Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 9 (3.3.1844)
- Date
- 1844-03-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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91 »So war es in Israel, meine Theuren! vor 25 Jahren. Unter diesen traurigen Umständen tratest du, geliebte Gemeinde! Deine Wanderschaft an! ich will sie Deine Wallfahrt nennen zu diesem heiligen Tempel!! Unter diesen traurigen Umständen traten Hamburgs Männer zusammen —Hamburgs Haus- und Familienväter, ergriffen von Gott und seinem Worte, ergriffen von dem Gedanken, ihren Kindern einen Halt, einen Stützpunkt, einen Lebensbaum zu geben, dessen Früchte Leben bringet — für ewig, und sprachen es aus das Gottbegeisterte Wort: Kommt und lasset unserm Gotte ein Haus bauen, aus welchem seine Lehre hervorgehen soll für Kinder und Kindeskinder!" »Nicht günstig" — so schließt der Redner diesen Theil mit Recht — »nein, sie waren sehr traurig diese Umstände, unter denen wir die fromme Wanderschaft antraten. — Wir wandelten ganz allein — und waren kaum wenige Schritte gegangen — so wurden wir von den eigenen Brüdern angefallen, und die sich Meister nannten in Israel schleuderten ihre Blitze gegen uns, und die Mauern dieses Hauses sollten einstürzen und unser Name sollte untergehcn in Israel — — aber der Herr war dein Schatten, der Herr war dein Schirm! (Ps. 121, 5.) Er stand euch zur Rechten, darum konntet ihr nicht wanken. (Ps. 16, 8.) Denn, meine geliebten Freunde! was aus Gott ist und zu Gott führt, das trotzt der Macht der Hölle, das trotzt allen menschlichen Angriffen! Gottes Auge hat über dich gewacht! — Gottes Herz schlug in diesem Hause; Gottes Arm hat dich geschützt; Gottes Geist leuchtete in diesen Mauern!! Was wir hier so oft über dich aussprcchen — Gott erleuchte dich! Gott schirme dich! Gott segne dich! das ist in Erfüllung gegangen — ' mn UNS» inp&' ovn -n mn »Es ist der Tag gekommen, den wir gehofft, wir haben ihn erreicht, geschauet! (Klage!. 2, 16.) Drum freue dich, fromme Schaar! des heutigm Tages, und jauchze und rufe mit mir: l r? tos >2D8i rrnx *2 mn« *6 »Ich lebe, lebe und erzähle was mein Gott gethan! — " Im zweiten Theile fordert der Redner seine Gemeinde auf, auf die Segnungen zurückzublicken, die der Herr auf dem Wege verliehen hat. »Was sind das für Segnungen? — fragt er — und antwortet hierauf: »Nach Außen und nach Innen hat dieses Gotteshaus feine Segnungen verbreitet — über die Gegenwart, über die Zukunft. Nach Außen zuerst. Wie sieht es jetzt in Israel a«S- Ganz anders als vor einem viertel Jahrhundert! Nachdem in diesen Mauern etwa ein Jahrzehend in der Muttersprache gebetet und gelehrt wurde; nachdem das lautere, lebendige GotteSwort in der Muttersprache gelehrt wurde — nachdem unsere Psalmen, vom Orgeltone begleitet, gen Himmel stiegen, hat der göttliche Geist dieses Hauses über ganz Israel sich verbreitet. Ta gibt eS nunmehr keine Gemeinde, sie sei groß oder klein, in welcher man nicht dem Gottesdienste eine würdige Gestalt zu geben bemüht ist — die erleuchtetsten Männer machen sich das fromme Geschäft, die Gotteshäuser umzubilden, zur Lebensaufgabe! Tu stehst nicht mehr allein, Haus meines Gottes!! du bist nicht mehr »isolirt" — wie die Unkunde, wie die Verläumdnng auSzuposaunen sucht. — Bis in die fernsten ja bis in die dunkelsten Winkel Europas ist dein Licht gedrungen, ist dein Vorbild der Gegenstand besonnener Nachahmung. — Tu bist mit der Leuchte vorangegangen!!! E5C2TO2 218 iTH \32 „Und überall Licht und überall Leben und überall Streben Deinem Beispiele zu folgen! — Auch in dem Welttheile, wo .die Sonne uncergeht — ist deine Sonne ausgcgangen! — Dort in der neuen Welt werden dem alten Gotte Israels Tempel und Altäre errichtet, in welchen der Geist Deines Heiligthums waltet und wirkt!" „Seitdem deine Lehrer hier lehren, was gut ist und was Gott von uns fordert, seitdem ist Israel aus seinem Schlummer erwacht und begnügt sich nicht mit unwissenden Priestern, denn ganze Weisheit in den todten Buchstaben des Gesetzes besieht. — Es ist ringetroffen, was der Provhet von dem ächten und rechten Priester fordert: rreo 12'pr mn nn H22* \r.z tzv o Tie Lippen des Priesters sollen die Erkenntniß wahren, und Gottes Lehre soll man auS seinem Munde suchen. (Maleachi 2, 7.) Es ist eingrtroffen, Wader Herr verheißen: 7'2£'H ran cni8 2m '22^2 cyn cnb Tra Ich werde ihnen, spricht Gort, Hirten geben, wie ich sie wünsche, die sollen Israel weiden mit Einsicht und Verstand. (Jer. 3, 15.) Die Geistlichen in Israel müffen jetzt Männer deS Geiftes fein — und lehren und predigen die Worte des lebendigen Gottes, die die Herzen erfreuen und die Augen erleuchten. — Die Lehrer in Israel haben «NS das Gcheimniß abgesehen und abgelernt, ihre Gemeinden anzufeuern, daß sie vor- und aufwärts streben und sich nicht damit begnügen, der