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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-11-17 · Heft 46 (17.11.1844) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 46 (17.11.1844)
Date
1844-11-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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3?a lich, daß dieselbe glücklich vorübergegangen, hat dieser Akt m ihnen hervorgerufen. Es fehlt die wahre Religiosität bei dieser Handlung, die am Ende noch gar dem Knaben zum Spotte und zur Verhöhnung wird, und suchte man früher in der Beschneidüng die Integrität des Juden, so sieht man setzt nur noch eine Verstümmelung und Grausamkeit in dieser Ceremonie." — Wenn aber der Verfasser zur Erklärung der Thatsache, daß die Beschneiduug dennoch mit allem Eifer vertheidigt wird und daß Tausende gegen den Einen in die Schranke treten, der sie zur unnützen Ceremonie stempeln möchte. Folgendes sagt: „Bestände keine Jsolirung, keine Vorenthaltung aller der den christlichen Völkern zukommenden Rechte für die Juden, wären sie, mit einem Worte, emancipirt, gewiß würde sich im Laufe der Jahre für diese wie für jede andere sie absondernde Ceremonie ein Ausweg haben finden lassen, da ein charakteristisches Zeichen der Gesammtheit unnöthig wäre; jetzt aber, da die bürgerliche Gleichstellung mit den christlichen Bewohnern der Erde noch immer nicht erfolgt, die Juden also noch immer auf sich beschränkt geblieben, da mußten sie, um ihre Religion, ihren Cultus;u erhalten, sich gleich einer Armee um ein Fahnenzeichen sammeln, auf das sie in Leid und Freude tröstend schauen konnten, um das sich ihre Getreuen sammeln konnten", so klingt das wirklich naiv und wir möchten ihm mit Stern zurufen: „Ihre Worte, lieber Doctor! hätten nur dann einen Sinn, wenn wir noch in paradiesischer Unschuld umherliefen; aber die Feigenblätter, die Feigenblätter? —" Aus Unterfranken. (Schluß der Corresp. aus vor. Nr.) Um von vielen Belegen, die ich anführen könnte, nur eines Beispiels zu erwähnen, will ich des RabbinatSfondes gedenken, der in diesem Districkte besteht, in Bayern, vielleicht in Deutschland der erste und einzige aus diese Weise gegründete, und der sein Entstehen und Bestehen dem Herrn Landrichter Jhl verdankt. Als nemlich die Rabbinats-Districte besetzt wurden, hatte derselbe die Besezzung des dortigen Bezirks zu bethätigen. Von der Mühe, die er sich gab, um durch Belehrung und Aufhellung der Ansichten zu verhüten, daß kein Candidat gewählt werde, dem wissenschaftliche Bildung fehlt und dessen Gesinnungen und Kenntnisse mit unseren Zeitbedürsniffen nicht im Einklang wären, will ich jetzt nichts wiederholen. Sie werden es damals in den Blättern gelesen haben. Bei dieser Gelegenheit wurde nun von demselben sämmtlichen Israeliten des Distriktes vorgestellt, wie wichtig die Gründung eines Fonds sei, aus welchem der Gehalt des Rabbinen bestritten werde, so daß die mit so vielen üblen Folgen verbundene Repartition mit der Zeit ganz wegfalle. Sie können sich denken, daß ein solcher Vorschlag zwar vielseitig mit Beifall ausgenommen wurde, doch auch manchen Wider'pruch erfuhr. Seiner Beredsamkeit gelang es jedoch, mehr als fünfhundert israelitische Stimmen zu vereinigen, und zu dem gemeinschaftlichen Beschüsse zu veranlassen, daß ein solcher Fond gegründet werde. Vor einigen Wochen hat nun unter seiner Leitung die Rechnungsablage des Kassirers Herrn Kohn stattgefunden und lieferte solches erfreuliche Resultat, daß nach Verlauf von 1, höchstens l Decennien btt Fond schon so stark sein wird, daß die sämmtlichen Rabbinatöbedürfnisse daraus bestritten werden können. Man muß wissen, wie viel die Stellung und folglich auch die Wirksamkeit des Rabbinen hierdurch gewinnt, um den Werth dieser Einrichtung zu würdigen, und welches Verdienst Herr Landrichter Jhl sich hier erworben, der weder Zeit noch Mühe scheute, das Werk zu Stande zu bringen, zu erhalten, zu befestigen und sein Fortbestehen zu sichern. Ich habe diesen Fond besonders hervorgehoben, weil er seiner Wichtigkeit und Neuheit halber besondere Beachtung verdient, konnte jedoch, wenn cs der Raum gestattete, noch viele ähnliche verdienstliche Einrichtungen erwähnen, die die Israeliten des Landgerichtöbezirks dem Herrn LaudgerichtSvorstandc Jhl verdanken, z. B. die Gemeindestatuten, deren Entwerfung er selbst leitet und unter seiner Leitung berathen läßt, sein Mitwirken zur Gründung eines jüdischen Lesevcrcins, die Wiederbelebung deS Handwerksvercins zu Schwanfeld und dergleichen mehr, was hinreichend darthut, wie sehr ihm die Bildung und das Wohl der Israeliten seines Sprengels am Herzen liegt. UebrigenS muß man auch gestehen, daß die dortigen Israeliten seine Bemühungen dankbar anerkennen und eS auch nicht an Männern fehle, die in sein Streben eingehen und zur Nealisirung kräftig Mitwirken. Insbesondere verdient der obengenannte Herr W. A. Kohn hier genannt zu werden. Als Kaufmann zu Werneck ansässig, verbindet er mit seinen kaufmännischen Kenntnissen gediegene Bildung und ist selbst nicht ohne theologisches Wissen. Wenige sind in unserem Kreise von solchem glühendem Eifer für Juden und Judenthum beseelt, und wird er wegen seiner reellen Geschäftsführung, seines offenen, biederen Charakters, seiner thätigen Mitwirkung bei allem Gemeinnützigen auch von allen Christen geschätzt und geachtet. Erst bei der oben erwähnten Rechnungsablage soll Herr Landrichter ihm seine Achtung und Würdigung seiner Verdienste aus sehr ehrenvolle Weise zu erkennen gegeben haben. Möchten wir in Baiern Viele solche Männer haben, die mit ihrem Reichthum an Besitz auch Reichthum an Bildung verbinden, an gutem Willen und Eifer. Grade daran sind wir aber leider noch so wenig reich! Man sage, was man will, das Leben und Wirken der in ihrer nächsten Nähe lebenden Israeliten wirkt wohlthätiger auf daS Urthril befangener und unbefangener

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