juden befolgen ganz dieselbe Taktik; sie geben sich das Ansehen als hätten sie bei ihren Bestrebungen und in ihren Meinungs - Äußerungen die ganze Judenheit und nicht einzelne Thelle derselben im Auge; darüber gehen H. Ghillany in Nürnberg und H. Fürst in Leipzig, H. Paulus in Heidelberg und, wir bedauern es sagen zu müssen, wenigstens zur Zeit noch H. Frankel in Dresden einig. Nicht genug daß wissenschaftliche Ausbildung sociale Stellung, geistige Mündigkeit, bürgerliche Wirksamkeit, achtungswerthe Persönlichkeit keine Berücksichtigung finden, sondem alle Juden sollen zusammen gehören, gleichsam solidarisch haften; die im Occident für die im Orient, die in Deutschland für die in Polen, die in den Städten für die auf dem Lande. Bei den Christen hat diese sinnlose Ansicht sich in Deutschland als Vorurtheil ausgebildet und tiefe Wurzel geschlagen, sie wird in der Schule schon gehegt unv gepflegt und macht sich in Rede und Schrift geltend. Sind alle Katholiken nach Trier gewallfartet, und umgekehrt haben alle Evangelischen an den Versammlungen und Protesten der Lichtfreude Theil genommen? Keines von beiden, wir haben aber nicht gehört, daß daraus auf die politische oder religiöse Mündig - oder Unmündigkeit der einen oder andren im allgemeinen geschlossen worden wäre, und haben selbst nicht im entferntesten die Absicht, einen solchen Schluß zu ziehen. Aber bei uns Juden soll das anders gehalten werden; da soll so lange nicht von politischer Mündigkeit die Rede seyn können, als noch ein Jude dem Schacher- oder Nothhandel obliegt; da sollen alle geisttödtcnden, sinnlosen Cermonieen, aller Aberglaube das ganze nicht europäische überlebte, separatistische Unwesen aufrecht erhalten werden, bis die gesammt e durch alle Welttheile zerstreute Judenheit zu unsrer Einsicht und Erkenntniß gelangt sein, bis sie ihren alten Starr- und Eigene sinn abgelegt, und angefangen haben wird zu begreifen, daß sie bis dahin eine Fremde sein werde unter den Völkern, als sie nicht aufhören wird, diese als Fremde, B'-DJ , zu betrachten. 23i* Viele, die gegen'den materiellen Comm unismus mit aller Kraft zu Feld ziehen, dichten oder muthen nicht den Juden eine Gemeinschaft der geistigen Güter an'. Doch wir wollen nicht zu weit abschweifen und zu der Rabb.-Vers, zurückkehren. Diese ist ihrer Entstehung und Ausbildung, ihrem Grundgedanken und Wesen nach ein deutsches Institut. Auch im Jndenthnm geht die Ref^o^

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