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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-06-15 · Heft 24 (15.6.1845) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 24 (15.6.1845)
Date
1845-06-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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191 nicht einmal die jüdischen Blätter; sie haben daher auch kein selbstständiges Urtheil und nehmen auf guten Glauben an, was ihnen vorgeschwatzt wird. — Welche Wirkung muß es sonach auf diese machen, wenn sie hören, was ihnen auch mit großem Leint beigebracht wird: 77 O'Jin (nichtRabbiner!) haben gegen die nur 24 Rabbiner (nicht D'^n) geschrieben, diese als erklärt, als solche vie gegen ]inn den heiligen rottf, die H/’O, ja, gegen nt>D minn bl aufgetreten, und unsere ganze nJ’ON ab bringen und uns alle zu O'U machen wollen!! Daher fühle ich inich verpflichtet, alle gleichgesinnten und besseren Rabbinen bierniit aufzusorvern: 1) Diesen „Aufruf" nicht zu ignoriren, vielmehr frei und offen im würdigen Tone, besonders in ihren Vorträgen ihn in seinem wahren Lichte darzustellen, und ihren Gemeinden zu zeigen , wie diese „Wächter" nicht die wahren und ächten find, invem sie nichts thaten und thun für das Heil der Religion, die Erlösung und Befreiung Israels von Schmach und Zurücksetzung. . *6 «nptp >xp xeianp 2) Doch ja zur nächsten Rabbiner-Versammlung zu kommen, und diesmal wenigstens die Opfer hiefür nicht zu scheuen, da von dieser zweiten Versammlung noch mehr als der ersten die Dauer dieses noch jungen, und schon so sehr angefeindeten Institutes abhängt. Alle mögen kommen, nur diejenigen die mehr auf ihre eigene Ehre, und ihr Ansehen, als auf die Ehre der Religion und der guten Sache sehen, die also nur QQsy D’ttH’n können zu Hause bleiben, da sie der guten Sache mehr schaden, als alle 77 und noch 777 andere Rabbinen. Gottlob! es gibt der guten Kräfte und der aufrichtigen ehrlichen Männer jetzt viele in Israel. Diese mögen nur Zusammenhalten und wirken, und uneigennützig nach dem Muster unserer Propheten nach dem Guten und Besseren streben und gewiß werden sie es alsdann auch erstreben und erreichen! K—. Jüdische Zustände in Hamburg. (Hamburg ün Mai.) Nach einer jahrelangen Pause besuchte ich an einem der Passahtage endlich einmal die hiesige, sogenannte große Synagoge wieder. Gott, Gott! wie wurde mir da zu Muthe! gerade so wie vor dreißig, sage 30Jahren, als ich eine rer polnischen Synagogen in Leipzig während der Ostermesse besuchte. Derselbe Skandal! derselbe Lärm, dasselbe Schreien, derselbe Singsang, dieselbe Manier, dieselbe Auction mit den sogenannten Mizwoth oder — In Samson Raphael Hirsch —Mi;- w aus die zu einem flauen, spottwohlfeilen Preis den Meistbietenden zugeschlagen wurden, kur; dieselbe Entwürdigung des heiligen und Göttlichen, die die Besten und Edelsten aus der Synagoge getrieben unv den jüdischen Gottesdienst ssU'^71 PL'll7 bei andern Bekenntnissen gemacht hat. Und das sieht der Geistliche, dasDbht der Vorstand so geduldig mit an, ohne dem lästerlichen Unwesen auch nur im Geringsten abzuhelfen! — Alles, alles also was seit einem halben Jahrhundert zur Verbesserung des Gottesdienstes in Israel geschehen, wird von rer Sonagoge in Hamburg ignorirt, desavouirt, es wird schlechterdings keine Notiz davon genommen. Für die Hamburger Synagogengemeinde giebt es keine Geschichre! Nun, daß in diesen Mauern, daß in diesen verdorrten Gebeinen der „Zeitgeist" nicht eindringe, dafür ist gesorgt, mein verehrter Freund! aber der Gottes - ge ist noch weniger, das möchte ich allenfalls betheuern und wäre es auch bei dem — bibel'schen Orient und seinem Autor. — Ich verließ die Synagoge mit betrübtem Herzen und fragte mit dem Propheten H7xn mcsn ♦ Gott weiß es. Wenn die Sy nago g enge meine e mehr als ein halbes Jahrhundert spurlos au sich vorübergehen ließ und gleichsam alle Geschichte verhöhnt hat: so hat die Lemvelgemeinde, oder richtiger das Tempelinstitnt mit seiner weltlichen und geistlichen Verwaliung die Stimme der Zeit auch mcht ganz verstanden, sonst hätten sie währeno sechs und zwanzig Jahre ganz andere Fortschritte und ganz andere Resultate kund geben müssen. Da das Tempclinstitut unstreitig das Verdienst hat, für alle religiöse Umbildung in Israel die Bahn gebrochen und geebnet zu haben : so hätte seine größte Sorge sein müssen, auf ver eingeschlagenen Bahn immer vorwärts zu schreiten und mir der Lens,ie immer voranzugchen, nicht aber in dem Glauben, es fei schon ge nug geschehen, stehen zu bleiben und denselben Fehler zu begehe::, der in dem Gesammt-Israel herrschend und die Quelle resUebels geworden ist, die kirchlich-religiöscn Formen st e r e o l y p - v e r kn ö ch e v :i zu lassen. Die Tempelgemeinde scheint beinahe eben so versessen auf ihre liturgischen Einrichtungen wie die Synagogengemeinde aus die ihrigen, uiU VrxD, und in einem Zeitraum von zehn Jahren wird sie eben so fanatisch, wenn man i h r t Minhagim angreift, wie eie Hyperorthovoren in der Synagoge. Das glaube ich aus der vor einigen Wochen erschienenen dritten Auflage des Gebetbuches auguriren zu können, das mit all den liturgischen Inconsequenzen erschienen ist, die schon so oft von Sachkundigen an diesem Geberbuche gerügt wurden. Und wenn die Stifter des Tempels damals gegründete Ursache gehabt hätten, mconsequent zu verfahren: so sind diese Ursachen längst geschwunden, und das Gebetbuch, dessen sich vie Gemeinde bedient, muß endlich einmal aushörcn — den Borwurf einer Prinziplosigkeit

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