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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-09-07 · Heft 36 (7.9.1845) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 36 (7.9.1845)
Date
1845-09-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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SSI man die drei ersten und drei letzten Abschnitte beibehalte, und nur in der Milte ein stilles Gebet einführe. Herz selb: Der talmudischen Ansicht hinsichtlich der Erwähnung der Opfer werde schon mit dem oan «TOin genügt, wie aus Talmud Rösch Haschanah (letztes Blatt) hervorgehe, wo es auch als genügend befunden werde, wenn statt der pömon rronpo nur •pnina uHp ronDtP 103 -pTsn msi» unpjt nvyj gesprochen würde. Eben so erlaube der Talmud, daß am Sabbath die -t'vLv NViL, nämlich das wn orai rc. nicht gesagt werde. Doch diese Gründe genügen nicht, sondern man müsse die Opfer-Idee gehörig beleuchten. Bei der Messiaslehre sei es nur eine Möglichkeit, daß dieses und jenes aus ihr zur Verwirklichung komme; die Opfer aber haben sich ganz überlebt; wozu sie also noch festhalten. Unmöglich könne es die Absicht der großen Synode (j"n"3*a0 gewesen sein, dem Gefühle Gewalt anzuthun; denn das Gefühl erkenne keinen Gesetzgeber an. Warum sich also ein Gebet aufzwingen lassen, gegen das sich jede Faser unseres Herzens sträube? Er stimme daher dafür, daß das Mussaph in seiner jetzigen Form nicht beibehalten werde, sondern statt desselben ein passendes Schlußgebet. Der Opfer könnte man immer erwähnen; jedoch nur in dem Sinne, daß die jetzige Zeit dem innerlichen Gottesdienste einen höheren Werth beilege, als dem äußern. A. Adler: Das System der Akkomodation bringe nur Verwirrung, wie dieses die verschiedenen Ansichten, welche man hier ausgesprochen, beweisen. ES sei nicht wahr, daß die Idee des Opferkultus aus unserem Bewußtsein geschwunden; denn diese sei die Andacht, die höhere und wahre Aeußerung jener Idee. Früher habe der Mensch eine mystische Form für die Andacht gehabt, welches die Opfer gewesen; später erstarrte die Idee und sanken daher jene zur bloßen Werkheiligkeit herab. Da nun die heilige Schrift an den Sabbathen und Festtagen mehr Opfer, d. h. eine längere Andacht fordere, so müßte auch das Mussaph-Gebet beibehalten werden; jedoch nicht in der Weise, daß wir um Herstellung des Opferdienstes bitten, sondern nur als ein Vergangenes, als eine Sache der Erinnerung. Wagner: Er wolle nur an die Talmudstelle: „Wer Dank mir opfert, ehrt mich" erinnern. Auch Maimonides habe die Opfer nur als eine Akkomodation an das Heidenthum angesehen. Er stimme daher für die Weglassung des Mussaph und für die Einführung eines kurzen paffenden Festgebetes. Auerbach: Er könne der Opfer-Idee, wie Holdheim sie auffaffe, nicht beistimmen. Sprechen wir ja in unseren Gebeten so oft vom Opfer, und die Religion verlange Opfer und Selbstverleugnung. Die Stellen, in welchen vom Opferdienste gehandelt werde, mögen immerhin entfernt bleiben; aber der Idee selbst müsse Raum gegeben werden. Wir sehen mit dem Talmud einen Ersatz der Opfer durch das Gebet, aber keinen bloßen vorübergehenden und ungenügenden, (Aufgeschoben sei nicht aufgehoben) sondern einen vollen und dauernden. Er stimme daher auch für die Entfernung der Stellen, welche sich auf die Formen des alten Opfercultus beziehen, aber nicht für Abschaffung des Mussaph-Gebetes; welches er jedoch in einer anderen Form wünsche, und mache er in dieser Beziehung auf ein schönes Gebet in den „Bausteinen" von Stein aufmerksam, das statt des Mussaph eingeführt werden könnte. S. Adler: Man breche keineswegs mit dem Talmud, wenn man den Opferdienst nicht anerkenne; ja während mit der scharfsinnigsten Eregese das U e b er fl ü ssige des Opferdienstes aus den prophetischen Schriften nicht nachgewiesen werden könne, stelle der Talmud den Satz auf: „Das Gebet ist mehr, denn all? Opfer". (numpnn inv» nbsn rwru). Am wenigsten werde es sich aus dem Talmud Nachweisen lassen, daß man um Herstellung des Opferdienstes beten müsse. Er stimme daher gegen die Opfer-Gebete, nicht aber für die Abschaffung des Mussaph, welches ein wahrhafter Typus des alten Gebetes sei. Ja man würde ein Stück aus dem Herzen unserer Glaubensgemeinde reißen, wenn man ihnen das Mussaph nehme. Hiermit ward die Sitzung vom 21. Juli geschlossen und die Debatte in der Vormittagssitzung vom 22. fortgesetzt: Geiger: Er glaube, daß wenn nicht die Debatte, doch die Geduld der Mitglieder und Zuhörer erschöpft sei, und wolle daher auf die weitere Begründung seiner Ansicht verzichten. Ohnehin gehöre eine solche ausführliche Begründung in die Literatur, nicht aber hierher. Man würde sonst ein Schauspiel geben, wie es früher statt gefunden und bewirken, daß das fernere Publikum nur einen sehr winzigen Nutzen aus unseren Berhandlungen ziehe. Cr wolle sich daher nur darüber aus-

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