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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-04-20 · Heft 16 (20.4.1845) · page 10

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 16 (20.4.1845)
Date
1845-04-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IO ligion, die Lehre, die ihm Mose von..Gott ge-- bracht, als ewiges Erbtheil' gelassen hat.. "Diesen' nothwendigen Unter schied zwischen der mosaischen Staatsverfassung, Israel's Volksthüm.lichkeit und Priesterleben nebst allen daran geknüpften vergänglichen Erscheinungen und der unter allen möglichen Daseiusformen feststehenden mosaischen Religion haben wir in unserer Schrift: Die Autonomie der Rabbinen rc. auf wissenschaftlichem Wege zu begründen gesucht und hier eine populäre Erweiterung der dort müvidcUm Ansichten, namentlich in Nr. 3 und 4 zu geben versucht. 3) Hat das Iudenthum, welches nach dem Untergange des israelitt'schen Staatslebens und der israelitischen Bolksthümlichkeit nebst den daran geknüpften Ordnungen nur die mosaische Religion in ihrer Reinheit festzuhalten berufen ist, aus der theokratischen Form seines ehemaligen Daseins den religiösen Grundgedanken vonderHeiligkeit des Staatsverchältnisses als einer göttlichen Anstalt Vorhallen andern Religionen voraus. Gerade im mosaischen Gesetze ist dieser Grundgedanke wie nirgend anderswo mit aller Schärfe, gleichsam als bewegendes Princip, ausgeprägt. Die israelitische Religion kennt also nicht die sonst überall gäng und gäbe unlogische Eintheilung der Pflichten in Pflichten gegen Gott und gegen den Nebenmenschen, sondern in Wichten gegen Gott und gegen den S t a a t, oder gegen die menschliche Gesellschaft im Staatsverbande. Die Pflicht gegen den Nebenmenschen als Individuum ist immer der Pflicht gegen den Staat untergeordnet. Daher ist der Israelit, wenn er seine mosaische Religion von der mosaischen Verfassung gehörig zu scheiden versteht, den die ganze mosaische Verfassung durchdringenden Grundgedanken von der religiösen Bedeutung des Staatsverhältnisses als eines göttlichen und religiös geheiligten festhält und ihn, wie er zu thun religiös verpflichtet ist, auf den Staat, welchem er durch Geburt und bürgerliches Verhältniß angehört, überträgt, trotz seiner von der Religion der Mehrzahl abweichenden religiösen Ueberzeugung am vorzüglichsten zum Bürgerthum befähigt." Die zehn Borträge selbst umfassen folgende Themas : i. Der älteste Bund Gottes mit der ganzen Menschheit und das Bundeszeichen. II. Der göttliche Bund mit Abraham. fll. Die besondereStellungIsraels zuGott in derGegenwart. IV. Die religiöse Aufgabe Israels in der Gegenwart. V Jakob und Esav. VI. Das heilige Feuer und das fremde Feuer. VII. Wohlthätigkeit und Nächstenliebe. VM.Das Fest der Tempelwer'he. IX. Die Gedächtniß der Zerstörung Jerusalems. X, Dft Religionsweihe. Wir wollen versuchen, den Ideengang dieser Borträge kurz zusammenzufassen, und uns dabei soweit als möglich, der Worte des Verfassers selbst bedienen: Schon dem Noah ward die göttliche Verheißung, daß die Sonne des reinni Glaubens. NMmermehr der ganze» Menschheit untergehen werde, daß,, wenn die Finsternisse des Unglaubens, das verwirrende Helldunkel des Aberglaubens wie düsteres Gewölk auf der eine» Seife einem Theile der Menschheit den reinen Himmel des Glaubens entziehen, auf der anderen Seite das Licht der läuteren Gotteserkenntniß um so klarer herverbrechen und die Wolken verscheuchen werde. Daswar der Bund und das Bundeszeichen ist der (S. 1. Mos. 9,12 — l6)Regenbogen, der beka nntlich am Himmel entsteht, wenn der Theil, wohin die Sonne ihre Strahlen sendet, von Wolken verdunkelt ist. — Der Bund mit Abraham ist nun als derjenige besondere Ring in der großen, die ganze Menschheit umschlingenden Kette zu betrachten, in welchem eine besonders starke Anziehungskraft gegen das übrige Menschengeschlecht sich äußert. Der Tert dieses Bundes lautet: Es werden durch dich ge^ segnet werden alle Geschlechter der Erde. (1. Mos. 12, 3.) Die Verheißung, daß Abrahams Nachkommen so zahlreich wie die Sterne am Himmel sein sotten, ist aber nie in Erfüllung gegangen. Der von Abraham gebrauchte Ausdruck „Vater einer Menge vonVölkern" ist daher nur so zu verstehen, daß Alle, die Abrahams Glauben an den einigen Gort, den er zuerst der Welt gepredigt, annehmen, die durch ihn und seinen Saamen gesegnet worden sind, Abrahams Kinder genannt werden. — Die heilige Aufgabe und die hohe Sendüng Israels, worauf die Verheißung und der Bund Abrahams zunächst sich beziehen, bestand also lediglich darin, durch sich, den Segen des reinen Glaubens, und der reinen Sittenlehre, für die übrige Menschheit, durch alle Jahrhunderte des schrecklichen Aberglaubens und der Sittenverderbniß, in ihrer Reinheit zu tragen und zu wahren. Damit aber das israelitische Volk alle seine Bedürfnisse als solches befriedige und noch außerdem dem verderblichen Beispiele und Einflüsse einer es umringenden Heidenwelt entzogen werde, mußte es durch Gesetze und Verfassung von seinen Nachbarn getrennt und abgesondert und durch entsprechende Symbole und Zeichen, durch Priester, Opferdienst und Ceremonialgesetze desto inniger an Gott gefesselt werden. Als Gott jedoch vor 1800 Jahren alle diese Schöpfungen selbst vernichtete, als er den israelitischen Staat auflöfte, die Bolksthümlichkeit, die bürgerliche und geistliche D«HaMW, die Priester- und Leviten-Orduung, den Opserdienst mit dem Tempel zerstörte, da hörten wir auf, ein Volk zu sein, und find in das frühere F a m i l i e n - B er h altn i ß zurückgetreten, sind in dieselbe Stellung zu Gott zurückgekehrt, in welcher

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