Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-03-23 · Heft 12 (23.3.1845) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 12 (23.3.1845)
Date
1845-03-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2566751-2566964-2566976--1364-2569134
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Br. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv - Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 5-^ 15^oder3^. Anzeigen fürviegespaüeneZeileö^L Nr. IS. Sonntag den SS. März 1845. TI. Jahrgang. Ueberblick. Kaupt-Artiket: Holdher'm und seine Gegner. — Aphorismen über die Autorität ves Talmuds. (Fortsetzung.) — Geschichte des Tages. Vom Main: Frankels Volksbewußtsein. — Frankfurt a. M. Testament ves I)r. Christ; der neue Londoner Rabbiner. — Von der unteren Mosel: Die Aufgeklärten und die Altgläubigen. — Schwerin: Ergänzung der Synagogen-Ordnung. — Erklämng. — Literarische Notiz. — Holdheim und seine Gegner. *) II. Der Oberrabbiner Frankel. Nach S. R. Hirsch war es der Oberrabbiner Frankel, der gegen Holdheim in die Schranken trat, und wir müssen gestehen, daß es uns einige Ueberwindung kostete, diesem zweiten Gegner zu folgen. In Hirsch hatten wir doch einen ehrlichen Kämpfer vor uns, der es ernst meint mit der Orthodoxie, der ihr Alles, alle gesunden Urtheile des Verstandes, alle rein-menschliche Empfindungen des Herzens zum Opfer bringt; dem es schon ein „Läugner der Offenbarung" heißt, „der Gesetze Ursachen ergründen zu wollen." „Ob Du — so ruft er — das Gute des Nächsten schonst, oder in Deiner Ehe die Gesetze der Reinheit beachtest, oder in Deiner Speise das von Gott *) S. Nr. 9 dieser Blätter. Entfernte fern hältst, in Allem und mit Allem bist Du religiös, schaust aus gleiche Weise zu Deinem Gotte hin." Und um nun jeden Widerspruch zwischen der göttlichen Satzung — und eine solche ist ihm selbst jedes Pünktchen und Titelchen des Schulchan Aruch — und den inenschlichen oder staatlichen Gesetzen abzuweisen, erklärt er den Staat für eine bloße Polizei-Anstalt zum Schutze des Rechtes, die den Menschen für die Erde erziehe, während die Kirche ihn für den Himmel bildet. Herr Frankel aber ist kein ehrlicher Orthodorer; er lächelt sogar im Stillen über die obigen Sätze seines Vorgängers; denn er ist ja längst aus der Sphäre des „naiven Glaubens" heraus und in die des „denkenden Glaubens" *) getreten; er hat überall, wo er für Aufrechthaltung einer Institution aufgetreten, die sittlichen Zwecke derselben nachzuweisen gesucht. „Das uns D u r ch w e h e n d e *) @. 11 und 14 des ersten Zahrg. seiner Zeitschrift.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.