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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-12-01 · Heft 48 (1.12.1844) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 48 (1.12.1844)
Date
1844-12-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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386 Hm. Will«. Simpson vorgestellt. Alechter Sohn AlbionS ließ dieser Herr, welcher durch seine äußere, würdevolle und ernste Erscheinung zu impouiren weiß, sich bei mir als '„Freund Israels« eiuführen und nachdem wir beide die gewöhnlichen HöflichkeitSformalitäten gewechselt und bemerkt hatten, daß weder er in seinem gebrochenen Deutsch noch ich in meinem Stümper-Englisch uns gehörig zu verständigen vermochten, überreichte er mir den nachfolgevdm Brief, in welchem er mir den Zweck seines Besuches klar zu machen suchte. Der Brief mit englischen Schriftzügen niedergeschrieben ist folgenden Inhalts: v. IX e? bei Mrs. Williams, Hoch Straße. Oktober 1844. Werthester Herr! Hier sitze ich, um Ihnen in einigen Zeilen die Ursache anzugebeu, die mich veranlaßte, Ihre gute Stadt zu besuchen. Da ich nun aber kein Theologe, sondern ein schlichter, zum Geschäfte erzvguer Handelsmann bin, so kann ich die Absicht meiner Reise in wenige Worte fassen. Ich komme zu Ihren Glaubensbrüdern, um dieselben ernstlich zu ermahnen, sich zu dem Glauben ihres Vaters Abraham zu bekehren mit der Ueberzeugung, daß Gottes Wort, in dessen Besitze sie sind, vermögend ist, mit Hülfe dessen, der im Dornbüsche erschien, Ihre Glaubensbrüder in den erforderlichen Stand zu setzen, bevor Gott seinen heiligen Arm zu deren Befteiung erheben kann. Aus weiter Ferne kam ich zu Ihnen, weil ich dort vernommen, daß Zwietracht in Ihrer Mitte herrscht. Erlauben Sie mir nun die Frage, woher entstand diese? Bloß durch den Feind unserer Seelen, der gar wohl weiß, daß seine Herrschaft bald zur Neige gehet, deshalb beeilt er sich, seine Thätigkeit auf seinem falschen Wege zu verdoppeln, die Unachtsamen von der beseligenden Wahrheit, die in Gottes Wort lebt, zu entfernen. Schmerzlich ist es meinem Gemüthe, daß es dem Feinde der Menschheit bei einigen Ihrer Glaubensgenossen bereits gelungen ist, dem Glauben ihres großen Ahnherrn untreu zu werden und «uf ihr Erstgeburtsrecht zu verzichten, das sie auf ihr Vaterland haben, anstatt (besonders jetzt) Gottes Geheiß zu erfüllen und fich vorzubereiteu, um hinaufzuziehen und das Land in Besitz zu nehmen. Was vernehme ich aber dagegen? einen allgemeinen Ausruf, «mzugestalteu jenes heilige, vollkommene und wahre Gesetz, welches Gott selbst seinem getreuen Diener Moses gegeben hat. Gesetze, die so viele Jahrhunderte verehrt wurden, sollm jetzt in Ruhestand versetzt werde«! (wodurch sich der Character der Jahrhunderts, in welchem wir leben, offenbaret;) der nachdenkende Mensch ahnet aber die traurigen, gerechten Strafen, welche die Urheber treffen werden, die solchergestalt das Wort des lebendigen Gottes gewaltthätig verletzen; EsajaS 59, B. S. 10. 11. Werthester Herr, ich trete in Ihre Mitte mit dem ftiedlichea Olivenzweige in der Hand und bitte Ihre Glaubensgemeinde, daß sie doch wohl erwägen möchte, was der gerechte Gott von seinem Volkke erwartet, bevor er zum zweiten Male seinen Arm auSstreckt, es zu erlösen. — 26. Levit. 40. 41. 42; Esaj. 6, 22. Daher, mein werthester Herr, erwartet unser erbarmungsvoller Gott von seinem Volke Anerkennung, Bekenntniß der Sünden und Gehorsam. Und wenn wir Ihre frühere Geschichte zu Rathe ziehen, so finden wir, daß das Flehen Ihres gläubigen Volkes von Gott erhört wurde, der Moses sendete, um es auS Egppten zu führen, und alle folgenden wunderbare Befreiungen gingen aus dem Gebete hervor, das das Volk zu Gott sendete, und jetzt wartet dieser zu vernehmen das Gebet von ungeheuchelten Lippen, und sicherlich wird ein gnadenreiches Erhören wie in frühem Zeiten erfolgen, s. Hosea 3, V. 4 u. 5 — 4, V. 6 u. 7 — 5, V. 15 - 6, D. 1. Die Zeit, in welcher wir leben, deutet auf mächtige Veränderungen in der Entwickelung der Weltgeschichte. Für mich, als einen Christen, ist der Messias bereits in einem bedeutend niedrigen Stande gekommen; ich sehe aber dessen zweite Ankunft entgegen, wie er triumphirend einherschreiten wird, die Lebenden und die Verstorbenen zu richten; es fehlet heutigen Tages wahrlich nicht an Vorzeichen, welche uns ermahnen, daß jene Zeit nicht fern sei. Des Propheten Warnung an Ihr Volk ist in schneller Erfüllung begriffen, hinsichtlich des Landes Ihrer Väter; denn dem Berichte vieler Reisenden zufolge, fängt das Land an, mit jedem Jahre fruchtbarer zu werden. Allein zufolge des natürlichen Wortes der Prophezeihung soll. daS Land nichts Hervorbringen, bis es die rechtmäßigen Eigenthümer besitzen. S. Levit- 26, V. 19. 20. 32. 35. 43. 45. Denn so lange Ihr Volk zerstreuet ist, wird die Erde wie Eisen und der Himmel wie Erz sein, wenn Fremde es auch versuchen sollten, den Erdboden zu bebauen. So erging es H. Pasha's Versuch, als er 1637 von den Einwohnern und seiner eigenen Armee das Urbarmachen des Bodens erzwingen wollte, es wuchs nichts; so lautet der Bericht des vr. Bowring an das englische Parlament, von welchem er selbst Mitglied ist; gleichlautend ist auch der Bericht des englischen Consuls zu Syrien, der zur selben Zeit dort einen Versuch mit dem Anbau des Bodens machte, und der Erfolg bestätigte völlig die Worte im 3. Buche Moses, die oben angeführt sind; diese Berichte waren rein politischer Natur, ohne an die Prophezeihung zu denken.

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