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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-08-17 · Heft 33 (17.8.1845) · page 6

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 33 (17.8.1845)
Date
1845-08-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
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29© offerier Straße mit demselben Schwarme umgeben gesehen worden, welcher auch dem Lehren seiner Zeit das Geleit gegeben; «io traasit gloria mundil Antwort cn die Unterzeichner der Kreslauer Adresse. (Frankfurt a. M.) Folgendes ist die Antwort der zweiten Rabbiner-Versammlung an die Unterzeichner der Breslauer Denkschrift*): Wenn Männer aus Israel, welche die Bildung der Zeit in sich ausgenommen haben und in den Kreisen des bürgerlichen Lebens nach Kräften wirksam sind, tief in ihrer Brust das Verlangen und die Sehnsucht fühlen, mit den Formen und Gesetzen der Religion in Einklang zu kommen, so kann dies einer Versammlung von Rabbinern, von geistlichen Führern der Gemeinden, nur eine höchst erftculiche Erscheinung sein. Wollen jene Männer sich nun auch an dem großen Werke der Regenerirung des Judenthums durch ausführliche Darlegung der Gebrechen, durch offenes Aussprechen dessen, was nach ihrer Uebcrzeugung Roth thue, durch unzweideutiges Hinweisen aus die Kluft zwischen Lehre und Leben bethciligeu: so muß jeder Lehrer in Israel, dessen Herz von dev Wehen und Kämpfen seiner Glaubensgenossen ergriffen und von der Heiligkeit seiner Religion durchdrungen ist, mit ganzer Seele dies wördigen. So hat nun auch die zweite Rabbiner-Versammlung die von Ihnen eingesendete Denkschrift mit Freuden begrüßt; und wenn schon die erste Rabbiner - Versammlung durch Erwählung von Commissionen gerade für zwei jener Punkte, auf welche Sie hindeuten, hinlänglich bewiesen hat, daß sie. sich wohl dessen bewußt war, worin hauptsächlich die Confficte der jüdisch-religiösen und socialen Verhältnisse bestehen, so konnte doch die zweite Rabbiner-Versammlung Ihre offene, unumwuudyle, wenn auch hie und da etwas herbe Darstellung nur mit AstrerkennÄng entgegennehmen. . . , . > . Allerdings vermochte die diesjährige Rabbiner-Versammlung wegen der Bedeutsamkeit der ihr zur Berathuug vorliegenden Gegenstände und in Folge der drängenden Zeit nur einen Theil ihrer Aufgaben zu losen. Aber wir glaube«, daß der Ernst, die Ausdauer und die Sorgfalt, welche die Versammlung bei ihren Verhandlungen an dev Tag zu legen bemüht war, das Vertrauen auf sie nachhaltiger steigern müsse, als wenn sie große Fragen der Zeit, die zugleich Lebensfragen der Religion find, in flüchtiger Eile erledigt hätte. Wir können Sie daher *) Dieselbe ist in der Beilage zu Rr. 30 abgedruckt. D. Red. in Bezug auf die von Ihnen erwähnten Punkte, welche in der zweiten Rabbiner-Versammlung nicht zur Berathung gekommen sind, wohl auf die Wirksamkeit der nächsten Rabbiner-Versammlung, hinsichtlich des Gegenstandes aber, welchen Sie in Ihrer Denkschrift an die Spitze stellen, auf die Verhandlungen der diesjährigen Session verweisen. In dieser nämlich wurden die Grundsätze, nach welchen der Gottesdienst eine durchgreifende Umgestaltung erfahren muß, feftgestellt, der Grundriß hiefür entworfen, und wird nun der Bau durch eine eigene Commissiou weiter ausgeführt werden. Alle die von Ihnen angeregten gottesdienstlichen Fragen werden Sie bereits von der ersten Versammlung gestellt, von der zweiten nunmehr beantwortet finden, ohne daß jedoch die Versammlung, durchdrungen von der lebendigsten Uebcrzeugung, Israel habe allerdings noch eine hohe Aufgabe inmitten der ganzen Menschheit zu lösen, nicht auch positiv alle Momente aufrecht zu erhalten gesucht hätte, welche im Gottesdienste dafür wirksam sind. Indem wir nun, hochgeehrte Herren, Ihnen in Beantwortung Ihrer Denkschrift dies zu erkennen geben, wünschen wir nichts sehnlicher, als daß die ganze israelitische Glaubensgenossenschaft dem Institute der Rabbiner-Versammlung immer mehr jenes Vertrauen zuwenden möge, welches allein die Wirksamkeit desselben zu kräfttgen im Stande ist, und bitten wir, daß der allmächtige Gott Seinen Beistand und Segen Allen verleihen wolle, welche zur Ehre Seines Namens und zur Verherrlichung Seiner Lehre sich die Hand bieten. Frankfurt a. M., den 25. Juli 1845. Stein, Präses. Hirsch, Secretär. Die jüdischen Sträflinge. AuS Würtemberg, im Juli*). Ein unvollständiger Bericht'im Schwäbischen Merkur über die Verhandlungen der Kammer der Abgeordneten in Betreff des Arbeitens der israelitischen Strafgefangenen am Sabbath hat einigen jüdischen Zeitschriften Veranlassung gegeben, die israelitische Oberkirchenbehöpde zu verdächttgen. Obschon später der Bericht des Schwäbischen Merkurs officiell berichtigt wurde, so haben doch bis jetzt jene Zeitschriften nicht für nöthig erachtet, ihren Fehler wieder gut zu machen. Ein General-Erlaß der israelittschen Oberkirchenbehörde, welcher den wahren Sachverhalt enthält, stellt die Sache in einem andern Lichte dar, und liefert den Beweis, daß diese Behörde, wie in ihrer ganzen Wirksamkeit, *) Durch Zufall verspätet.

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