Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 6 (1845)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1845)
- Date
- 1845-03-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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lOO getban, abermals sich selbst gerichtet, auf's Neue bewiesen, zu was Eitelkeit, Herrschsucht, Anmaßung und vor Altem Ortbodorasterei zu bringen vermögen. Gort verzeihe es ihm! Geschichte -es Tages. Polnisch-ungari sch-rabbinifches Sendschreiben. / (Frankfurt a. M., im März.) Wir haben eine sehr erfreuliche Erscheinung zu melden, die des längst erwarteten polnisch-rabbinischen Manifestes gegen die Braunschwciger Rabbincr- Vcrfarmnlung, das nun gedruckt dahier circulirt. Es ist von einigen und fiebenzig Rabbinen unterzeichnet, allein — und das ist das so sehr Erfreuliche — großentheils von ungarischen und polnischen; von deutschen ist, mit Ausnahme des Emdener Hirsch, kein namhafrcr dabei, man müßte denn Reverend Adler dahin zählen, welcher jedoch unseres Wissens nie etwas veröffentlicht hat, als erwa — dieses Manifest. Die übrigen Ln Deutschland ansäsfigen find entweder alte ausgediente Leute, wie unser Hr. Trier, dem man ras Vergnügen gönnen kann, wie er gethan, als Rabbiner, was er nicht mehr ist, und als Oberlehrer (?) was er nie gewesen, zu unterzeichnen, Rebbe Löb Schnadich in Main;, der Camöenkundige Auerbach in Bonn :c.. oder gehören so ziemlich zum Zwitrer-Geschlechte der Maze £>'"0, More Zedek), welche sich zum Rabbinen verhalten wie der Orangutang zum Menschen. Wenn man bedenkt, daß der oder die Subscribcnten-Sammlcr es an Scllicitationen bei allen nicht ausgesprochenen oder schwankenden Rabbinen Deutschlands gewiß nicht fehlen lassen und daß man von Seiten der hiesigen Respondenten - Sammler in der Beschneidungs-Angelegenheit dabei ohne Zweifel mit Addresscn an die Hand gegangen und sonst thätig gewesen, so darf man von dem Ja aus das Nein schließen *), und sich wegen des guten Geistes freuen, der unsere deutschen Rabbinen im Allgemeinen beseelt **). Man kann aus den oder die Snbscribenten - Sammler anwenden, *) ö"» nn« in bbos **) Bon den 24 Rabbinen, deren Gutachten über die Beschncidung in der betreffenden Sammlung enthalten sind, haben zehn nicht unterzeichnet; es find dies die Herren Adler in Oberndorf, Adler in Kissingen (einer derselben müßte denn seitdem nach Burgpreppach versetzt worden sein), Aub in München, Felsenbein in Hanau, Hirsch in Luxemburg, Fevy in Gießen, Uappaport in Prag, Schott in Randegg, Wassermann in Mühringen, Wolss in Coppcnhagen. was von einem zudringlichen Menschen gesagt worden, daß man erfahre, welche Häuser er besuche, nicht aber in welchen er zur Thüre hinausgeworfen worden. Und wie schön ist es nicht, wenn polnische und ungarische Darschanim im Vereine mit deutschen Starmatzen Männer wie Geiger, Holdheim re. — Ignoranten schelten! Dabei ist die Haltung des Manifestes so matt, so hinfällig, daß Jeder merkt, diese sich so nennenden Wächter in Israel wissen nicht, was die Glocke geschlagen, und tuten noch eins zu guter Letzt auf. Für die polnischen und ungarischen Zobelmützcn war die Sprache des Hirschel Lehren (Nr. 7 d. B. u. I.) und des Krakauer Bethdin (Nr. 11 das.) angemessen, nicht aber dieses leise, scheinheilige, katzenartige Auftreten, und mancher solche Subscribent dürste, nachdem er sich das Manifest, in seinen polnisch-jüdischen Jargon übersetzt, recht vorlesen lassen, sich selbst in solchem nicht wieder erkennen. Wir sind nicht im Stande, einen Abdruck beizulegen, weil cs mit dem Sendschreiben wie seiner Zeit mit den verschollenen Gutachten über die Beschneidung gehalten wird, welche nur an Gleichgesinnte vertheilt worden; dieses und Anderes noch läßt übrigens auf dieselben Urheber und Beförderer schließen;— nächstens wahrscheinlich Näheres. N. S. d. Red. Da unser Herr Correspondent sich einen Abdruck verschafft und uns solchen nachträglich Übermacht hat, so lassen wir das Actenstück vollständig folgen. tba-izn niDN '21v Treue Gläubige tu Israel! Motto: „ Der Wächter, der den Krieg Vordringen sieht, und nicht in die Posaune stößt, das Volk zu warnen, und der Krieg rückt vor und rafft eine Person hinweg, so ist sie zwar durch eigene Schuld hinweggcrafft worden, aber von des Wächters Hand fordre ich ihr Leben. Dich, o Menschensohn, habe ich zum Wächter bestellt über das Haus Israel, daß, wenn du Etwas aus meinem Munde hörst, du sie in meinem Namen warnen sollst. (Iechesk. 33, 6—7.)" Unter dem Namen „Rabbiner-Versammlung" sind im Juni v. I. in Braunschweig einige und 20 Männer zusammengetreten, die zum Theil, nicht einmal dem Namen nach, Rabbiner sind, deren Mehrzahl aber längst schon offenkundig eine reformistische Richtung innerhalb des Judenthums verfolgt, und haben in Religions- und Cultus - Angelegenheiten Beschlüsse theils gefaßt und veröffentlicht, theils für künftige Versammlungen vorbereitet. Mußte es für Sachkundige auch schon als höchst beftcmdend erscheinen, eine so kleine Anzahl von Männern, deren großer Theil noch dazu, wie nach der von ihnen geäußerten Verachtung über Talmud zu urtheilen, sich nicht einmal des gründlichen Studiums rabbinischer Schriften