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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1845-02-16 · Heft 7 (16.2.1845) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
6 (1845)
Issue
Heft 7 (16.2.1845)
Date
1845-02-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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her der Eid bei ihnen kein Beweismittel sein könne. Und nun kamen diese und entweihten die Ehre aller unserer Brüder, die es gesagt und auch sagen werden, als hätte jene Verdächtigung einen Grund! In Wahrheit aber löst das Kol-nidre ja nur die Schwüre, die das Vcrhältniß der Menschen zu Gott betreffen, wie aus den Poskim zu ersehen ist. Außerdem find diese Dinge hoch erhaben (unverständlich), aber jedem Schriftkenner ist es klar und bekannt, daß das Kol-nidre keine Kraft hat, in Bezug auf die bürgerlichen Eide rc. rc. Aber eine noch größere Gottlosigkeit haben sie in dieser verratherischen Versammlung begangen, indem sie für die Praxis bestimmten, daß es nicht verboten sei, eine Nicht-Jüdin zu heirathen, wenn nur in dem betreffenden Lande gestattet wird, die Kinder in der jüdischen Religion zu erziehen! Sie beriefen sich auf die Versammlung zu Paris, die sich Sanhedrin nannte und die gleichfalls die gemischten Ehen gestattete. Zm Grunde haben Sie aber Lügen ausgesagt, wie selbst einige unter ihnen bemerkten, da jene Versammlung nur aus Furcht vor dem Herrscher zweideutige Antworten gegeben, ausserdem auch ausdrücklich bemerkt haben, daß kein Rabbiner bei einer solchen Heirath die Trauung vornehmen würde. Es ist aber eine Meinung, daß der Sanhedrin eine olche Ehe nur für bürgerlich rechtsgültig erklärte. Aber selbst wenn ,encr Sanhedrin sie erlaubt hatte, so hat diese Erlaubniß gar keine Bedeutung, da sie gegen den heiligen Talmud und die Poskim ist' deren alle Worte auf dem Talmud gegründet sind, und deren Wasser wir trinken! und so ist auch die Erlaubniß der erwähnten Verrätyerversammlung ohne alle Bedeutung, ihre Wasser sind Höhlenwasser und ihre Asche rc. rc. Die gänzliche Bedeutungslosigkeit dieser Verrätherversammlung muß nun zwar jedem einleuchten, der „ lernen kann; denn sie haben ja die mündliche Ueberlieferung angetastet, und sind also Minim und Epikursim, wie der Talmud und Maimonides ausdrücklich sagen; aber für den großen Haufen, ocr da mcht weiß „von der Rechten zur Linken", ist zu befürchten , daß er eben aus Unwissenheit dieser Versammlung folgen wcree. Ader noch mehr, wir befürchten auch: daß ihre Beschlüsse Zwangsmaaßregeln von Seiten der Regierungen bewirken könnten. Bei uns in der Niederlande ist solches bei der vollsten Gewissensfreiheit nicht zu besorgen, aber in andern Ländern könnten dadurch böse Gesetze entstehen, wenn man glauben würde, daß echte Rabbiner und nicht Minim jene Dinge erlaubt und Gebräuche abgeänvcrt haben; und — Gott behüte — die Regierungen würden unsere Brüder, ihre jüdischen Unterthanen nöthigen, jenen Zerstörern des Gesetzes zu gehorchen und zu beobachten, was sie beschlossen. Es hat uns daher der Eifer des Herrn Zebaoth ergriffen, Euch Männer! zuzurufen, mit dem Rufe der Liebe und der Pflicht, daß Zhr nicht schweigen und nicht stille bleiben möget bei diesem Aergerniß! und dieses ist unser Rath, den wir hiemit Ew. Herrlichkeit ertheilen: Zeder aus seiner Stelle schreibe unv bezeuge die Wahrheit in Wahrheit, daß jener Versammlung unv den sonstigen nicht die geringste Autorität und Gewalt zukomme, irgend einen Brauch von den Bräuchen des heiligen Israels abzubringen, viel weniger etwas zu erlauben, was vom Talmud und den heiligen Poskim verboten worden; daß Alles, was jene Versammlung gethan unv noch thun wird, gar keine Bedeutung habe, und wie von „ Holzhackern und Wasserschöpfern " ausgegangen zu betrachten sei. Aber auch das verkündiget unv verhehlt es nicht unter Eurer Zunge: daß jeder Jude, der da nicht glaubt an die Worte des heiligen Talmud, geschweige der etwas vom Talmud Verbotenes erlaubtem Min unv Epikuroß ist, und man darf von ihm Nichts lernen, vielweniger seinen Bescheid in gesetzlichen Dingen annehmen, wie aus dem Talmud, Maimonides, Tur und Schulchan Aruch zu ersehen ist. Jeder nun von Euch rc., der eine Antwort in diesem Sinne abfassen will, kann sie uns überschicken, und wir werden die Schreiben Drucken lassen und in Israel vertheilen und verbreiten. Wir werden vielleicht auch eine auszügliche deutsche Uebersetzung veranstalten, und unter jeden Brief den Namen des Verfassers setzen lassen. So werdet Ihr den Stein des Anstoßes entfernen, und Israel wird nicht straucheln und fallen. Aber auch vor die Regierungen sollen die Sachen kommen, damit sie erfahren, daß nicht ächte Rabbiner, sondern Minim unv Epikursim es find, die jüdische Bräuche abbringen wollen, verbotene Dinge erlauben, die Zäune einreißen und die Gebäude zerstören :c. rc. rc. Amsterdam den 16. Cheswan 605. Z e b i H i r s ch e l ben . Lehren. Elias Abraham ben .... Prinz. Der Stil des Briefes ist sehr schlecht und in der Thal eines Holzhackers würdig. Zur Probe mag folgender Satz dienen: -uno dn nnaj "NO'K (sic!) w> nmynb lD^onar ma . . . . ü’jan W runon nmxa (muß heißen: \xan) (□’-nirn) crorp nrow Unser Rabbiner hat es übrigens unter seiner Würde gehalten, mit jenem verruchten Menschen anzuknüpfen, und er hat ihm daher gar nichts geantwortet. Es hat aber unser Beth-din ein in gleichem Geiste abgefaßtes Schreiben an Oettinger in Berlin, Eger in Posen und an Andere gerichtet, von dem ich Ihnen nächstens eine Uebersetzung übermachen werde. Ich werde dann auch aus den obigen Brief zurückkommen. Dresden im Febr. Die in No. 50 des „Israeliten" v. I. mitgetheilte Correspondenz von der mährischen Grenze hat unseru | Rabbiner Dr. Frankel sehr unangenehm berührt, und er überschickte

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