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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-02-23 · Heft 8 (23.2.1845) · page 6

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 8 (23.2.1845)
Date
1845-02-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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«s am Schluß das Ganze in einer wunderschönen glänzenden Allegorie, die den Applaus der Zuhörer hervorrief. Breslau im Februar. Die Vorlesungen welche Herr Dr. Geiger voriges Jahr im Handlungsdiener-Institute gehalten, erfreuten sich einer ausgebreiteten Theilnahme des Publikums, und zwar sowohl wegen ihres interessanten Gegenstandes, als auch wegen der entschiedenen dialektischen Rednergabe des Herrn Dr. Geiger, die ihm zu entfalten eben dieser Gegenstand besondere Gelegenheit giebt. Er betrifft die Unterscheidungslehren des Iurenthums von dem Christcnthum, wobei G. mit vieler Schärfe die höheren Gesichtspunkte feststem, von welchen aus die ungetrübte Uebersicht des großen Gebietes beider Religionen und der dasselbe durchschneidenden, bald ineinanderfließenden, bald weit auseinander oder gar in entgegengesetzten Strömungen laufenden Kanäle möglich ist. Ghält sich hiebei von aller Subjcctivität fern, und stellt nur die Objecte wie sie sich in ihrer Allgemeinheit manifefriren, der Betrachtung dar. Er weist auch auf die im Iuoenthume gelegenen Reime zu den an's Chriftenthum herausgcbildcte Momenten hin; woraus denn dem Zudenthum die Nothwendigkeit erwachse, mit diesen auch jene auszuscheiden. Wird nun in diesen Vorlesungen eine tiefere Würdigung des Iudenthums ohne Mißkennung des Christenthums angeregt und empfohlen, so werden nicht minder durch Geigers Predigten die religiös gemüthlichen Saiten stark angeschlagen, vor deren nachhaltigen tiefen Tönen das heisere Gekreisch der Missionspredigten verstummen muß. Diese wurve auch aus gänzlichem Mangel an jüdischen Zuhörern, vom Vormittag auf den Nachmittag des Sabbaths verlegt ohne daß jeroch dieser Verlag die Sachlage änderte. Auf der andern Seite wirv aber auch der jüngeren Generation beider Geschlechter durch den von G. instituirten und geleiteten Religionsunterricht eine innigere Anhänglichkeit an den väterlichen Glauben eingeflößt. G. selbst ovfcrl diesem Unterrichte viel Zeit und Aufmerksamkeit, wir dürfen aber auch nicht hier die ausgezeichneten Verdienste des besonderen Religionslehrers Herrn Rabbinatskandidaten Dr. Levp verschweigen, der mit seiner tiefen Gemüthlichkeit und gründlichen Wissenschaftlichkeit noch die Tüchtigkeit des Schulmannes verbindet. Er wird auch nächstens ein hebräisches Lesebuch herausgeben und wrr können es im Voraus auch anderen Religionsschulen empfehlen. Ein schönes Zeugniß für den gewerblichen Fortschritt unter uns giebt der veröffentlichte erste Bericht über das Wirken des Vereins zur Beförderung der Handwerke unter den isracl. Glaubensgenossen der Provinz Schlesien. In dem kurzen Zeittaum von l'/a Jahren find zwölf Knaben als Lehrlinge untergebracht, vier sich auszeichnende Gesellen zum Behufe ihrer Ansässigmachung unterstützt und fünf Meistern eine Beihülfe geworden. Möge nur die Provinz hierin nicht so weit gegen die Gemeinde der Hauptstadt Zurückbleiben! London. Die voioe of Jacob berichtet: Nicht vor lange erschien hier ein Buch, welches zu beweisen sucht, daß die Angelsachsen und somit auch die jetzigen Engländer jüdischen Ursprungs seien. Jetzt theilt uns eine Schrift mit, daß die Celten und somit auch die Irländer und Schotten von unfern Erzvätern abstammen. Der Verfasser sagt hierüber in der Einleitung: Ich lege meinen Landsleuten höchst wichtige Wahrheiten an's Her; in Ansehung unserer Abstammung, und suche in nachstehenden Blättern klar darzuthun, daß unsere Nation ein Theil von Gottes geliebtem Volke ist u. s. w. — Wie es sich nun auch mit diesem neu aufgcfundenen Verwandschaftsgrad der englischen Nation mit der unsrigcn verhalten mag, so wollen wir sie als unsere Brüder lieben und als Freunde achten und ehren und wollen stolz darauf sein, daß das mächtigste und freieste Volk der Erde unsere Verschwägerung sucht, deren sich manche unfreie Nation Europa's thörigterweise schämen würde. Heidelberg: Erwiederung des Rabbiners Fürst. (Schluß.) Großh. Universitätsamt dahier entließ folgenden Beschluß: „Großh. Badisches Universitätsamt Heidelberg: das unbefugte Predigen des hiesigen Akademikers Stud. Salomon Friedländer aus Brilon in der hiesigen Synagoge betr. Nr. 1503. Dem Stud. S. Friedländer wurde eröffnet, daß er ohne Erlaubniß des Bezirks - Rabbinats in Zukunft keine Vorträge in der Synagoge, und namentlich ausser den Stunden des Gottesdienstes mehr halten dürfe. 2) Hiervon wird das Großh. Bezirks-Nabbinat benachrichtiget. Heidelberg, den 26. Juli 1844. (gez.) Loewig." Auf eingelegten Rekurs des Hrn. F. gegen obigen Beschluß des Großh. Universitätsamts überließ hohe Regierung die Sache dem Großh. Oberrathe der Israeliten, als zu dessen Kompetenz gehörig, Von dort erfolgte folgender Erlaß. „Großh. Badischer Oberrath der Israeliten. Carlsruhe, den 7. Oktober 1844. Nr. 584—85. Schreiben Großh. Negierung des Unterrheinkreises vom 13. v. M. Nr. 24,032, das unbefugte Predigen des

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