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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-09-14 · Heft 37 (14.9.1845) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 37 (14.9.1845)
Date
1845-09-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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nicht abstellen wollen, so sei doch ihre untergeordnete Bedeutung deutlich genug von ihnen ausgesprochen worden. Man sollte daher kein Bedenken tragen, jene Gebete fallen zu lassen, und hiebei weiter gehen, als der Talmud. Wir stehen zwar auf positiv - historischem Standpunkte, wollen aber denselben auch weiter entwickeln, und nicht darauf stehen bleiben. — Der Begriff von Opfer führe nun einmal vom reinen wahren Glauben ab, und müsse darum ausgeschieden werden. Er stimme daher auch für Beibebaltung des Mussaph, aber für Weglassung der Stellen, welche die Bitte um Wiederkehr des Opferdienstes enthalten. Einhorn: Gegen Heribeimer müsse er bemerken, daß derselbe sich vom G-'biete des Zudenthums auf das des Christenthums verirrt habe; wenn er von einer Sühne spreche. (Citirt eine Stelle, wonach selbst *rown rron» an der Wiederherstellung des Opferdienstes gezweifelt habe.) Er stimme daher nur insofern für Beibehaltung des Mussaph, daß die drei ersten und drei letzten Benedeiungen hebräisch gesprochen, für die mittleren aber ein deutsches Gebet statuirt werde, in welchem ein Dank gegen Gott für die höhere Entwickelung des Geistes in Beziehung auf die Opfer ausgedrückt werden sollte; hiemit sollte auch ein Dank für die Zerstörung des Tempels verbunden werden... Wechsler: Die Versammlung habe bewiesen, was deutsche Gründlichkeit sei. Aus eiuer einfachen Frage habe sie eine weitläufige tbeologische gemacht, habe eine Symbolik der Opfer gehört u. s. w. Er wolle nicht so weit gehen, sondern sich nur daran halten, daß der Gedanke an die Wiederherstellung des Opferdienstes uns unmöglich geworden, mögte er nun ein berechtigter sein oder nicht. Er stimme daher dafür, daß in den vielen Gemeinden, wo noch keine Predigt sei, das Mussaph beibehalten werde; wo aber die Predigt und ein Schlußgesang hernach cingeführt sei, möge das Mussaph wegfallen. Wo es indeß beibebalten werde, solle auch eine Erinnerung an die Opfer bleiben. Ben Israel: Durch die Frage über den Messias sei die über die Mussaphim noch nicht erledigt; denn die Opfer sollen nun einmal nach der Vorschrift der Bibel der Ausdruck unserer Andacht sein. Er stimme daher für die gänzliche Beibehaltung des Mussaph, mit alleiniger Weglassung der Bitte um Wiederherstellung der Opfer. Gosen: Man streite hier um des Kaisers Bart. Wir deutsche Israeliten brauchen weder nach Palästina zu wallfahren, noch den Opferdienst herzustellen. Gr stimme für Beibehaltung des Mussaph, und selbst derjenigen Stellen, welche von den Opfern handeln; aber nicht in Beziehung auf uns, sondern in Rücksicht auf die Juden in Palästina. Sobernheim: Der Opferdienst stehe nicht in Widerspruch mit dem Monotheismus; da sonst die Bibel eben so gegen jenen hätte kämpfen müssen, wie gegen den Götzendienst. Die Akkomodationslehre des Maimonides werde von Niemanden getheilt. Wie jetzt das Wort der Ausdruck unseres inneren Gedankens, also damals die Opfer. Tie Rückerinnerung an die Opfer sollte daher nicht aus unseren Gebeten schwinden, da wir sonst nicht mehr in Verbindung mit der Vergangenheit stehen würden. Vielmehr sollte sich an sie der Ausdruck unseres jetzigen Gefühles anschließen und in diesem dann die Klage über Aufhören der Opfer unterbleiben. Wären wir übrigens im Widerspruch mit dem Talmud, so wäre es auch Maimonides gewesen. Hofmann: Es sollte gerade das ganze Mussaph wegbleiben, um dadurch es bestimmt auszusprechen, daß die Opfer keine Bedeutung mehr für uns haben. Der Präsident legte nun folgende Fragen zur Abstimmung vor: 1) Soll die Bitte um Wiederherstellung des Opferdienstes aus unserem Gebete geschieden werden? Einstimmig ward diese Frage bejaht. 2) Sollen die Stellen aus der Bibel, welche von den Opfern handeln, beibehalten werden, und zwar in hebräischerSprache? Die Mehrheit der Versammlung bejahte ebenfalls diese Frage. Geiger erwähnt bei dieser Gelegenheit, daß er in seiner Gemeinde sowohl die Bitte um Wiederherstellung der Opfer, als die Erwähnung derselben abgeschafft, ohne daß dieses im Geringsten Anstoß gefunden. Gr könne auch nicht glauben, daß wir verblichene Vorstellungen im Gebete zur Sprache bringen sollen, wenigstens nicht jeden Tag. — Die Predigt mir könne die Aufgabe haben, auch historische Erinnerungen zur Sprache zu

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