Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 42 (20.10.1844)
- Date
- 1844-10-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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341 Wesentlichen angehend, besprach, und auch ohne Hehl und Schm euch hierüber aufzuklären mich bestrebte. Ich halte diesefür eine meiner heiligsten Pflichten und auch eines jeden Lehrers in Israel! Und so sage ich denn auch jetzt zu Euerer Erhebung und zur Beseitigung aller falschen Vorstellungen und absichtlich böswilligen, verläumderischen Gerüchte über diese Versammlung, daß alle diese Männer im Namen Gottes und im Interesse seiner heiligen Lehre gekommen, daß sie nur hierzu, und zu keinem anderen Zwecke große Opfer gebracht und manchen Verdächtigungen sich ausgesetzt haben; daß sie ferner auch nur im Namen Gottes dort gesprochen, nur für unsere Religion und in deren Geist das Wort geführt; daß sie aber auch im Verlauf der Unterredungen den^Namen Gottes und seiner heiligen Religion Anerkennung und Ehre verschafft haben, bei allen Anwesenden der verschiedenen Gegenden, der verschiedenen Ansichten und Confessionen, so daß wir auch vollkommen hoffen dürfen, daß durch das jährliche Stattfinden dieser Versammlung mit Gottes Hülfe und Beistand, in der Wüste gebahnt werde der Weg Gottes, in der Steppe geebnet werde eine Straße unserem Gotte und offenbar werde die Herrlichkeit Gottes und sie schauen werde alles Fleisch zumal. Mecklenburg. Neukalden. Einem über die Einweihung der dortigen Synagoge (S. Nr. 40) aus sehr achtbarer Quelle uns zugekommenrn Berichte entnehmen wir folgende Stelle, da sie das bestätigt, waS früher über die Wirksamkeit des vortrefflichen Holdheim gemeldet wurde. Es sagt nemlich unser Correspondent über denselben: „Ich hatte überhaupt Gelegenheit, so kurz mein Aufenthalt in Mecklenburg war, mich der Wirksamkeit dieses jetzt an die Spitze der Bewegung getretenen Rabbincn, der Stellung, die er sich geschafft, der Autorität, die er ausübt, sowie der Hoffnung, zu welcher ein so sehr gedeihlicher Anfang berechtigt, mich zu freuen. Sind auch die dort bis jetzt geschaffenen Verbesserungen eben so wenig wie irgendwo ganz frei von inneren Widersprüchen und leidigen Jnconsequenzen, und ist überhaupt ein allmäliges Reformiren das rechte Verfahren für unsere Zeit, (meine UeberzeUgung sagt, wie Sie wissen, Nein dazu,) so ist der gute Geist der Mecklenburgs JsraelitenZ im Allgemeinen beseelt, eine fröhliche Bürgschaft, daß dort ftüher und sicherer ein wahrer Fortschritt zu erwarten ist. Die Opposition ist nur gering und ohnmächtig und wird wohl meistens von Hamburg aus gestachelt. Sächsische Herzogthümer. Aus dem Meiningischen. (Torresp.) Unsere »ent Synagogen- und Gottesdienstordnung wirkt schon jetzt sehr feegensreich, indem sie die so laug entbehrte Ruhe, Ordnung und Würde des Gottesdienstes hergestellt hat. Auch befreunden fich die Alten nach und nach mit ihr, obgleich sie sehr freisinnige Bestimmungen (nach ihrer Meinung) enthält. Wir rechnen hierzu die Abschaffung des Ketzergebetes des Kol Nidre, des sogenannten TropS beim Vorlese» der Thora, wie aller Profanmelodien bei den Gebeten. Von sehr veredelnder Einwirkung auf die religiöse Bildung der Jugend werden auch die eingeführten Catechisationen sein, welche alle vierzehn Tage am Wohnorte des Landrabbinen von diesem, und in den übrigen Gemeinden von den Lehrern gehalten werden sollen» Was sagen Sie aber dazu, daß in Walldorf (die stärkste Gemeinde) eine Glocke an die Synagoge kömmt, und daß die christliche Geistlichkeit dieses nicht nur nicht verhindert, sondern ihre Freude daran hat? Solchen schönen Geist religiöser Duldung haben wir unserem aufgeklärten Landrsministerium und vor Allem unserem Herzog zu verdanken, dessen erleuchtete Gesinnung auf die ihm zunächst stehenden Personen und von diesem auch auf die übrigen Landesbehörden übergeht. Gott erhalte ihn! Der jüdische Lehrer auf btm Lande. (Bon einem Lehrer im Großherzogthum Hessen). (Schluß von Nr. 41.) Den Vorständen, die zugleich auch Schulvorstände bilden, werden und müssen die Lectionspläne zum Gutachten vorgelrgt werden, obgleich dieselben nur durch Pedanterie ihre Stellung hierbei geltend machen. Bringen die Kinder nicht schon in der ersten Zeit ihrer Schulpflichtigkeit einen Vorrath von Kenntnissen mit nach Hause, so ist es sicher, daß deren Lehrer in den Augen der Eltern trotz aller Pflichttreue und der Ueberzeugung, des Kindes Geist müsse langsam, aber sicher, geleitet werden, eiw gewissenloser und seinem Fache nicht gewachsener Mann sein muß. ES währt gar nicht lange, so hat diese gefährliche Krankheit unreifer Urtheile der ganzen Gemeinde sich bemächtigt, ja selbst die armen Kindlein ergriffen. Doch was hilft alles klagen, gerade da wo das Uebel so groß ist,, muß auf Mittel zur Abhülfe gesonnen werden. Diese anzugeben will ich in Folgendemj versuchen» Durch welche Mittel kann nun der schwierige Standpunkt des jüdischen Lehrers erleichtert werden. Zuvörderst durch ein stetes Dahinarbeiten in Amt und Leben, daß das Volk ihn als einen Lehrer des 19. Jahrhundert-- anerkennt, der fern vorr allem Bacherweseu ist. —