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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-06-30 · Heft 26 (30.6.1844) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 26 (30.6.1844)
Date
1844-06-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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bf»t müsse, ist auch längst erkannt und braucht nicht erst in einer neuen Zeitschrift mit so viel Pathos wieder eingeschärst zu werden. — Herr F. sucht endlich seinen reformatorischen Ansichten noch durch die bekannte Deutung der bekannten Stellen Nil heP Tusn an |w mu u. ^22 t3»sw die talmudische Weihe zu geben. Nun damit hat er Alles wieder vernichtet; vom talmudischen Standpunkt aus gibt es keine Reform, auch nicht eine solche, wie sie Hr. F. und vor ihm noch viele Andere wollen: »nöthig gemacht durch die Zeitbildung, durch den Fortschritt der Wissenschaft, durch den Umschwung, welche die socialen Zustände erfahren«; dem Talmud nach haben wir nur eifrig unsere Nationalität zu wahren, nur von jüdischen Gerichten Recht zu nehmen (min p); und das Endziel unseres frommen Wandels, unsere ganze Erlösung und Befreiung, unsere wahre und eigentliche Regeneration nur darin zu erblicken, daß der mit seinem Volke wieder versöhnte Gott cs zurückbringe nach dem Boden, welchen es ehemals besessen, damit eS ihm wieder blutige Opfer bringe, wie ehemals, cmD2 D-TEP" "•crora c^dioi Freie Städte. Hamburg. (Corresp.) Die vor einiger Zeit in der Zeitung des Judenthums (die Nummer ist mir nicht zur Hand) von einem hiesigen Correspondenten gegebene Nachricht von der Beförderung eines israelitischen StabsfourierS in der hiesigen Garnison zum Lieutenant, kann ich aus der sichersten Quelle als voreilig und ungegründet bezeichnen. Obgleich das Avancement nicht in der Garnison selbst stattsindcn sollte, sondern nur eine Officierstelle in dem hier abgesonderten Corps der hier militärischorganisirten Nachtwache betraf, so hätte man es doch als das günstigste Zeichen betrachten können, wenn der Bewerber, ein höchst biederer Mensch und wackerer Soldat, der in seinen jetzigen Verhältnissen alle Achtung genießt, unter 30 bis 40 Mitbewerbern den Sieg errungen. Daß eS nicht geschehen, hat nach des Candidaten eigener Versicherung nicht einen consessionellen Grund, indem der wirklich Beförderte ebenfalls nur seinem wirklichen Verdienste es verdankt. Frankfurt a. M. 20. Mai. Corresp. (Verspätet.) Heute ward dahier Hr. Metz, ein sehr gründlicher, und — was so selten — aufgeklärter Talmudist und hebräischer Literat zur Erde bestattet. Dieser brave, fleißige und blutarme Mann lieferte dem Professor Molitor das Material zu seinem christlich-kabbalistischen Werke, das freilich dieser auf seine Weise verarbeitete. Die Dorfzcitung berichtet aus dieser Stadt: »Der Familie Rothschild sagen Uebelwollende nach, daß sie eine Wolthätigkeits-Lotterie für Hülfsbedürstige jedes Glaubens errichten wolle. Gewisser ist es, daß sie die alte »ersallene Synagoge, die Klause genannt, wieder herstellt und erweitert, damit darin der Glaube, bei welchem die Familie reich geworden ist, in seiner ganzen Reinheit gelehrt werde. Man rechnet auf viele Anhänger dieses Glaubens. Großbrittanien. London. (A. Z.) Sir Moses Montefiore in London har seine Glaubensgenossen in Palästina mit einer in Jerusalem errichteten Druckerei für israelitische Schriften beschenkt. Sie besteht aus zwei Pressen, bei welchen 21 Arbeiter, sämmtlich Juden, beschäftigt sind. Außer einer Anzahl größerer Werke ist auS dieser Officin ein Kalender für das Jahr 1844 hervorgegangen. Frankreich. tf, Das Machest der »Arch. Isr. de France“ enthält die bisher in Sachen des Frankfurter Reformvereins erschienenen offiziellen Aktenstücke. Die franz. Blätter theilen die hauptsächlichen Bestimmungen des Entwurfs zu einer königl. Ordonnanz mit, welche demnächst die Verhältnisse der Israeliten in Algerien reguliren wird, und wodurch jede Partikulareinrichtung einer völligen Gleichstellung vor dem Ge setze Platz machen soll. — Wie sehr man nun auch diese Wohlthat Seitens der Israeliten Algeriens mit Ungeduld erwartet, so hat doch auch diese Neuerung das Schicksal aller ihrer Vorgängerinnen und Nachfolgerinnen hienirden; si« stößt auf verjährte Gewohnheiten, auf eingewurzelte Vorurtheilk, und »das Jahr übt eine heiligende Kraft.« Die meisten und heftigsten Widersacher unter unfern afrikanischen Glaubensgenossen finden die Bestimmungen der französischen Gesetze über die Ehescheidung. Man findet es dort »och ganz unbegreiflich, daß man durch die Behörde soll verhindert werden können, seine Lebensgefährtin nach Willkür und Gutdünken fortzuschicken. ES scheint sogar, sagen die »Arch. Isr.“, daß die Juden Algeriens in verschiedenen an das Kriegsministerium gerichteten Bittschriften, indem sie fortwährend eine Verbesserung ihres Zustandes in Anspruch nehmen, die Beibehaltung der willkürlichen Ehescheidung begehren — worauf jedoch die zu diesem Zwecke niedergesetzte Kommission, die so wenig als möglich AuSuahmSgesctze beizubchalten wünscht, schwerlich eingehen dürste. Ein Hauptaugenmerk wird die Kommission auf die Verbesserung des Kultus und des Jugendunterrichts wenden. —Es werden in Algerien zwei Unterkonsiftorien, eines in der Provinz Konstantine und das andere in der Provinz Oran — den beiden Gegenden, wo, nach Algier, die meisten Israeliten des Landes wohnen — gebildet werden, und diese beiden Unterkonsistorien werden unter einem, in Algier seinen Sitz habenden Hauptkonsistorium stehen, welche-

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