Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 34 (25.8.1844)
- Date
- 1844-08-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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292 dem Monate Hyperbereteus, dem entsprechenden Tischri anzufangen, fing man nach Zerstörung des Tempels auch die Festrechnung (das Kirchenjahr) mit dem 1. Tischri an, von welchem Zeitpunkte man den Verlauf desselben bestimmte. Beim Osterfeste, wo man die Vorschrift, es im Monate Abib zu feiern, nicht unberücksichtigt lassen konnte, der sich auf die Reife der Feldfrüchte bezog, wo man auch Rücksicht nehmen wollte auf das Ablammen der Schafe, das Knospen der Baume, und mehr dergleichen im Talmud angeführte Umstände, was sich im Tischri nicht vorausbestimmen läßt, durch einen unabänderlich festgesetzten Kalender, wie der damals schon bestandene des Julius Cäsar; würde ein Theil des pharisäischen Einflusses, den man bisher durch Zeugenaufnahme und Bekanntmachung der Feste ausgeübt, verloren gegangen fein. Man kam daher auf den Gedanken, die Mützer bei Griechen und Römern bestandenen Einschaltungen in das Kirchenjahr einzuführen, die man sich vorbehielt, nach Umständen anzuwenden. Die Einschaltung des zweiten Adar's aus angeführten Gründen, wo man auf die Witterung, auf die Brauchbarkeit der Straßen, sogar auf dle Beschaffenheit der Backöfen Bedacht nehmen mußte, ('k k"1 pTUD) konnte bei der Zerstreuung der Juden in so weit von einander gelegenen Niederlassungen nicht immer zu gleicher Zeit erforderlich sein. Es entstanden daher folgende Lehren: Wenn Moses vorschreibt: dieses sind die gebotenen Feiertage, die ihr (nriN sie) in ihrer richtigen Zeit bekannt machen sollt, lese man (Lyhr ihr) die ihr bestimmen werdet, sie seien in richtiger oder unrichtiger Zeit, aus Vorsatz, aus Unwissenheit oder aus Jrrthum, gibt es doch keine andere als diese (von euch bestimmte). Wenn ferner die Schrift ausdrücklich befiehlt, beobachte ven Monat Abib, um das Fest in seiner richtigen Zeit zu feiern, 22dvi LN1N nN lese man dafür: beobachtet den Monat, der dem Abib vorangeht, tmn yji6 tddm- Ferner wurde festgesetzt, wenn der Frühlingspunkt nBlprs nach dem 16. Nisan fällt, das Jahr zum Schaltjahr zu machen, das heißt einen zweiten Adar dem Nisan vorangehen zu lassen. Der Talmud kannte keine andere Rechnung als die des Samuel, der nach dem Julianischen Kalender das Jahr mit 365£ Tag an- «ahm. Wenn daher von der Tekupath Lebet bis zum 16. Nisan 91 Tage 7\ Stunden verliefen, mußte ein zweiter Adar eingeschaltet werden. Als die Araber sich mit griechischen Wissenschaften befreundeten, und die Juden am Euphrat, bei der Verwandtschaft der hebräischen Sprache mit der arabischen daran Theil nehmen konnten, ohne sich unmittelbar mit den verrufenen griechischen Wissenschaften zu beschäftigen, zur Zeit der Geonim im 7. oder 8. Jahrhundert, kam auch Wissenschaftlichkeit in die Kalenderrechnung. Man lernte die Länge des Jahres, die man bis dahin nur nach Angabe des Talmuds kannte, genauer bemessen. Man lernte auch durch Beobachtung mehrerer Mondesfinsternisse, und aus der dazwischen verflossenen Zeit die wahre Conjunction otel) kennen, man wurde mit dem in Athen schon durch Jahrhunderte bestehenden Cyclus von 19 Jahren bekannt, und so entstand eine neue Kalenderrechnung. Zur Epoche dieser Kalenderverfassung wird von spätem Gelehrten das Jahr 359 und zum Verfasser derselben Rabbi Hillel angegeben. Indessen hat sich bei später» Rabbinen, mit geringem Widerspruch einiger, folgende Theorie ausgebildet: Ursprünglich ist das Erscheinen des Neulichts beobachtet worden, um den Anfang des Monats und die Feste zu bestimmen; denn Gott hat Moses das Neulicht gezeigt, und gesprochen: So sollst du ihn sehen und heiligen inpi n*n ro für czb nn 2N1NH Zugleich wurde auch von Moses, die Kalenderrechnung, wie sie seit Hillel erneuert, eingeführt, schon am Berge Sinai gelehrt ’J’DD rstrcb ro^n, damit man sich darnach richte zur Zeit, wo kein Bethdin in Palästina bestehen, und die Nation in Zerstreuung leben sollte. Wenn aber einst der Befreier kommen, und sie wieder vereint sein wird, werden die Monate wieder durch Beobachtung des Neulichts und Zeugenaussagung bestimmt werden. Der Zweifel aber an der Ueberlieferung der Kaleneinrichtung des Hillels von Moses OT muß sich um so mehr in verneinender Gewißheit verwandeln, je näher man die Unrichtigkeit desselben bemerkt. Seine Berechnung des neunzehnjährigen Cyclus gibt.. . 6939 T. 16 St. 595 Ch. da aber die Jahreslänge nach genauester Rechnung nur 365 T. 5 St. 48' 48" beträgt, und 19 Jahre nur geben. 6939 T. 14 St. 489 CH. zeigt sich sein CicluS zu lange um. 2 St. 106 CH.