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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-04-20 · Heft 16 (20.4.1845) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 16 (20.4.1845)
Date
1845-04-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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m sichtslosen Selbstprüfung Nichts in der Iudenschaft finden, dessen Allfgcbung oder Modificirung der Staat rechtmäßig zur Gleichstellung von uns hätte fordern können. Es find von christlicher Seite, gelinde gesagt, nur Borurtbeilc, welche die langjährige Voreitthaltung unserer Rechte zrr beschönigen vermögen. Sobald wir aber, wie jetzt, unser Hauptaugenmerk auf die sociale Umgestaltung zu richten beginnen, die Iudenfrage vom Boden des Staats auf den allgemeinen der Gesellschaft ziehen, bekommt die ganze Angelegenheit eine andere Gestalt. Dann haben wir nicht mehr blos zu wünschen, zu hoffen, noch viel weniger blos zu fordern, sondern auch selbstthäng einzugreifen, neben Geltendmachung unserer Ansprüche vor Allem die Hemmungen hinwegzuräumen , die unter den Juden selbst der Erreichung unseres Zweckes entgegen stehen. — Ein solches Verfahren allein kann dauerhaft versöhnen und unsere Umwälzung siegreich zu Ende führen; diese Richtung ist es, von der sie ursprünglich ausging, und zu welcher die jüngste Gegenwart, und zwar jetzt hinreichend befähigt und mit klarem Bewußtsein ihrer Zwecke, zurückkehrt. — Die fortgeschrittene und rührige Gegenwart wird eine Zeit der That; da will nur Entschiedenheit und die männlichste Offenheit frommen, da ist eine zu redliche Begeisterung vorhanden, um Aengstlichkeit und andre kleinliche Rücksichten zu beachten." Wir haben hiermit zur Genüge den Standpunkt bezeichnet, von welchem aus der Verfasser dem von ihm behandelten Gegenstände ein Interesse abgewonnen hat, das wir, bevor wir die Schrift gelesen, demselben kaum beizumessen vermochten. Um so mehr fühlen wir uns veranlaßt, die Leser dieses Blattes auf eine Schrift aufmerksam zu machen, die sie nicht unbefriedigt aus Händen legen werden. Der Verfasser steht über den religiösen Parteikämpfen, die gegenwärtig dasIudenthum in zwei feindselige Feldlager theilen. Sein Standpunkt ist der der socialen Bildung, und von diesem aus mag er mit beiden Parteien in freundliche Berührung treten. In einer ruhigen und edlen Sprache und fern von jeder persönlichen oder polemischen Richtung behandelt er einen Gegenstand, der die Aufmerksamkeit aller Derer verdient, die, welcher religiösen Partei sie auch angehören mögen, nur nicht im dumpfen Hinbrütcn den Forderungen der Gegenwart und den Bedürfnissen der jungen Generation hartnäckig Auge und Ohr verschließen. Allen Eltern, sowie den Lehrern und Erziehern der Jugend dürfte die vorliegende Schrift besonders zu empfehlen sein. ...g. Geschichte des Tages. Die Kchrift von Misses. (Fortsetzung.) / Frankfurt et. M. Wie man von Hegel bei seinen Lebzeiten behauptete, dessen philosophisches System stelle den concreten Staat, in welchem er zufällig lebe, als generelles Postulat auf, so kann man vom Verfasser sagen, daß sein Religions- System nichts ist als der Versuch, das Iudenthum, wie es in seiner Heimath gedankenlos practieirt wird, auf ein allgemeines Prinzip zurückzuführen. Er will zu dem Ende in der jüdischen Theologie nur „drei Hauptsysteme, die in das Leben getreten, und Partheien gebildet haben, welche dieselben repräsentiren," (S. 6) finden, nämlich das rationalistische, theosophische und religiöse, (S. 7) welche, also seiner Meinung und Absicht nach s ä m m t l i ch c bekannte, jüdische Neligions- Systeme er mit vielern Scharfsinn characterisirt, (S. 1 — 16,) prüft, als dem Geiste des Judenthums widerstrebend verwirft, (S. 16 — 39,) und selbst ein eigenes System aufstellt, (S. 40 — 53.) Wiese sich dieses letzte unglücklicherweise als unhaltbar aus, so befände sich demnach das Judenthum ohne alle Begründung; ob dabei schlechter? wollen wir dahin gestellt lassen, wiewohl der Verfasser mit einem neueren Gelehrten behauptet, „es thue Roth das Judenthum philosophisch zu legitimiren," (S. 4.) Es ist aber nach ihm, (S. 54,) das Judenthum gar keine Religion; etwa ein Unglück, wie Heine, oder eine grossenbarte Gesetzgebung, wie Mendelssohn meint? eben so wenig; vielmehr „ muß es sich mit seinem alten ursprünglichen Namen „begnügen: die Lehre (min), oder auch das Gesetz n&D m) „(btnffll, (S. 55;) Religion ist ein den jüdischen Urkunden unbekannter Ausdruck," (S. 54.) „Das Denken über die ewigen „Wahrheiten steht dem Juden völlig ftci," (S. 55,) und derBerfasser zeigt dies praktisch, (S. 48, Anm. 1,) wo er das Wesen der Gottheit, und nicht den Namen Gottes, wie er glauben will, das 'TIK “iUW '’HX: Ich werde der seyn, welcher ich seyn werde, (Er. 3, 14,) dahin auslegt: „Ich werde für die Welt immer „das seyn, für was die menschliche Intelligenz, nach dem jedes-

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