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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-07-06 · Heft 27 (6.7.1845) · page 16

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 27 (6.7.1845)
Date
1845-07-06
Page
– (sequence 16)
Language
German
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hat, der, wenn er denn roch spracht, wohl angchört, aber weiter nicht beachtet, also auch weder im Prologe noch im Epiloge genannt ward. Ich kann daher auch St. nicht beistimmen, daß Elihu auf die Reden Gottes vorbereitend sei, vielmehr dient er nur zur Vervollständigung der Gruppe; die Alten werden mit ihrer Erfahrung, der jugendliche Elihu mit seiner Theorie zu Schanden. Hiob ist also weit entfernt vor Elihu zu erliegen, sein Schweigen gegen ihn ist kein Verstummen aus Unfähigkeit zu antworten, sondern Gleichgültigkeit gegen seine Rede, die er blos erträgt; er erliegt also wirtlich blos vor Gott, und Elihu's Reden thun denen Gottes durwaus keinen Abbruch, wodurch etwa die künstlcriche Eemposition des Buches .gefährdet würde. Die Beweise von der Verschiedenheit der Sprache in Elihu'ö Reden sind nur für den Beweise, welcher mit der Gewißheit an sie geht, diese Reden seien spätere Zuthat, und in jedem Zufälligen und Untergeordneten seine Behauptung begründet sehen will; Schwulst der Rede mußte freilich der Dichter dem selbstgefälligen Jünglinge beilegen, wenn er wahrer Dichter war. Ein interessanter Streit cntspinnt sich über einen Gegenstand, der für die Beurtheilung der mittelalterlich-jüdischen Philosophie sehr wichtig ist. Man hat in neuerer Zeit nämlich versucht, die Philosophie der Araber, welche sowohl unmittelbar als mittelbar durch jüdische Uebcrsetzungen und Bearbeitungen auf die Ausbildung der Scholastik nachhaltig cingcwr'rkt hat, und für deren Kcnntniß thcils blos sekundäre Quellen thcils lateinische Ucbcrsetzungcn benützt wurden, aus den, meist blos handschriftlich vorhandenen Originalwerken keimen zu lernen. Namentlich hat sich Schmöldcrs, der sa,on früher die Logik der Araber in einer lateinischen Abhandlung bearbeitete, durch seine Schrift: essrn sur les ecoles phiiosophiques cliez les Arabcs et uotsuimieut sur la doctriue tf Algarroli. Paris 1842, verdient gemacht. Gerade die weniger bekannten philosophischen Sccten, welche zwar weniger philosophisch sind als die später herrschenden, den Griechen und namentlich dem Aristoteles — wie sie ihn auffaßten — huldigenden, re. aber als mehr original-arabisch betrachtet werden können, gerade diese Sectcn, die wegen ihrer vermittelnden Stellung, welche sie zur mohammedanischen Dogmatik und zur Philosophie einnehmen, Anfangs sich keiner Anerkennung erfreuten, weil sie dem Glauben, später weil sie der Philosophie zu viel vergaben, diese Richtung, welche unter dem Gattungsnamen der Mothakhcllenum oder Medabbcrim bei den jüv.Uebersctzern sehr bekannt geworden ist —sie sind es, welchen Hr. Schm, in dieser Schrift seine besondere Aufmerksamkeit zuwcndct. Es kommt nun unter Anderm hier auch zum Resultate, daß Maimonives, der im Morch das System der Medabbcrim es bekämpfend entwickelnd, dasselbe jedoch nicht nach vollständig richtigen Quellen kennen gelernt und an seine Auffassung und Darstellung mit zu polemischem Sinne gegangen sei, daß wir also nicht ihm, sondern den Originalwcrkcn zu folgen haben, wenn wir das System in seiner Wahrheit darstellcn wollen. Gegen diesen Punkt wie noch vieles Andere in dieser Schrift spricht sich H. Ritter in der Abhandlung aus: Ueber unsere Kenntniß der arabischen Philosophie und besonders über die Philosophie der orthodoxen arabischen Dogmatiker (Göttingen. Dietrich 1814). Ritter's Angriffe weist nun Schm., und wie es scheint mit Glück, ab in einer Recension in den (Berl.) Jahrd. f. wissenschaftliche Kritik im Maihefte 1844, Nr. 91 ff. Wir erfahren hier noch, daß auch Hr. S. M(unk) in seinem Artikel über die Philosophie der Araber, welche dem ckietiounalre des Sciences phiiosophiques (1844) cinvcrleibt ist, gleichfalls jene Behauptung Schm.'s in Beziehung auf Maim. abwchrt, und Hr. Schm, denkt sich noch weiter darüber zu verbreiten. Die Behandlung dieses Gebietes von so tüchtigen Kräften kann nur sehr förderlich sein und ist uns sehr erwünscht. Verlag der F. C. Hcrmann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — D.ruck von Fried. Krähe in Offenbach.

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