Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 20 (18.5.1845)
- Date
- 1845-05-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2566751-2566964-2566984--1450-2569228- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
150 nicht übergehen, tcr, in teu letzten Jahren wenigstens, die Seele res ganzen Vereins ist nnd demselben eine Thätigkeit und einen Eifer widmet, als wäre der Dercinzweck seine einzige Lebensaufgabe. Es ist dieses der Herr Admimsirativ-Zusiizhofs-Dircctor Goldmann dahier. Wir wissen, daß er in der guten Cache seine einzige Belohnung sucht und findet und unseren Dank nicht »ci* langt; hoffen aber, daß er es unserem Herzen verzeiht, wenn es fick gedrungen fühlt, denselben hier öffentlich auszusprcchen. Möge ein segensreicher Erfolg seines edlen Strebens ihn besser belohnen' als unser schwaches Wort cs vermag. Die Emanzipationsfrage wird dieser Tage schon bei der ersten Kammer zur Sprache kommen und nicht ohne kräftige Unterstützung bleiben. Wir können einem guten Erfolge entgegen srbrn. It. Erklärung der israelitischen Gemeinde zu Worms. Worms im Mai. Dabier ist folgende von mehr als sechzig, und zwar der angescbensten Gemeindeglierer unlerzrichucte Erklärung veröffentlicht worden: Wenn auch die Protestatio» der sieben und siebenzig polnischen und deutschen Rabbiner, datirt vom Jahr der Welt 5605 gegen die von der Rabbiner-Versammlung zuBraunschwcig gefaßten» und von r er zu Frankfurt a. M. noch zu faffenven, Beschlüsse so voller Verde ckligungen statt der Widerlegung ist, daß kein Mann von wahrhaft religiöser Gesinnung und Bildung in irgend einer Beziehung il>r BenaU geben kann, so könnte doch von mancher Seite ans rem Schweigen der Gemeinde darüber eine Zustimmung geschlossen werden. — Bon diesem Gesichtspunkte einerseits ausgehend, und anderseits lebhaft fühlend, daß wir es allen denen, die sich zur Richtung der Verbesserungen auf dem Gebiete unserer Religion bekennen, insbesondere den Predigern, die in diesem Sinne ibrcVorrrägc halten, und den Religionslehrcrn. welche unsre Kinder in eben demselben Sinne in den Wahrheiten der Religion rmterrichten. schuldig sind, gegen die Schmähungen und Verlaumdungen aufzutreten, welche jene Protestation gegen alle Anhänger der reformistischen Bestrebungen verbringt, sehen wir uns veranlaßt, hier unsre Erklärung abzugeben: „daß wir von den Bestrebungen der Rabbiner-Versammlung „nur Heilsames sstr da? offenbar in einer Krisis begriffene „Zudenthum erwarten, daß die von ihr veröffentlichten Pro- „tokollc unser volles Interesse in Anspruch nehmen, nnv daß „wir mit dem größten Vertrauen ihren zukünftigen Verband - „U'.ngen cntgegenseben, von denen wir erwarten, daßsieunfte „erhabene Religion von den falschen Auswüchsen vergan- „gener Zeilen reinigen, nnv eine zeitgemäße Entwickelunz „derselben herbeiftihren werden." 'Worms, im April. 1845. Correfpoiideni Zwilchen dem Oder-Porllchkr-Lolltgium der israetitilchrn Gemeind, und dem Aabbiiier Dr. Abraham Grigrr ju Krrstau. Die in Rro. 79 der Breslauer Zeitung von unserem Rabbrner Hrn. De. Geiger abgegebene Erklärung über einen in den; vorangegangenen Blatte e.-sshallenen anonvmen Artikel hat, wie wer erfahren, in der hiesigen Gemeinde zu mannigfachen Mißdeutungen Beranlannlig gegeben. Wir erachren es daher für unsre Psi'.chi a.r Hrn. I>r. Geiger eie Aufforderung zu richten, durch eine Nachtrag, liche Erläuterung diesen Mißdeutungen zu begegnen, und indem wir nicht verfehlen, die uns von demselben zugegangene Erwiederung, zu deren Beröffentlichting wir ermächtigt sind, nachstehend zur Kennrmß unserer verehrlichen Gemeinde zu bringen, müffen wir noch ausdrücklim bemerken, daß wir unsrerseits aus eine weitere öffentliche Besprechung dieser Angelegenheit nicht eingeben werden. Breslau, den Iss April l845. Das Obervorsteher-Collegium hiesiger Zsraelitcn - Gemeinde. Eines wohllöblichen Obervorsteher-Eollegii verebrliches Schreihen vom 8. d. M. ist mir den 9. zugekommen, und beeile ich mich, dasselbe zu beantworten. Weit entfernt, in meiner Erklärung in Rro. 79 der Breslauer Zeitung eine Billigung zu derPilrung einer deutsch-jüdischen Gemeinde „ausgesprochen" zu ha ben, muß ich vielmehr dagegen ans das Bestimmteste protestiren; was ick an dem Artikel in der Breslauer Zeitung Rro. 79, wonack einige mit einer Ansicht einer Radikalreform ees Iudentbums der vortrelen wollen, lobenswertb fand, bestand grade darin, daß dieselben zugleick es bestimmt aussprechen, daß sie von ver Gemeinde sich loszusagcn nicht beabsichtigen, also keine schismatischen Zwecke haben, llm sie vor solchen auch ferner zu bewahren, habe ich gleichfalls den Plan, wonach si> sich in einer Denkschrift an die Rab biiier-Bersammluttg wenden wollen — was überbauvl Zedem imbenolnmcil bleibt, - gut geheißen, indem sie damit ihre Wünsche gerade vor ein Iornm bringen, das gewiß schismalischen Gelüsten abhold ist. Zn einer Zeit, in welcher schismatische Bestrebungen um sich greisen, muß der Rabbiner einen Versuch cer Art nack Kräften zu verhindern benrüht sein, und dadurch, daß er die Man ner ertremer Richtungen nicht abstößt, sie zu einem ruhigen Verhalten hinleiren. Dieß war mein Zweck bei meiner „Erklärung"