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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-11-03 · Heft 44 (3.11.1844) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 44 (3.11.1844)
Date
1844-11-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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352 erste Periode jener religiösen Mündigkeit fich in dem Abhauen alles Unnützen und Ausgearteten mit der Sache des Herrn, nebst Festhaltung an den — Einen mit aller Macht und Kraft (abram) kund thut; worauf dann folgt, die, des positiv setzenden Kultus, mit dem legislatorischen Zwecke, diesen Einen in das Staatenleben hineinzuziehen, und zu verweben, damit er durch und über dasselbe herrsche — (Moses). Daß aber auch der Bibelsche Abram bloß den Einen statt Vielen setzte, ohne an einigen Cultus nur zu gedenken; bewährt sich am triftigsten aus der eben ihn zum Gottfürchtenden einweihenden Opferungsgeschichte (1. B. Mos. 22. Kap. 12. Vers.) Jsaks; —; da cs keinem mosaischen Propheten je hätte in den Sinn kommen können, einer Vision folgereichen Glauben beizumessen, die götzisches Menschenopfer fordert. Alle Sprache stufte sich vom Himmel, d. h., aus den adytis — der Mysterien zur Erde, d. h., zur sinnlichen Bedeutung herab. Aegyplifche Mysterien heißt der unversiegende Lebensqmll, und die Periode, welche einen eigenen positiven Cultus zu ihrer oölkerlichen Fortpflanzung heischte, heißt Moses. Der Abramismus hatte nur Glaube gesetzt, ohne jedoch äußerlich in der Sinnesthätigkeit objectiven Umfang gewinnen zu können. Diesem Moses entstand die doppelte Aufgabe, einmal: die kosmisch-ewigen und welthistorischen Ideen der Welt- und Menschwerdung nach dem Bedürfniß der Nation, in Land- und Volks- Bildungsformen so beengend einzugießen, daß sich, das Land als Erde, das Volk als Menschheit, und der National-Gott als Welt-Gott, der Volksanschauung darstelle und einpräge; zweitens die Religionsform, wie nemlich alle Völker ihren Gott in ihren Lebenskreis heradzogen, und seine 8eüee!üua gleichsam da, in terra saera befestigten, auf den Dienst des Gott - Schöpfers als Lehensherrn von Canaan und heroischen Königs von Israel überzutragen. Und hier bei diesem Volke, forderten oiese Aufgaben zur Lösung das Gesetz, welches einerseits: die Gottesgeschichte von der Weltwerdung an, bis zu seiner Selbsterniederung (Opferung) zum National - Schutzgotte von dem Standpunkte des Gott-Schöpfers (Providenz) aus, objectiv mit der Urgeschichte des Volks selbst in einer Genesis verwebend, nationalisire, und andernseits: eine Reihe symbolischer Handlungen hinstelle, nebst einem Cultus, von solch einfacher Natur, daß er, was man bisher den Dielen erzeigte, jetzt, mit Vernichtung dieser, aus den Einen beschränke. Dieses mosaische Institut, das mit seiner Geschlossenheit in die Zeitlichkeit getteten, der Weltgeschichte zu trotzen schien, trug doch in sich selbst den Keim seiner einstigen Auflösung, der sich aus zweierlei Weise entfalten mochte; einmal: durch das allgemeine Weltgesetz, nach welchem jedes Einzelngesetzte seine Peripherie erlaufen soll; und so auch die, in den Mysterien, das Eigenthum einer Kaste gewesenen Urideen, der ganzen Menschheit zufallen sollten; wodann die, im Mosaischen Symbol nationalisirten Ideen ihre universelle Rechte zurückfordernd, das beschrankende Gefäß (6u1tri8) zerschlagend, frei hervortrctcn müßten (die Propheten); und zweitens: — wenn das Priestervolk mit seinen, durch gleiche Sprache, verwandten Nachbarn, in feind- und freundschaftliche Berührung käme und dort in der Religion, seines Gottes Namen, als Götter Namen, individualisirt gewahrte; deren jeder mit eigenem Cultus und eigenen Attributen das glücklichere Volk beherrscht; während es selbst, in Abhängigkeit, oder gar in die Sklaverei, geräth, des, den Jsraelitengott, scrupulöser verehrenden Heiden. Abgesehen davon, daß sich im Laufe der Zeit, bei den Israeliten, dieselben Elemente der Entartung (Luxus und Hang zum Objectiven) erzeugen mußten, als bei den, vom Lande ausgespienen Emoriten, die doch ursprünglich aus demselben reinen Born der Tradition schöpften, woraus Moses sein Volk und dies Land regeneriren wollte. Bileam konnte, in so fern er, als Organ des Schicksals, der Providenz gegenüber trat, im begeisterten Worte, die einstige, in den letzten Tagen, zu realisirende Vernichtung seines Prinzips (fatum, ahriman) durch die universelle Herrschaft der geistigen Providcnz so bestimmt und deutlich aussprechen, als es kein jüdischer Prophet, selbst Moses nicht, (nach dem Geständnisse des Talmuds selbst,) vermochte; weil diese, als zeitgemäße Organe der Nationalprovidenz nie sich so frei über den Kreis der Nationalität erheben konnten, als der, außerhalb derselben und mit jener kämpfende, ihre Allgewalt aber, in der Gegenwart, fühlende, und ihre Alleinherrschaft am Ende der Zeiten schauende Bileam. Der zweite Weg der Wiederberührung des gereinigten Stammes mit dem ausgearteten Heidenthum konnte dem prophetischen Blicke Moses nicht entgangen fein; wo er immer zwar aus weislicher Absicht, den innern mysteriösen Grund der geheimen Religions-Verwandschaft dem Volke verschwieg, und nur die Furcht vor äußerer politischen, sittlichen, höchst oberflächlichen religiösen Berührung, ja Blendung durch Kultus-Gepränge (wie heute noch sich mancher Protestant vor Rom scheut,) vorgab: Sv sah Moses, als Organ der Providenz, die Auflösung fei-

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