Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 38 (22.9.1844)
- Date
- 1844-09-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beirage z« Ne. 38 des Bseaetttea des IS. Jahrhunderts. (Eingesendet.) (Verspätet.) Gleiwiß, den 17. Juli. Der Orient Nr. 28 enthält wiederum, wie vor ungefähr 2 Jahren, einen Artikel aus Gleiwitz, mit der Chiffer . ..n versehen, dessen bescheidenen Verfasser ich aber dem lesenden Publikum jüdischer Blätter, das gewißlich neugierig ist, diesen Beförderer der Bildung Oberschlesiens näher kennen zu lernen, wenn auch nicht namentlich nennen will, doch aber ziemlich genau Nachweisen kann. Der Name dieses oberschlesischen Genius befindet sich im Verzeichniß der Mitarbeiter des Orients, Jahrgang 43; nur muß ich vorneweg bemerken, daß durch einen Fehlgriff der Dehnungszeichen dort eine Charakterverwechslung entstand, indem derselbe nicht Lehrer, sondern eine Art von Kaufmann ist — und wird wol Jeder, der diesen guten Mann kennt, mit mir ausrufen: „also auch Saul unter den Propheten? also auch Hr. ...n, Beförderer des Deutschthums unter den Juden!" — Ich will nun ein wenig in den interessanten Bericht des Herrn ... » näher eingehen. Dieser besteht aus 3 Thcilen und einer ernsten Warnung an die Väter der hiesigen Jugend, ernstlich auf ihrer Hut zu sein, um ihre Sprößlinge vor dem Einflüsse meiner Lehren zu wahren. Ter erste Theil ist ganz politischer Natur, indem Hr. ...» die Brotlosigkeit der jüdischen Branntweinschenker bedauert, welche durch Einführung der Mäßigkeits-Vereine unter den Juden Oberschlesiens bewirkt sein soll. Außer dem Kauderwälsch, worin sich Hr. ...» als Meister zeigt, bekundet derselbe noch dadurch einen sehr scharfen Einblick in die Gebrechen der Judenheit. Sicher wird jeder richtig urtheilende Israelit, wenn auch unter 100 Einer brotlos wird — in den Mäßigkeits-Vereinen einen Akt christlicher Liebe erkennen, indem diese bewirkt, was die Lehren weiser Juden nicht vermochten. Im Gegcntheil wäre es sehr wünschenswerth, daß die so sehr gepriesene christliche Liebe sich auch dahin erstreckte und Vereine bildete: nichts von gewöhnlichen jüdischen Schacher¬ und Bendeljuden, sondern alles von ordentlichen, gebildeten Kausleuten zu erkaufen, weil nur dadurch Hr. Correspondent ...» und unberufener Talmud-Ritter, die Lehre des Talmuds r 'ÜVN 1)2 J1K L18 12^' btt der, wie Sie wol wissen, Herr ...», nur von den Talmud - Vertheidigern hierorts in keiner Beziehung genügt wird — beachtet werden wird. Nicht lange will ich mich mit Ihnen, Hr. ...n, unterhalten, Ihren lügenhasten Bericht, soweit er mich nicht angeht, will ich nur überfliegend beantworten und zeigen, wie Sie den Talmud, von welchem Sie so wenig zu begreifen vermögen, wie der Blinde von Farben, und dennoch, sonderbar genug, sich ein Urtheil erlauben, in jedem Theil Ihres Berichts durch Nichtbefolgung seiner oft goldenen Moral verletzen, und gelange somit zum zweiten Theil Ihres Klatschberichts. In demselben, der wiederum kirchlichen Inhalts ist, erlaubt sich Ihr Leumund unfern alten ehrwürdigen Nabbinen sowol, als, was mehr sagen will, unfern biedern thätigen Vorstand zu begeifern. Ich will Ihnen gegenüber unfern löblichen Vorstand nicht vertheidigen. Dieser selbst wird es gewißlich eben so unterlassen, wie ich es gethan haben würde, so ich nicht einen eigenen Beweggrund hätte — nur einige Fragen will ich Ihnen vorübergehend zur Selbstbeantwortung stellen. Wer ist Schuld, daß unsere Gymnasial-Jugend — ungefähr an 40 Knaben — sich wacker herumbalgt, während die Jugend anderer Confessionen Religionsunterricht genießt? hat unser wollöbliche Vorstand nicht ernstliche Anstalten getroffen, um einen Rabbiner: und Doctor zu engagiren, dessen günstiger Genius aber ihn vor Unannehmlichkeiten wahrte, die ihm hier unfehlbar zu Theil geworden wären? Nicht etwa von Ihnen, Hr. ... o, denn wer und was sind Sie? — sondern — i nun, wir Gleiwiyer kennen und verstehen uns auch. — Wer ist Schuld daß der Almemor uns an Feiertagen zu erdrücken droht? Alle kränkelnde Unordnungen, an denen unsere verehrte Gemeinde, die im Allgemeinen die Stoffe zu allem Guten birgt, wie Sie meinen, so sehr leidet, rühren von einer wunden Stelle her, die nur bei dem Sichselbstüberlassensein Israels die Zeit heilen kann, und wie ich zuversichtlich hoffe, auch heilen wird. Von unserem verehrten greisen Nabbinen würde ich geschwiegen haben, ergäbe sich nicht auö eben diesem Umstand, einmal Ihr Leumund aufs Klarste, dann aber, wie Sie, Herr ...» den Talmud durch Nichtbeachtung seiner herrlichen Lehren verunglimpfen. Ihren lügenhaften Bericht im Orient vom Jahre 1843 habe ich nicht vor mir, doch kann ich mich seines begeifernden Inhalts wol entsinnen. Damals ließen Sie einen Artikel sich fertigen — denn Sie, Herr Mitarbeiter des Orients, werden uns doch nicht etwa bethören wollen zu glauben, daß sie selbst Schöpfer dieser Artikel seien — so erbärmlich diese auch sind, übersteigen sie doch Ihre Fähigkeit — ließen damals unfern Nabbinen belobigen, wie diesmal durch irgend eine feile Feder herabwürdigen; ließen unsere Schule, von der sie eben so viel Begriff wie vom Talmud haben, und meinen Collegen, dem Sie jetzt das Wort in Ihrem elenden Berichte reden, besudeln. Sehen Sie, mein lieber Herr ... », als Talmudritter muß man mit dessen Lehren wenigstens einigermaßen vertraut sein. Dieser lehrt kWl'O CPin ppiEff pi ^3 Q'ODn ’TfcVn