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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-07-06 · Heft 27 (6.7.1845) · page 15

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 27 (6.7.1845)
Date
1845-07-06
Page
– (sequence 15)
Language
German
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19 Sprachwissenschaft auftrbaut war, die Punctation viel zu kühn und willkürlich perhorrescirte"; denn Michaelis hat, wie H. in einer Anm. nachträglich bemerkt, mit gleichem glücklichen Tacte übersetzt: Ucber Gott Hab' ich mich bemüht und das Unternehmen aufgcgeben, nur in der Punctation des letzten Wortes abweichend, indem er setzt, was jedoch H. wieder nicht gefällt. Die gelegentlich angebrachten Conjecturen zu andern Stellen von ähnlichem Wcrthe übergehen wir, um endlich in das Innere des Landes Maffa einzudringen. Ein so benannter ismaelitischcr Stamm kommt 1 M. 25, 14. 1 Ehr. 1, 30 vor, er steht dort neben ,-,2N und unter den verschiedenen Landstrichen dieses Namens wählt H. für das biblische den in Wadi el kora aus, an welchen nun auch Maffa, was als Hedschr bestimmt wird, gränzte, und in welchem sich ausgewanderte Hebräer angefiedelt und sogar eine Dynastie gegründet hatten, was eben aus unfern beiden Stellen hcrvorgeht. Dieses israelitische Königreich gründeten jene Simeoniten, wie Herr H. „fich zu behaupten getraut, welche, nach 1 Ehr. 4 , 38—43, zur Zeit des Königs Hiskia mit ihren Heerden über die judäische Südgränze hinaus weiter gezogen, die dortigen Einwohner ausgetilgt und das Land in Besitz genommen. Auf dieses auswärtige israelitische Reich bezieht sich auch die prophetische Rede Jcs. 21, 11 ff., wo der Prophet nur, um nicht Zu sagen, lieber nori NtPD schrieb I Und merkwürdig findet fich auch der Name Zemuel oder Nemucl unter Simon's Söhnen (1 M. 46, 10. 4 M. 26, 12. 1 Ehr. 4, 24.), was offenbar identisch mit unserm Zemuel ist; zwar hat auch der Stamm Rüben seinen Nemucl (4 M. a. a. O.), und somit wäre der Name kein charakteristisch simeonitischcr, allein bei Rüben ist Dies ein Fehler und muß vielmehr Joel heißen, wie man aus 1 Ehr. 5, 4 combinircn kann. Nun stehen ferner die Sprüche am Ende nach denen, die von Hiskia gesammelt worden, manche Ausdrücke darin sind aramäisch, obgleich dennoch „im Ganzen der Hebräismus beider Stücke noch sehr rein ist, woraus fich schließen läßt, daß sie nicht viele Deccnnicn nach der ersten Niederlassung'in Maffa verfaßt worden find", und endlich haben die Sprüche etwas Fremdartiges und mit Sprüchen der Hitopadcsa Verwandtes. Und hiermit wäre das von Simeoniten gestiftete Königreich Maffa, die Königin Regentin, deren königlicher Sohn Lemuel nebst seinem Bruder Agur fest begründet und vor allem Zweifel sicher gestellt! Man begreift in der That nicht, wie ein besonnener Mann an einem solchen Spinnengcwcbe von Hypothesen Freude finden kann und Dies bei Stellen, die an fich gar nichts Seltsames darbieten. Die von H. gewaltsam hervorgesuchten sprachlichen Schwierigkeiten haben wir oben schon beseitigt; es bleiben also nur noch die genannten Personen übrig. Zst eS aber zu verwundern , daß die Spruchweisheit, welche im Munde des Volkes ihre rechte Stätte fand, fich gerade an fremdartige Personen knüpfte, die von fernen Landen her als Weise berühmt waren? Was ist also Auffallendes, daß man einem Agur, Sohn eines Zakeh, Sprüche nachsagte, die er-zweien seinen Schülern Jthiel und Ukhel, mittheilte, oder der Mutter eines fernen Königs Lemoel (so liest unser Text, nicht Lemuel), die sie an ihren Sohn richtete? Nur eine Hyperkritik, die, übermüthig geworden, fich auf die von ihr gefundenen positiven Resultate so viel zu Gute thut, kann daran Anstoß nehmen, und es ist zu bedauern, daß so tüchtige Männer wie Ewald, Hitzig u. A. fich in ein solches Verfahren hineinverrennen! Dasselbe Heft enthält übrigens (S. 366 — 378) noch eine kürzere Bettachtung über „die neuesten Erklärungsversuche der Reden Elihu's. Bon vr. E. Meier", gerichtet nämlich gegen die Versuche vonVaihinger und Stickel, namentlich Letzterem, die Ursprünglichkeit der genannten Stücke im Buche Hiob zu behaupten und zu erhärten. Schon seit längerer Zeit hadern die Kritiker um mehre Stücke im Buche Hiob und reißen bald dieses bald jenes vom Buche los, in der Behauptung, es sei ein später angesetztes Glied an dem künstlerisch gebildeten, vollendeten Organismus. Früher war auch der Prolog und der Epilog in großem Verdachte, den man jetzt von ihnen hinweggenommen zu haben scheint; allein die Reden des Elihu find ein Stein des Anstoßes geblieben, und ihre Unächtheit ist laut proclamirt worden. Herr M. faßt nun, Sttckel gegenüber, nochmals die Einwürfe der Kritik gegen deren Aechtheit kurz zusammen. Das Schweigen Elihu's während der langen Verhandlungen Hiob'S mit seinen drei Freunden bleibt ihm unerklärlich; dieses, mü St., durch die sittige Zurückhaltung der Jugend vor dem Alter zu motiviren, scheint ihm „mit dem aufgcspreizten, ruhmredigen und anmaßend absprechenden Wesen des polternden Jünglings" schwer vereinbar. Ist Dies nicht aber dennoch psychologisch vollkommen begründet? Die hohe Achtung vor dem gereiften Alter, welche namentlich der Orient festhielt, legte sie auch dem anmaßenden und begeisterten Jünglinge nicht einen nothwendigen Zwang «auf, so daß er, wenn auch nicht aus innerer, so doch aus äußerer Scheu, an fich halten mußte, bis dann endlich der wogende Sttom die Dämme durchbrach?— Allein warum wird er „als die Hauptfigur neben den übrigen in der Einleitung nicht erwähnt"? Ich denke, aus demselben Grunde, aus dem ihn der Dichter so lange schweigen läßt. Er ist ihm gar keine Hauptfigur, sondern ein zwar geistvoller, aber unerfahrner, bombastischer Jüngling, der im Rathe nicht zu fitzen, blos zuzuhören

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