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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-07-14 · Heft 28 (14.7.1844) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 28 (14.7.1844)
Date
1844-07-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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22* die Unredlichkeit" hatte, seine Collegen B., C., D. und E., oder gar Hrn. Trier selbst, sich mit andern Gutachten nicht ähnliches erlaubten, versteht sich lymy ee^j, vielleicht auch, weil sie dieß als 'U ntyJO ansahen und für "^112 hlelten. — Stern' s Sendschreiben an Hrn. Stein in Ihrem Blatte findet nach zwei entgegengesetzten Richtungen großen Beifall; die Alten freuen sich, daß letzterer eins abkriegt, und die Neuen meinen, cs geschehe ihm Recht, und wer qusgeben wolle, müsse auch einzunehmen wissen; Llos die Halben, welche ohnehin so eigentlich nicht wissen, was sie wollen, machen bedenkliche Gesichter. Bei St ern vereinigt sich auch alles, um seinem Schreiben das größte Interesse zu geben, Gesinnung, Absicht, Wissen und.Styl. Besonders zu beherzigen ist, was er über den Dünkel und die Anmaßung mancher predigenden Nabbinen und rabbinischen Prediger unserer Zeit sagt, und hierin stimmt seine Ansicht mit der starrrabbanitischen überein, nach welcher daö auserwählte Volk als FreicorpS unter dem unmittelbaren Commando unsres lieben Hergotts steht, und derjenige zunächst an den Himmel reicht, welcher am höchsten hüpft. *) Wenn er hingegen die Neformfreunde Reformirte nennt, so sind wir damit nicht einverstanden; sie sind so wenig Reformirte als Reformatoren, sie sind vielmehr Reformer, d. h. solche, welche nicht blos ihrer Gesinnung nach reformirt sein, sondern eine anerkannte Reform ins Leben rufen wollen. — Uebrigens predigt Hr. Stein mit entschiedenem Beifall und hat vom Senate das hiesige israelitische Bürgerrecht für sich und seine Familie geschenkt erhalten, was nach hiesiger Verfassung eine große und dankcnswcrthe Anerkennung ist. Großherzogthum Baden. Karlsruhe. (Corresp.) Eben komme ich aus der Buchhandlung von G. Holzmann dahier, und ergötze mich an dem »Rheinischen Landboten, von Zittel", welcher bei demselben herausgekommen. O hätten wir doch anch nur solche Volksschrkstcn, die wären ganz geeignet, »der Verwilderung in Israel" zu steuern und bessere, gesundere Begriffe unter die Masse zu bringen. Und auf die Masse kommt ja Alles an; die Masse muß veredelt, herangrbildet werden, wenn eS besser mit uns werden soll, wenn Wir nicht fortwährend Schlösser in die Luft und Palläste auf Sand bauen wollen. Das sollten die Frankfurter Neformfreunde sich besonders zu Herzen nehmen, sie, deren Mitglieder zum Theil so reich sind und mit dem Neichthum auch Wolthätigkeit, auch Großsein verbinden sollten, zusammentreten und eine Kasse *) Wir finden diese Sprache, wo eS sich um religiöse Gegenstände handelt, durchaus nicht angemessen, doch wollen wir die Redefreiheit des verehrlichen Correspondenten nicht beschränken. Redaktion» für Verbreitung guter Dolksschristen bilden, so Tractätlein, abe nicht wie die der Mystiker und Missionare, sondern wie der rheinische Landbote, von einem gesunden Geiste angeweht, eine kernhafte, populäre Sprache sprechend und dem Volke das Wichtigste und Heiligste verständigend und zu Geist und Gemüthe führend. — Um mein Urtheil zu bekräftigen, theile ich Ihnen nur das mit, was der rheinische Landbote über den Sabbat und die jüdischen Festtage sagt: *) »In dem Judenthume wurde von jeher der siebente Wochentag zum Andenken an die Vollendung der Schöpfung durch Gottesdienst und Ruhe von aller Arbeit gefeiert, und es wurde eine große Strenge in dieser Feier beobachtet. Diese große Strenge in der Beobachtung der äußeren Ruhe und Enthaltung von aller Arbeit würde ganz unbegreiflich erscheinen, wenn sie blos zu dem Zweck hätte stattfinden sollen, daß das Gemüth der Menschen sich zu frommen Betrachtungen ungestört sammeln könne, denn dazu wäre doch in der That nicht nothwendig, daß man kein Feuer anzünden, und kein Schnupftuch im Sack über die Straße tragen darf. Es mußte also eine andere Bedeutung darin liegen, und da der Grund für die Sabbatfeier im dritten Gebote; »denn Gott ruhete am siebenten Tage" wenn man es so ganz wörtlich und menschlich nehmen wollte, dem sonstigen Begriffe von Gott in der heiligen Schrift geradezu widerspräche, so scheint folgende Deutung der Sabvaisruhe wol die richtigste zu sein. In der Natur, wie sie geworden ist und wie sie fortwährend vor unfern Augen sich verändert unv verjüngt, offenbart sich die schaffende Hand Gottes. Aber in diesem Werden und Wechseln spricht sich uns daö eigentliche Wesen Gottes nicht aus; denn dieses ist gerade das Gegentheil davon, nämlich das Ewige und Unveränderliche, weil es eben das Vollkommene und Heilige ist. Für daS Ewige und Unveränderliche giebt cS aus Erden als Sinnbild nur die völlige Ruhe. Wie nun die sechs Werktage, an denen das israelitische Volk seiner Arbeit nachging, die immer fortwirkende Schöpferkraft in der sichtbaren Welt, man könnte gewissermaßen sagen, Gott in seiner Erscheinung im Endlichen, darstellte, so sollte die Sabbatsruhe, als Sinnbild des Unveränderlichen und Vollkommenen, das eigentliche Wesen Gottes dem menschlichen Geiste vergegenwärtigen. Das jüdische Gesetz enthält sehr viele Vorschriften über di« Feier der Festtage. Wem das Alles unbekannt ist und er beobachtet zum ersten Mal diese fast unzähligen Ceremonien, der wird kaum begreifen, wie man auf solche Tinge kommen konnte. Wir finden gerade dieses nicht sehr treffend; doch ist es, schon seiner sinnigen Auffassung wegen, der Mittheilung werch. Redaktion.

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