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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-05-04 · Heft 18 (4.5.1845) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 18 (4.5.1845)
Date
1845-05-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1*8 leugnen der Wahrheit." „Nicht blos zum Nobespierre - Ruge'schen fanatrschen Denuncianten rc., auch;um Tugendhelden stempelt er mich, wenn es seinen Zwecken dienlich ist." „Von der einen Seite legt er unserem Streben die Absicht unter, daß wir zu Gunsten des Aufgebens in das Staatsleben das Aufgeben der Religion verlangen, also den materiellen Interessen die ideellen aufopfern, von der andern Seite nennt er unsere wissenschaftlichen Erörterungen Denunciationen, wodurch wir wiederum den Emanzipations-Bestrebungen, also den materiellen Interessen;u schaden suchen. Und alles dies, um das Volk durch solche Vorspiegelungen zu berücken, und es gegen die offene Sprache der Wahrheit unempfänglich zu machen." — Wie gesagt, von der Schmählichkeit der Frankel'schen Angriffe sind unsere Leser durch das, was wir ihnen bereits aus denselben geboten, hinlänglich überzeugt, und wir haben nur die, welche die Sache näher intercssirt, auf die Schrift Holdheims selbst verweisen wollen. Es bietet aber dieselbe noch manches Andere, was für die so dringende Reform unserer religiösen Zustände von Bedeutung ist, und was wir wenigstens seinen Hauptzügen nach unfern Lesern vorführen müssen: Holdheim ist eine seltene Natur. Es ist zu wenig, wenn man von ibm sagt, er hat, er erstrebt die Wahrheit , sondern die Wahrheit hat ihn, packt ihn und reißt ihn rastlos von einer Srufe zur andern, von einem Standpunkt zum andern fort. Er gibt vbne Hehl den früheren auf, wenn er seinen weitern Forschungen nicht mehr genügt, und ist gegen sich selbst der strengste Richter, der allereifrigste Reformator. So hatte er in seiner „Autonomie der Rabbinen" noch die rbeitweise Möglichkeit der Reform vom talmudiichen Standpunkte aus vertreten, wie namentlich das Rechtnehmen bei nichtisraelisischen Richtern und nach den Gesetzen des nichtisraelirischen Staats, die Unterordnung ritueller Gebote unter Pflichten gegen den Staat und die Beseitigung mehrerer rabbinischcn Vorschriften hinsichtlich der Schließung und Trennung der Ehe. Zn seiner neuesten, ^chrin kömmt er aber, (wie er cs theilweise schon in seinen Vorträgen über die mosaische Religion gethan,) davon zurück, deckt das ganze Unwürdige, Verwerfliche und Separatistische der talmudischen Anschauung an st und sucht namentlich nachzuweisen, daß die Idee einer jüdischen Volkstdümlichkeit, die Umwandlung des mosaischen Volksdegrtffes zu einem Rcligions begriff dem ganze.» talmudischen Gesetze zu Grunde liege und daher eine Reform von seinem Standpunkte aus absolut unmöglich sei. Es müßte vielmehr die Reform, welche in nichts Anderem als in der Trennung des politischen Theils des mosaischen Gesetzes von seinem religiösen und in der Beseitigung des ersteren bestehe, ohne Rücksicht auf die entgegenstehende talmudlsche Ansicht ausgeführt, und auf die innere Wahrheit, welche sie auch für das ortbodorestc Bewußtsein habe, gestützt werden. Diese berupe auf dem einfachen Satz, daß, da die Religion und die Geschichte den Israeliten gebieten, in andere Staatsverhältnisse zu treten, ihm dieses sittlich möglich sein, d. h. es muß wahr sein, daß die Religion es ihm gestatte, alle bürgerlichen Pflichten dieses Staates zu erfüllen, und sich nicht daran von den bürgerlichen Gesetzen Palästinas, die auf ganz anderen Grundlagen endeten, hindern zu lassen. Der Zweck der wissenschaftlichen Forschung des Vers, aus dem Gebiete der jüdischen Theologie sei daher kein anderer, als zu einer Kritik des jüdisch-religiösen Bcwllßtseins der Gegenwart in seinem Verhalten zu der rabbiuischeu Grundanschauung der Vorzeit beizutragen, uachzuweisen, wie der talmudische Standpunkt, da er noch inuerhalb der jüdisch-nationalen und velksthümlichen Anschauungen sich befinde, und in den Mittelpunkt solcher Vorstellungen festgebannt sei, für uns, in deren Bewußtsein er sich längst überlebt und in ihm keine Wurzel und keine Faser zum Anhaltspunkt findet, ein völlig unnützer und unbrauchbarer geworden; daß dieses Bewußtsein in tausend und aber tausend Dingen des Glaubens und des Lebens, des Denkens und Fuhlens über jenen Standpunkt schon längst hinausgegangen und trotz der gewaltigen Anstrengungen der modernen Tbeosophen und Sophisten, ihm eine dürftige dialeetische Scheineristen; zu erkämpfen, tagtäglich immer weiter über ihn hinaus schreitet." Für die höchst verwerflichen Grundsätze der Talmud isten weiß nun der Vers, hier wieder die schlagendsten Belege aus ihren Aeußerungen selbst auzufüdren, die wir jedoch nicht wiedergcben wollen, da das, was wir unseren Lesern gespendet, schon hinreichend sein dürfte, um mit dem ganzen tiefen Ernste des Vers, zu rufen: „ Das religiöse Bewußtsein der heutigen Juden empört sich dagegen und bat sie (die talmudischen

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